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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Suchergebnis: „Ian McEwan“ (Seite 2 von 2)

Graham Swift: England und andere Stories

Bei manchen Büchern fragt man sich, weshalb man von ihren Autoren noch nichts gehört, geschweige denn etwas gelesen hat. Der Sammelband “England und andere Stories”, der jetzt im dtv auf Deutsch vorliegt,  ist so ein Buch, denn der englische Autor Graham Swift schafft es auf wenigen Seiten eine ganze Welt zu entfalten. Eine Welt, die zwar eine englische, aber dennoch eine universale ist.

“Jetzt waren sie verheiratet, und man hatte ihnen gesagt,
sie sollten ihr Testament machen.”

Eine Welt, die unser Alltag ist und deshalb gleichzeitig in dieser ganz eigenen Vertrautheit so faszinierend daherkommt, ohne banal und langweilig zu sein. Freilich kann das nur ein Schriftsteller leisten, der  alltägliche, kurze Szenen als Ausgangspunkt eines menschlichen Schicksals nimmt: Da ist der Mann von der Küstenwache, der auf dem Weg zur Arbeit an einem Pannen-Auto vorbeikommt und dessen Fahrer mit unterschiedlichen Stimmen zu sprechen scheint. Oder die beiden Frauen Holly und Polly, die sich bei der Arbeit als Embryologinnen kennen- und lieben lernen. Sie sind beide ausgebildet für eine Arbeit, “von der manche sagen, man spiele Gott”.

“Wir sind nicht Gott. Es ist auch kein Spiel.
Obwohl wir manchmal lachen müssen.”

Jede Geschichte hat ihre eigenen Charaktere, die sich in ihrer eigenen kleinen Welt bewegen. Klein deswegen, weil es “nur” 25 Erzählungen sind, die in dem Band versammelt sind und man von so mancher Geschichte gerne mehr gelesen hätte. Das ist aber auch der einzige Mangel, denn Graham Swift ist ein meisterhafter Erzähler (ebenso meisterhaft übersetzt von Susanne Höbel), dessen Stil an den von Ian McEwan erinnert.

 

Graham Swift: England und andere Stories, dtv, 21,90 Euro
(Das Buch wurde mir freundlicherweise von dtv zur Verfügung gestellt.)

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

Bücher meines Jahres

Zum dritten Mal ziehe ich Buch-Bilanz (zum ersten Mal auf meiner eigenen Url) und wie auch schon in den Jahren 2013 und 2014 ist das Ganze wieder zutiefst subjektiv und bar jeglichen feuilletonistischen Anspruchs.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe ich heuer vier Bücher weniger gelesen, was vielleicht daran liegt, dass ich William Shakespeare’s Hamlet mindestens zweimal ganz und ein paar Stellen mehrfach nachgelesen habe – auf Deutsch und auf Englisch – als Vorbereitung auf den Besuch des Stücks im Londoner Barbican mit Benedict Cumberbatch in der Titelrolle.

Meine Bilanz sieht demnach so aus:

Gesamt: 34
Deutsch: 17
Englisch: 17
Kindle/Tablet: 3. (Mit Tablet meine ich, dass ich die Bücher bei Google gekauft und in der App auf meinem N7 gelesen habe – einfach deshalb, weil eines der Bücher dort früher erhältlich war und weil ich die App sehr schön gemacht finde. Mein Kindle ist ein mittlerweile vier Jahre alter Kindle Keyboard.)

Von den gelesenen empfehle ich diese Bücher:

Ian McEwan
Black Dogs, Atonement, Inbetween the Sheets, On Chesil Beach: IanMcEwan ist einer meiner absoluten Lieblingsschriftsteller, der es schafft, selbst banalste Geschichten spannend und mit völlig überraschenden Wendungen zu erzählen. Auf Deutsch sind seine Werke mit durchwegs sehr guten Übersetzungen bei Diogenes erschienen.

Lukas Hartmann
Auch von Lukas Hartmann habe ich schon einiges gelesen und mag seinen Stil. Heuer waren es “Abschied von Sansibar” (das ich schon mal gelesen habe, aber das Buch nicht mehr finden konnte) und sein neuestes Buch “Auf beiden Seiten”. Eine Geschichte aus der Zeit kurz vor und nach dem Mauerfall. Hartmanns Bücher sind ebenfalls bei Diogenes erschienen, darunter auch Kinder- und Jugendbücher. Eines davon, “AnnA”, hat mir besonders gut gefallen.

Donna Leon
Ich bin bekennender Guido-Brunetti-Fan, daher habe ich alle Fälle des Commissario gelesen. Diese Jahr gab es mit “Tod zwischen den Zeilen” und “Endlich mein” gleich zwei neue Bücher, die wie alle anderen ebenfalls bei Diogenes erschienen sind.

Alan Rusbridger
Der Ex-Chefredakteur des “Guardian” beschreibt in “Play it Again– an amateur against the impossible”  (Deutsch: Play it Again – Ein Jahr zwischen Noten und Nachrichten”, Secession-Verlag) wie er versucht, trotz seiner stressigen Arbeit Zeit fürs Klavierspielen zu finden. Ein sehr privates Buch, das daran erinnert, dass man Zeit für etwas finden kann, wenn man nur will.

James Rhodes
Wer mit klassischer Musik nichts anfangen kann, sollte dem britischen Pianisten James Rhodes eine Chance geben und einer Auswahl seiner Stücke auf Soundcloud anhören. Und sein biografischen Buch “Instrumental: Violence, music and love” lesen – oder zumindest die deutschsprachige Ausgabe “Der Klang der Wut – Wie die Musik mich am leben hielt” (Nagel&Kimche), die im Februar 2016 erscheinen wird, auf seine Leseliste setzen. In dem Buch, das in Großbritannien erst nach einem Gerichtsverfahren erscheinen durfte, schreibt James  über seine Kindheit, in der er über Jahre vergewaltigt wurde, seine Zeit in der Psychiatrie und darüber, das Musik, klassische Musik, sein Leben gerettet hat. Es ist zutiefst erschütternd, gleichzeitig aber auch witzig und sehr direkt geschrieben. Wer James auf Twitter folgt, wird den Stil wiedererkennen.

Sherlock-Holmes-Pastiches
Anthony Horowitz’ “Moriarty” (deutsch: “Der Fall Moriarty”) ist ganz im Stile Arthur Conan Doyles geschrieben. Allerdings hat mir “Das Geheimnis des weißen Bandes” (Beide Insel) besser gefallen.
Nur etwas für echte Sherlock-Holmes-Fans ist “Sherlockian” von Graham Moore.  Der Autor, der das Drehbuch zu “The Imitation Game” geschrieben hat, taucht hier sehr tief in die Welt des großen Detektivs ein. Eine deutsche Ausgabe habe ich bisher nicht gefunden.

Neuentdeckt
Angharad Price: “Das Leben der Rebecca Jones” ist ursprünglich auf Walisisch erschienen und wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Ein Glück, denn die Geschichte ist wunderbar erzählt und hat ein völlig überraschendes Ende.
Anthony Doerr: “Alles Licht, das wir nicht sehen” ist eine meisterhaft erzählte Geschichte, die man nicht weglegen möchte und die einem noch lange im Gedächtnis bleibt.
Donna Tartt: “The Secret History” (Deutsch: Die geheime Geschichte, Goldmann) spielt an einem  College in Neuengland, an dem es scheinbar nur um alte Sprachen und Literatur geht. Netter Nebeneffekt: Die Hauptfigur erinnert an Sherlock Holmes.

Zum Immer-Wieder-in-die-Hand-nehmen:
Shaun Usher: Letters of Note II – eine Sammlung von Briefen, die ganz unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben haben und die zum Teil als Faksimile abgedruckt sind. Der erste Teil “Letters of Note – Bücher, die die Welt bedeuten” ist auch auf Deutsch erschienen. Mehr über die unterschiedlichen Ausgaben des Buchs und über das Projekt “Unbound”, auf dessen Seite man Bücher crowdfunden kann, gibt es hier (auf Englisch).

Lesetipps für den Sommer

Sommerferien und Jahresurlaub sind nicht mehr weit – Zeit, sich mit Büchern für die freien Tage einzudecken. Wie wäre es hiermit?

Seit ich den britischen Schriftsteller Ian McEwan für mich entdeckt habe, bin ich von seinem Können begeistert. Genauso angenehm ist es, die wirklich guten Übersetzungen seiner Werke bei Diogenes zu lesen. “Der Trost von Fremden” (“Comfort of Strangers”) und das neueste Buch  “Kindeswohl” habe ich erst kürzlich gelesen und zur englischen Ausgabe “Children’s Act” hier geschrieben. Die deutsche Fassungen sind bei Diogenes erschienen und kosten 9,99 Euro, bzw. 21,99 Euro.

Zum Augenausheulen ist John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (The Fault in our stars), dtv, 9,95 Euro, die Vorlage für den gleichnamigen Film.

Angharad Price nimmt den Leser in “Das Leben der Rebecca Jones” (dtv, 18,90 Euro) mit in eine kleines Tal in Wales zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts und lässt uns teilhaben am bäuerlichen Leben einer Familie, das in seiner Alltäglichkeit umso faszinierender ist. Die deutsche Übersetzung hat die englische Version als Grundlage, die wiederum von der Autorin selbst aus dem Walisischen übersetzt wurde.

Dass mir der Name John Williams nicht geläufig war, habe ich erst gemerkt, als ich in ihm den Autoren von “Stoner” erkannt habe. Dann allerdings war klar, dass ich “Butcher’s Crossing”  (dtv, 21,90 Euro) lesen musste, auch wenn es eines dieser Bücher ist, auf das man sich einlassen muss. Tut man es, bekommt man ein wunderbares Leseerlebnis.

Wie immer ist Sommerzeit auch Zeit für einen neuen Brunetti. Heuer heißt er  “Tod zwischen den Zeilen” Diogenes, 23,90 Euro und ist meiner Ansicht nach einer der besten, die Donna Leon in dieser Reihe geschrieben hat.
Noch nicht auf Deutsch erhältlich ist die wunderbare Briefesammlung, die Simon Garfield mit “My dear Bessie” vorgelegt hat (Canongate Books, ca 10,95 Euro). Die Briefe erzählen die wahre Geschichte von Chris Barker and Bessie Moore, die sich während des Zweiten Weltkriegs lieben lernten, obwohl sie sich zunächst nur aus Briefen näher kannten.

Ebenfalls nur im englischen Original erhältlich ist James Rhodes: Instrumental (Canongate, ca 18 Euro/17 £). Der britische Pianist erzählt, wie er als Kind mehrfach vergewaltigt wurde, was das für sein weiteres Leben bedeutet und wie ihm Musik dabei geholfen hat, diese schrecklichen Erlebnisse zu überwinden. Trotz der erschütternden Bekenntnisse ist “Instrumental” witzig und lesenswert.

 

Tipp: Wer englischsprachige Bücher online bestellen will und eine Alternative zu Amazon sucht, sollte es mit Book Depository versuchen.

Bücher meines Jahres

Es ist wieder soweit. Das Jahr ist fast zu Ende – Zeit also für meine persönliche Lesebilanz des Jahres. Die wie auch schon im vergangenen Jahr völlig subjektiv ist.

Dass ich in 2014 mehr Bücher gelesen habe (37 statt 34 im vergangenen Jahr), liegt vielleicht daran, dass weniger dicke Schmöker dabei waren.
Gesamt: 38
E-Books: 7
Normale Bücher: 30
Englische: 17

Gelesen habe ich:

Edward St Aubyn:

Never Mind, Bad News, Some Hope, Mother’s Milk, At last, sowie Lost for Words – mein neuentdeckter Autor, dessen Themen nicht immer einfach sind, aber immer wunderbar geschrieben. Seine Bücher sind auch auf Deutsch erhältlich.

Neil Gaiman

Niemalsland, Der Ozean am Ende der Straße:
Beides sind Märchen für Erwachsene, die in fantastische Welten entführen, die gar nicht mal so weit weg von der realen Welt sind.
Ein liebevolles Märchen ist auch das E-Book “Hannah Halblicht” von Stefan Reinmann. Es ist auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

Zu Alan Turing/ Enigma:

Robert Harris: Enigma; Sinclair McKay: The Secret Life of Bletchley Park, Fergus Mason: The tragic life of Alan Turing

Ian McEwan:

Der britische Autor schreibt nicht nur wunderbar. Seine bei Diogenes auf Deutsch erhältlichen Bücher sind auch ein gutes Beispiel dafür, dass eine Übersetzung dem Original gerecht werden kann.
Unschuldige
The Children Act (wird im Januar bei Diogenes auf Deutsch erscheinen und “Kindeswohl” heißen)
The Comfort of Strangers

Ken Follett: Kinder der Freiheit

Der letzte Teil der Trilogie um mehrere Familien, deren Geschichte auch die Europas ist. Leider ist die Übersetzung holprig und schadet dem Lesevergnügen.

Max Frisch:

Aus dem Berliner Journal – meine ausführlichere Besprechung gibt es hier.

Shaun Usher: Letters of Note

ist ein Buch, das man trotz seines Gewichts gerne zur Hand nimmt und sich in die Intimität des Briefeschreibens entführen lässt. Mittlerweile ist auch eine deutsche Übersetzung unter dem Titel “Briefe, die die Welt bedeuten” erschienen. Meine englische Besprechung gibt es hier.

Sherlock Holmes

Natürlich mussten es auch in diesem Jahr wieder Bücher über und mit dem großen Detektiv sein.
Sir Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier (bei Diogenes)
Mitch Cullin: A Slight Trick of the Mind – eine liebevolle Hommage, von der ich (noch) keine deutsche Übersetzung gefunden habe. Meinen Tipp gibt es auf Deutsch und Englisch.
Sherlock Holmes – The Man who has never lived and will never die ist das Begleitbuch zur Sherlock-Holmes-Ausstellung im Museum of London und zeigt viel mehr als “nur” Sherlock Holmes.
Sherlock Chronicles – ein Muss für Sherlock-Fans

Klassiker:

William Shakespeare: Henry V, Hamlet, Richard III.
Wirklich nicht neu, aber neuentdeckt mit den liebevollen zweisprachigen Ausgaben, die bei Ars Vivendi erschienen sind. Wer sparen möchte und nicht unbedingt ein druckfrisches Buch haben muss, kann sie auch antiquarisch kaufen. Ich bin bei booklooker.de fündig geworden.

Franz Kafka

Saul Friedländers Biografie ist eine gute Einführung in Werk und Leben des Schriftstellers.

Gut unterhalten fühlte ich mich mit:

John Green: The Fault in our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) – ist einfach nur zum Heulen schön.
David Grann: Die versunkene Stadt Z – auf der Suche nach einer Stadt und einem Forscher
Donna Leon: Das goldene Ei – der alljährliche Guido-Brunetti-Fall
Ingrid Noll: Hab und Gier – gut, aber es gibt bessere Romane der Autorin
Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe – typisch guter Bernhard Schlink
Chris Chibnall/ Erin Kelly: Der Mörder ist unter uns – ist das Buch zur britischen Fernsehserie “Broadchurch” und mindestens genauso spannend.
Dave Eggers: Der Circle – so könnte die Arbeit bei Google aussehen.
Donna Tartt: The Goldfinch (Der Distelfink) – gut, aber mit Längen
Saskia Goldschmidt: Die Glücksfabrik – die Geschichte einer Pharmafabrik vor dem Hintergrund des Dritten Reichs.
Alan Bennett: Leben wie andere Leute – der Autor blickt auf das eigene Leben zurück.

Lesetipps für den Sommer

Sommerzeit ist Ferienzeit und damit auch Lesezeit – wie wäre es mit einem von diesen Büchern?

Ian McEwan: Abbitte
Dieser Roman passt wunderbar zu heißen Tagen, die man unterm Sonnenschirm ver-lesen kann. Die Fantasien einer 13-Jährigen und deren Auswirkungen auf ihre Umgebung und sie selbst sind erschütternd und einfach guter, spannender Lesestoff. Wer mehr von dem britischen Autor lesen will, findet bei Diogenes eine große Auswahl seiner Werke.

 

Max Frisch: Montauk und Homo Faber
Mag sein, dass der ein oder andere mit Max Frisch in der Schule gequält worden ist. Ich liebe seinen Stil und seine Geschichten immer noch. Empfehlenswert sind sie alle, Montauk und Homo Faber sind zwar relativ kurz, aber nicht weniger lesenswert.

 

Edward St Aubyn: The Melrose Novels
Die Geschichte der Melrose-Familie ist so erbarmungslos wie komisch und trotz der insgesamt fünf Bände (Schöne Verhältnisse, Schlechte Neuigkeiten, Nette Aussichten, Muttermilch, Zu guter Letzt) alles andere als langweilig. Wer die Romane im englischen Original lesen möchte, sollte zu diesen Ausgaben greifen.

 

Mitch Cullin: A Slight Trick of the Mind
Eine wunderbare Hommage an Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv hat sich im Alter zurückgezogen, widmet sich mit Hingabe seinen Bienenstöcken und blickt auf sein Leben zurück. Meinen ausführlicheren Buchtipp (auf Englisch) gibt es hier, die deutsche Version hier. Leider habe ich keine deutsche Ausgabe gefunden. Vielleicht gibt es aber eine, wenn der Film mit Ian McKellen in die Kinos kommt.

 

Sir Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot
Alles, was Sherlock Holmes ausmacht, in einem Buch. Es gibt verschiedene Ausgaben auf Deutsch – eine gute ist die, die als Insel-Taschenbuch erhältlich ist.

 

Shaun Usher: Letter of Notes
Das ist nicht das Buch, das man mit ins Schwimmbad oder ins Urlaubgepäck stecken möchte. Dafür ist es zu groß und schwer. Und billig ist es auch nicht. Aber keine digitale Version kann den Reiz vermitteln, es greifbar zu haben, es gelegentlich durchzublättern und bei dem ein oder anderen Brief hängenzubleiben. Nicht, weil alle Schreiber so berühmt sind wie die englische Queen. Sondern, weil es faszinierend ist zu lesen, was Menschen über Jahrzehnte bewegt hat und – dank der Faksimiles – die Briefe zu sehen. (Mehr dazu hier)

 

Lesetipps

Ein Buch zu Weihnachten geht immer – im Zweifel kann man es ja selbst behalten. Diese Buchtipps sind vollkommen subjektiv, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und legen auch keinen Wert auf Aktualität.

Meine Entdeckung des Jahres: Ian McEwan

Ein guter Einstieg ist “Abbitte”, in der die Fantasie einer 13-Jährigen ungeahnte Auswirkungen hat. Aber auch “Amsterdam” und der erst kürzlich erschienene Roman “Honig” sind lesenswert. Alle Bücher sind bei Diogenes erschienen.

Unbedingt lesen

John Williams: Stoner, dtv
Wenn ein Roman als Meisterwerk gepriesen wird, obwohl er seit Jahren vergessen wurde, dann bin ich immer etwas skeptisch. Bei “Stoner” ist aber jegliches Lob angebracht. Denn die Geschichte eines Mannes, der auf einer Farm aufwächst, seine Liebe zur Literatur entdeckt und  Professor statt Farmer wird, ist zwar alles andere als aufregend. Sie ist aber so eindringlich und meisterhaft erzählt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.

Biographisches

Daniel Domscheit-Berg: Inside Wikileaks
Die bei Ullstein erschienenen Erinnerungen sind weder objektiv noch erheben sie den Anspruch eine Dokumentation zu sein. Sie geben aber einen guten Eindruck wie die Arbeit bei Wikileaks gewesen sein mag. Und sie mögen den ein oder anderen anregen, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. Domscheit-Bergs Erinnerungen waren auch Vorlage für den Film “Inside Wikileaks”.

Andrew Hodges: Alan Turing – The Enigma
Leider ist diese Biographie des Mannes, der half, den deutschen Code im Zweiten Weltkrieg zu entschlüsseln, nur antiquarisch auf Deutsch erhältlich. Wer sich aber ans englische Original bei Vintage wagt und nicht vor mathematischen Ausführungen zurückschreckt, lernt einen Mann kennen, der seiner Zeit weit voraus war und schon über Computer nachdachte, als das Wort noch nicht erfunden war.

Alte Bekannte

Henning Mankell: Mord im Herbst
Der schwedische Kommissar Kurt Wallander ist zurück – leider aber nur in einem Fall, der zeitlich vor dem Roman “Der Feind im Schatten” (Zsolnay) spielt und erst jetzt zur Veröffentlichung freigegeben wurde. Wallander will endlich ein Haus kaufen und sein Leben ändern. Als er bei der Besichtigung eines passenden Objekts aber über eine skelettierte Hand stolpert, ändert er seinen Entschluss. “Mord im Herbst” ist zwar nur eine kurze Erzählung, zeigt Wallander aber so, wie ihn seine Fans immer lieben werden.

Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes
Es ist, als sei Sherlock Holmes niemals fort gewesen, steht auf dem Rücken des Taschenbuchs (Insel) – was Sherlockians misstrauisch werden lässt. Doch das ist vollkommen unbegründet, wie sich schon nach wenigen Zeilen zeigt. Horowitz (und dessen Übersetzer) zeigt den berühmtesten Detektiv aller Zeiten in einem Fall, den sein Biograph Dr. John Watson bisher einfach noch nicht niedergeschrieben hat und der Arthur Conan Doyle würdig ist.

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