Was geht mich diese Geschichte an? Reiche amerikanische Familien, deren Kinder im paradiesischen Mill Valley in der Bucht von San Francisco das tun, was Jugendliche so tun? In die Schule gehen, auf Facebook lästern, mit der Clique abhängen, erste Erfahrungen mit der Liebe, mit Drogen und Alkohol machen. Doch als sich Tristan aus Verzweiflung darüber, dass das angebetete Mädchen Calista seinen Liebesbrief auf ihrem Facebook-Account gepostet hat, das Leben nimmt, ahnt der Leser, dass die Idylle brüchig ist und taucht tiefer ein in diesen “Gefährlichsten Ort der Welt”.

“Abigail war immer noch die berechenbare, vernünftige Tochter, die er kannte. Sie war noch ein Mädchen, keine Frau (…), und was sie begehrte – Sachen, hübsche Dinge -, waren leicht zu bezahlen und zu kontrollieren.”

Lindsey Lee Johnson erzählt eine Geschichte, die nur vordergründig vom Erwachsenwerden handelt. Zwar sind die Jugendlichen das, was man wohl als typisch bezeichnen würde. Sie sind von der Schule gelangweilt, sie möchten nur mit ihren Freunden zusammen sein, legen Wert darauf, die richtigen Klamotten anzuhaben. Doch im Grunde versuchen sie nur, ihren Platz im Leben zu finden auch wenn das gerade “nur” ein Platz an einer Universität ist. Das freilich wird Calista stellvertretend für die ganze Gruppe erst im Rückblick klar.

“Der gefährlichste Ort der Welt” ist eines dieser Bücher, das noch eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben wird.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

Lindsey Lee Johnson: Der gefährlichste Ort der Welt, dtv, 21 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.