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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Kategorie: Filmtipp

Walk With Me – erzählt von Benedict Cumberbatch

Es ist alles andere als ein üblicher Film. Doch wer auf Action-Szenen nicht verzichten kann, für den ist „Walk With Me“ nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es um eine gute abendliche Unterhaltung geht. Es sei denn, man sucht Ruhe und Entspannung, die weder etwas mit  Kitsch noch  mit platter Unterhaltung zu tun hat. Das Publikum soll das Kino mit einem Gefühl des inneren Friedens und der Zufriedenheit verlassen, wenn es den Film gesehen hat, schreiben die Macher von „Walk With Me“,  Marc J. Francis und Max Pugh, im Presseheft, das die Veröffentlichung der DVD begleitet.

Das ist ihnen auf eine wunderbare Weise gelungen. Die Bilder wirken, als seien sie soeben entstanden, als sei man als Zuschauer unmittelbar dabei, als könne man den buddhistischen Mönchen über die Schulter schauen. Miterleben, wie sie innehalten wenn Glocken läuten oder eine Uhr mit dem Glockenschlag von Big Ben die Zeit anzeigt. Profane, alltägliche Dinge wie das Tippen am Laptop oder das Rasieren der Haare bekommen auf diese Weise genauso eine beruhigende Wirkung wie Szenen mit in unterschiedlichen Haltungen meditierenden Mönchen oder Szenen mit Landschaftsbildern.

„Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt.“
Benedict Cumberbatch

Zum Glück wurde die Stimme des Erzählers Benedict Cumberbatch nicht wie leider so oft bei uns üblich synchronisiert, sondern wie der gesamte Film mit deutschen Untertitel versehen. Und so entfalten die Zitate,  die der britische Schauspieler aus den frühen Tagebüchern des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh vorträgt, ihre volle Wirkung, geben sie doch tiefe Einblicke in die Zeit, als der Meister nur ein einfacher Mönch war, der noch dabei war, seinen Weg  und das Geheimnis der Achtsamkeit zu finden.  „Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt“, sagt Benedict Cumberbatch (Bild/Foto: Getty Images)  über seine Arbeit an dem Film und ist davon überzeugt, dass das Publikum von dem Film bewegt sein wird.  „Walk With Me“ ist einer dieser ruhigen Filme, die den Zuschauer noch eine ganze Weile begleiten und an den man immer wieder denken wird.

Embed from Getty Images

 

 

Die DVD ist jetzt vorbestellbar und erscheint am 24. November. Der digitale Download ist ab dem 13. November möglich.
Ich habe den Film vorab per Sichtungslink gesehen.

Sherlock: Die sechs Thatchers

Das neue Jahr brachte eine neue Sherlock-Staffel – jedenfalls auf BBC One und zumindest dann, wenn man es auf welche Art auch immer schaffte, die erste Ausstrahlung zu besten britischen Sendezeit zu verfolgen. Wer also weise vorausschauend den Silvesterabend nicht allzu ausufernd verbrachte oder entsprechend lange ausschlief, der begegnete ab 20.30 Uhr britischer Zeit  in der ersten Folge der vierten Staffel „Die sechs Thatchers“ (Buch: Mark Gatiss) den geliebten Figuren genau dort wieder, wo er sie am Ende der dritten Staffel – in der Folge „Sein letzter Schwur“ –  verlassen hat: Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht, seine Sucht in den Griff zu bekommen, John (Martin Freeman) und Mary (Amanda Abbington) werden bald Eltern und Mycroft (Mark Gatiss) ist genauso clever, süffisant und perfekt gekleidet wie eh und je. Aber natürlich gibt es die Weihnachtsfolge „Die Braut des Grauens“,  (Erstausstrahlung in der BBC am 2. Januar 2016)  die entgegen den Aussagen der beiden „Sherlock“-Erfinder Steven Moffat und Mark Gatiss eben keine Folge ist, die völlig losgelöst vom Entwicklungsstrang der übrigen Folgen und natürlich den vorherigen Serien zu sehen ist.

Trotz allem: ein Mensch

„Die sechs Thatchers“  (deutsche Erstausstrahlung ARD, 4. Juni 2017) bringt eine völlig neue Wendung innerhalb der Serie als Ganzes und für die Figur Sherlock im Besonderen. Und so verfolgt der Zuschauer wie der einzige beratende Detektiv mit ungewohnten Situation und neuen Menschen, darunter einem Baby, zurechtkommen muss. Das geschieht in schnellen Rückblicken, die ein Fest für Fans sind, für Neulinge allerdings reinste Verwirrung. Natürlich verändern neue Bezugspersonen und neue Situationen Sherlock, es muss ihn verändern. Auch wenn er bisher alles getan hat, uns vom Gegenteil zu überzeugen, ist er doch letztlich ein Mensch und wie sich im Verlauf der Handlung herausstellt, einer mit sehr viel Mitgefühl. Freilich heißt das nicht, dass er nun plötzlich kein hochfunktionaler Soziopath mehr ist, der im Zweifel alle und alles überwacht und jede Telefonnummer gespeichert hat. Er ist genauso ungehobelt und unhöflich, hochintelligent und ein Schnelldenker wie immer. Und er ist ungefähr so aktiv  wie James Bond und mindestens genauso attraktiv.

Nicht zuletzt hat sich auch John Watson (wie immer perfekt: Martin Freeman) verändert – so wie es ihm Mrs Hudson (witzig und liebenswert: Una Stubbs) vorhergesagt hat: „Heirat verändert einen“, (meine Übersetzung) sagte sie in „Das Zeichen der Drei“ zu Sherlock und natürlich hat sie recht. Mary (souverän: Amanda Abbington) und John müssen sich um ihre kleine Tochter kümmern, wollen aber gleichzeitig auch mit Sherlock Kriminalfälle lösen. Zu den zweien, die gegen den Rest der Welt kämpfen, hat sich nun Mary gesellt. Und sie passt wunderbar in Sherlocks Welt, in der es vor allem um Intelligenz, schnelles Denken und Schlussfolgerungen geht. Kenner wissen aber natürlich, was mit  Marys  in den ursprünglichen Sherlock-Holmes-Geschichten des Erfinders Arthur Conan Doyle passiert.

Fazit: „Die sechs Thatchers“ haben alles, was man sich wünschen kann: Witz, Dramatik und Kulissen (Ausstattung: Arwel Wyn Jones), die so detailreich sind, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch etwas neues entdeckt. Benedict Cumberbatch ist Sherlock. Er passt so perfekt in diese Rolle wie er in den berühmten Mantel (und die immer etwas zu eng sitzenden Anzüge) passt. Jeder seiner Szenen ist eine schauspielerische Glanzleistung. Martin Freemans John Watson und Amanda Abbingtons Mary sind viel mehr als Nebenrollen und Ergänzungen der Titelfigur. Beide entwickeln einzelne Stränge der Handlung weiter, die dann in den späteren Folgen vollendet werden.

Wie bei allen Staffel vorher ist auch in dieser ersten Folge der vierten Staffel Aufmerksamkeit beim Zuschauer gefragt. Wer nicht aufpasst und sich nur nebenher vom Fernseher berieseln lassen will, wird keine Freude an „Sherlock“ haben – unabhängig davon, welche Folge er anschaut. Denn der Witz der Dialoge und die Wortspiele sind nur scheinbar Geplänkel. Sie sind wichtig, um die Handlung zu verstehen. Wer allerdings erst mal seine Leidenschaft für diese Fernsehserie entdeckt hat, wird so schnell nicht mehr davon loskommen.

 

Dies ist die deutsche Version des ursprünglichen englischen Beitrags, den ich nach der Erstausstrahlung in der BBC geschrieben habe.

Quick look at Friend Request Pending

What happens when you get to know a man, talk with him, have fun enjoying his company? Clearly you want to meet him again and ask – if he’s on Facebook. This is quite normal, isn’t it? But it’s not if you are – say – a woman of the mature generation who isn’t inexperienced when it comes to men. But who is just about to dive into the mysteries of the internet as a whole and Facebook and it’s chat function in particular.

In „Friend Request Pending“ Mary is that women – lovely played by Judi Dench – who talks with her friend Linda (Penny Ryder) about social networks and of course about Trevor. The choirmaster (Philip Jackson) is the man Mary is wooing in a heartwarming way that combines all old romantic feelings and the opportunities the modern world offers to stay in touch with people you care about most.

The short film directed by Chris Foggin and written by Chris Croucher only has one big problem: it is only 12 minutes long.

„Friend Quest Pending“ is available on We Are Colony, a site dedicated to independent films. Read my previous blog entry here.

A quick look at „We Are Colony“

Oh, here you are again. The friendly but unforgiving hint „This film is not available in your country“. This time I’m not able to watch „Third Star“ on the brand new platform  „We Are Colony„.  A side dedicated to independent film makers and their fans, eager to get not only the film as a whole but also more stuff you only get as extras on DVDs or Blu rays from one single place.

Laughing and crying

In the case of  my beloved „Third Star“ I wrote about  a while ago on and which I re watch on a regular basis I have the DVD which doesnwww.wearecolony.com’t contain many extras. So I was really curious to learn more about behind the scene stuff and dive into gorgeous pics from Benedict Cumberbatch who plays James. And I was not disappointed. There are deleted scenes that somehow didn’t make the final cut, pics from behind the scene, stills and interviews with the cast. Material to fill hours watching, re watching and in the case of „Third Star“ laughing and crying.

The platform works like other streaming services: after you have received your invitation – which in my case took about  a day to reach my inbox – you are allowed to have a first free look around before you’ll hit a paywall. This paywall works for each film, which means you have to pay 1,99 Euro (the price and currency depends on your country) for the „Third Star“ package for example. Even if given the fact that – in my case – the film itself is not available it’s more than a fair price in exchange for what you get. And you are supporting independent films.

Another film starring Benedict Cumberbatch is „Little Favour“ . The action thriller was originally crowdfunded by fans and was so far only available on iTunes also made it to „We are Colony“.  The short film comes with a huge amount of extras  for 3,99 Euro only which again is very little money.

„We Are Colony“ has a friendly design which works very smoothly on my Ubuntu driven laptop and my Nexus 7 tablet. Would love to stream the films to my Google Chromecast and enjoy the stuff on my telly in the future.

 

„12 Years a Slave“ kennt keine Schonung

Es gibt nicht viele Filme, die einen so hilflos zurücklassen wie „12 Years A Slave“. Das liegt natürlich an der Handlung, die nach einer wahren Begebenheit erzählt wird: Kurz vor Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs wird Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor), ein freier Afroamerikaner aus Saratoga/New York, gekidnappt und in die Sklaverei verkauft. 12 lange Jahre hofft er, der Willkür und dem Sadismus des Sklavenhalters Edwin Epps (Michael Fassbender) ausgesetzt, wieder aus der Gefangenschaft zu entkommen.

Was den Film fast unerträglich macht, ist nicht mal so sehr die gezeigte Brutalität – die gibt es beispielsweise auch in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ Doch während es dort immer wieder Momente gibt, in denen man durchatmen, ja sogar lachen kann (auch wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt), gönnt Steve McQueen seinem Publikum keine Erholung. Selbst die Landschaft, die wunderschön ist und wirkt als sei sie aus einem Gemälde entnommen, macht nur misstrauisch. Misstrauisch, weil die Idylle trügt und im nächsten Augenblick die Unmenschlichkeit dieses Systems erneut mit voller Härte zuschlägt.

Die ganze Kraft des Kinos

„12 Years A Slave“ zeigt die ganze Kraft, zu der das Kino fähig ist. Und er zeigt die Brillanz des Regisseurs Steve McQueen, der bei der Auswahl seiner Darsteller seine Meisterschaft beweist. Allen voran Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor, mit dessen Solomon das Publikum leidet. Michael Fassbender zeigt als brutaler Sklavenhalter Edwin Epps die ganze Perversion, die in den amerikanischen Südstaaten herrschte. Eine Perversion, die William Ford zumindest in Ansätzen erkennt, der Plantagenbesitzer ist aber nicht in der Lage, tatsächlich etwas gegen die Sklavenhaltung zu tun. Ein brillanter Benedict Cumberbatch verleiht dieser Figur mit wenigen Gesten und perfekt eingesetzter Mimik zwar die Aura einer Heilsfigur. Doch wie die Sonne an einem bitterkalten Wintertag nicht wärmen kann, so wenig kann der in Konventionen gefangene Ford tatsächlich helfen. Vielleicht will er es auch gar nicht.

William Ford (Benedict Cumberbatch, links, und
Solomon Northup (Chiwetel Eijofor). Screenshot:pb/Tobis

Das 135 Minuten lange Drama entlässt den Zuschauer zwar mit einem Happy End – Solomon Northup konnte fliehen und seine Erinnerungen aufschreiben – die Welt, außerhalb des Kinos wirkt aber eine ganze Weile so, als sei sie in Watte gepackt und unwirklich. Den mit neun Oscars nominierten Film muss man gesehen haben.

You may find the English version here.

The Fifth Estate

Whoever has been living under a rock for let’s say the last couple of years and hasn’t ever heard anything about the online platform Wikileaks will have trouble understanding what the film „The Fifth Estate“ is all about. And whoever thought that the film will take revenge on Wikileaks‘ founder Julian Assange, will be disappointed.

Maybe all visionaries have something in common. They believe in an idea, they fight for with all their powers and sometimes with every means they can get their hands on. Because they deeply believe that what they are doing is right. That is what makes them special. Others can’t really get what this is all about, because they do not understand. Julian Assange is a visionary, inspired by his believe that all information should be accessible by everybody. That’s why he established Wikileaks, why he has fought and is still fighting for his believes against everything and every person, including his nearest friend Daniel Domscheit-Berg – thoughtlessly hurting feelings and causing disappointment on each side.

Making things visible that are not visible

Director Bill Condon concentrates his work on the relationship between Julian Assange and Daniel Domscheit-Berg. And if this isn’t enough to get along with – you know that Assange wasn’t amused when works for the film started –  „The Fifth Estate“ tries to make things visible that are not visible: Websites, Mails, Chats, Computercodes and a lot of other tech-stuff most of the public has only a faintest idea of what those things are really made for. And so there are many flashing lines, different windows on computerscreens (they often work on Thinkpads by the way for anyone interested), a huge sterile looking office, an empty snow covered field, with a few camp fires and people hovering before their laptops when they are not too busy traveling round the world.

Brilliant leading actors

What is holding all the different scenes together is the brilliance of the leading actors: Daniel Brühl always grounds his Daniel Domscheit-Berg even when his enthusiasm is about to pull him away from his ordinary life which he finds boring but which defines him deeply – there is a scene when Julian accompanies him to Daniel’s parents who are so normal and so typically German that you as a German almost can see your own parents shining through –  and which urges him to end the friendship with Julian Assange.

Benedict Cumberbach – who was the baddie in the latest Star Trek film, is about to be Alan Turing in the film „The Imitation Game“, will hit the cinemas in „12 Years a Slave“, „August: Osange County“ and gives voice to the dragon Smaug in „The Hobbit“ before Christmas (and we all are desperately waiting for him bringing Sherlock back to our telly) – Benedict Cumberbatch is hardly visible as a person.

Benedict is Julian Assange

Because he does what he always does as an actor: getting under the skin of the figure he is about to play, stepping totally aside and bringing the character to life with the brilliance of an actor who is said to be one of the best of his generation. His white hair, his totally changed face, contacts that cover the natural colour of his eyes is combined with totally unfamiliar gestures, reactions, different body language what all together helps Benedict Cumberbatch really being Julian Assange, at least the Assange of this film. A restless, hounded, highly intelligent computer expert who is at the same time lonely, isolated and very fascinating, who brutally pisses off his best and trusted friend although he earns him so much. „All I have got is a webside, a couple of fake email addresses. And you. Do I have you?“ Assange asks Domscheit-Berg at the beginning.
Cumberbatch gives his Assange every feeling from a cold and calculating machine-like behavior to a soft and very vulnerable human being – and he manages all this brilliantly within a second and with very little expressions. But as so often you see the change in Benedict’s eyes. With all this Cumberbatch rules the film and dominates it but he doesn’t dominate an also brilliant Daniel Brühl.

„If you want the truth, you’ve to seek it out for yourself. That’s what they’re afraid of. You.“, the fictional Assange says in an fictional interview that’s wrapped around the film. The film – like in real life – he accuses of being an attack on himself and Wikileaks. But the film isn’t an attack at all. Partly based on the memories of Daniel Domscheit-Berg (who supported Daniel Brühl in his preparation for the role) and taking his point of view, the film can not be objective or even a documentary.
„The Fifth Estate“ is above all a good and thrilling entertainment. And maybe it will get some to find out more about Julian Assange and Wikileaks.

You find the German version here.

DVD-Empfehlung: Third Star

Benedict Cumberbatch als James. Quelle: Third Star

Dass es keine leichte Unterhaltung ist, ahnt der Zuschauer nach den ersten Szenen. Ja, da ist eine Geburtstagsfeier, die Gäste sind fröhlich, der Tisch ist gedeckt, das Zimmer geschmückt. Aber die ganze Fröhlichkeit, das Lachen wirkt unecht, aufgesetzt.

Denn James Kimberly Griffith (Benedict Cumberbatch) ist unheilbar an Krebs erkrankt. „Ich werde heute 29“, sagt seine Stimme am Anfang des Films aus dem Off. „Ich werde keine 30.“ (Übersetzung von mir) Während er weiterredet, seine Familie vorstellt und seine besten Freunde, die nach und nach eintreffen, ist der Zuschauer längst ergriffen. Ergriffen von dem unwirklichen Familientreffen, das man zusammen mit James als Außenstehender erlebt. Erst als sich der zusammen mit seinen Freunden zu Barafundle Bay,

Konzentration auf den Kranken

Eine Realität, in der jeder der Freunde zwar seine eigene Lebensgeschichte mitbringt, die aber ganz klar auf James‘ Schicksal konzentriert ist. Er ist es, um den sich die anderen kümmern, den sie auf einem eigens gebauten Fahrzeug schieben, den sie tragen, weil er schon lange nicht mehr richtig gehen kann und den sein Gehumpele genauso anstrengt wie seine Schmerzen, die er mit unterschiedlichen Medikamenten versucht, erträglicher zu machen. James weiß sehr genau, dass seine Schmerzen immer schlimmer werden und er weiß, dass er so nicht weiterleben will. „Ich nehmen Medikamente gegen die Schmerzen und Medikamente um die Nebenwirkungen der anderen Medikamente zu bekämpfen. Mein Leben besteht nur noch aus Schmerzen. Dafür lohnt es sich nicht zu leben“, sagt er unter Tränen am abendlichen Lagerfeuer und macht klar, dass er sich in der geliebten Bucht das Leben nehmen wird.

„Third Star“ ist ein eindringlicher, leiser Film, der tief berührt, ohne in kitschige Gefühlsduselei abzugleiten. Das liegt an den Nebendarstellern (JJ Field, Tom Burke, Adam Robertson), die James‘ Tragik, sein Schicksal, mit dem er sich außerhalb des Lebens stellt, erst richtig zur Geltung bringen.

„I ate healthily, but there was no snacking, no drinking, no bread, no sugar, no smoking.
Afterwards I had a pork belly roast.“
(„Ich habe gesund gegessen.Aber es gab keine Süßigkeiten,  keinen Alkohol, kein Brot, keinen Zucker, keine Zigaretten. Hinterher habe ich einen gebratenen Schweinebauch gegessen.“ Benedict über seine Rolle. Quelle: Glamour)

Das liegt aber freilich auch Benedict Cumberbatch‘ Können. Seine Fähigkeit, mit wenigen Gesten, mit kleinen Bewegungen zu trauern, zu blödeln, sich zu ärgern, sich kindlich zu freuen oder auf Kommando zu weinen, sind auch in diesem Film überwältigend. Cumberbatch spielt nicht, er schlüpft in die Haut der Figuren, verkörpert sich sprichwörtlich. Sein James ist abgemagert, zerbrechlich und rührt zu Tränen.

Grundlage für diesen Tipp ist die Original-Version der DVD.

You find the English version of this blog entry here.

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