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Schlagwort: E-Book

Die App Papego

Die Idee ist so einfach wie genial. Was, wenn ich ein Buch, das ist gerade anlog – also als gedrucktes Buch – lese, einfach auf meinem Smartphone oder Tablet weiterlesen könnte? An genau der Stelle, an der ich das Buch zugeklappt habe? Was bisher nur umständlich funktionierte, wenn man neben dem Buch auch noch dessen E-Book-Version gekauft und sich mehr oder weniger schnell zu der Stelle durchgescrollt hat, an der man weiterlesen möchte, erledigt die App Papego.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Verlage ihre Bücher für die App, die von der Hamburger briends gmbh in Zusammenarbeit mit Thalia entwickelt wird, freigeben – und dass die Leser darüber informiert werden, dass sie das gekaufte Buch auch digital lesen können. In meinem Fall war es zusätzlich zum Aufkleber auf der Folie, in die Klaus Cäsar Zehrers “Das Genie” (Diogenes) eingeschweißt war, noch ein Lesezeichen, das mich endgültig neugierig gemacht hat. “Lesen Sie jetzt wie Sie wollen” heißt es da. Was es mit dem Papego-Logo neben dem roten Diogenes-Schriftzug auf sich hat, wird auf der Rückseite ebenso erklärt wie die Handhabung der App, die man im Apple– und Google-Store herunterladen kann.

Erst scannen, dann lesen

Nach dem Installieren muss man lediglich die Seite das Papego-fähige Buchs scannen, auf der man digital weiterlesen will. Dass man das im Querformat tun muss und darauf achten soll, dass eine bestimmte Anzahl von Zeilen gescannt werden, zeigt die App, ehe sich nach dem erfolgreichen Scannen das Fenster schließt. Nach einer kurzen Zeit, in der die nächsten gut 100 Seiten heruntergeladen werden, öffnet sich die Seite, deren Anfang man gerade gescannt hat,  auf dem Smartphone oder Tablet. Die anfängliche Verwirrung, den Zeilen- oder Satzanfang zu finden, an dem man weiterlesen möchte, klärt sich schnell auf, denn in geschweiften Klammern sind im Text selber die Seitenzahlen des Buches zu finden, so dass man sich leicht orientieren und hin- und herspringen kann, obwohl die erste Zeile oben auf der virtuellen Seite nicht die gleiche ist wie die im gedruckten Buch. Zusätzlich werden jeweils unten die aktuelle Seitenzahl und die noch verbleibenden Seiten angezeigt.

Als Android-Nutzer kann ich das Verhalten der App auf Apple-Geräten nicht beurteilen. Auf meinem Nexus 7 mit Android 6.0.1 funktioniert die App ohne Hakeln. Lediglich beim schnellen Durchblättern wird die nächste Seite mit einer leichten Verzögerung dargestellt, was aber beim Lesen nicht auffällt. Auf meinem Pixel 5 mit Android 8.0.0 sind diese Verzögerungen praktisch nicht vorhanden. Die Darstellung ist im Vergleich zu anderen Lese-Apps – wie etwa der Kindle oder der von mir favorisierten Google-Play-Books – minimalistisch. Denn die Einstellungen ermöglichen es lediglich die Schriftgröße zu variieren. Der Zeilenabstand oder die Farbe des Hintergrunds können ebenso wenig verändert werden wie die Helligkeit innerhalb der App.

Fazit: Wer den dicken Schmöker nicht mitnehmen, aber nicht aufs Weiterlesen verzichten will, der sollte die kostenlose App ausprobieren. Zumindest solange bis man sich zum gedruckten Buch für wenig Geld auch die digitale Version dazukaufen kann. Freilich: perfekt wäre es, wenn man entweder auf seinem E-Reader oder in einer ohnehin schon vorhandenen App weiterlesen könnte. Und wenn noch mehr Bücher auf dieser Weise greifbar wären.

Eine Seite aus “Das Genie” im gedruckten Buch und in der Papego-App auf dem Nexus 7. Foto: Petra Breunig

Das Lesezeichen, das auf die App hinweist. Foto: Petra Breunig

 

Anthony McCarten: Licht

Die Zukunft – sie ist hell. Jedenfalls wenn man sich vor Augen hält, welchen Eindruck das erste elektrische Licht auf die Zeitgenossen gemacht haben muss und wie aufregend es war, zuzusehen wie Glühstrümpfe in Gaslampen durch elektrische Birnen ersetzt und wie Leitungen verlegt wurden. Jedenfalls empfindet das der Banker J.P. Morgan so, als er sein New Yorker Haus elektrifizieren lässt. Fassungslos und verblüfft reagieren die Gäste, als sie zu Silvester das für die damalige Zeit hypermoderne Haus besichtigen dürfen. Möglich gemacht hat das der geniale, schwerhörige Erfinder Thomas Alva Edison, der aber im Gegensatz zu Morgan nicht geschäftstüchtig ist.

“Er steckte das Buch unter den Arm und griff unwillkürlich hinter sich, um seine berühmteste Erfindung auszuschalten. Im Zimmer kehrte das Dunkel der Jahrhunderte wieder ein.”

Anthony McCarten lässt die Zeit zwischen der ersten Elektrifizierung in New York 1878 und 1929 (zwei Jahre vor Edisons Tod)  in seinem Roman “Licht” lebendig werden, zusammen mit weiteren berühmten Namen wie Carnegie, Tesla und Vanderbilt. Dabei ist “Licht” keine Biografie, sollte es nach den Worten von Anthony McCarten auch nie sein, wie er in den Nachbemerkungen schreibt. Er versucht vielmehr, Edison gerecht zu werden, indem er dessen Art, sich zu erinnern durch Vor- und Rückblenden darstellt. Das macht es dem Leser nicht immer leicht, der Handlung zu folgen, zumal eine ganze Reihe an technischem Wissen ebenfalls vermittelt wird. Wer dran bleibt (und nicht allzu viel Zeit zwischen den Lesesitzungen verstreichen lässt), bekommt Einblick in eine Epoche, die die Welt für immer verändert hat.

Eine Anmerkung zum E-Book: Ich habe das Buch auf meinem Tolino gelesen, der beim erstmaligen Öffnen darauf hinwies, dass nicht alles korrekt dargestellt werden könne. Daher dachte ich,  die grauen Zahlen im Text seien eine Art Konvertierungsfehler – bis ich am Ende des Buches den Hinweis fand, dass die Seiten der Buchausgabe sind. Ob die manchmal verzögerte Reaktion des Tolinos auf irgendeine Weise damit zu tun hat, ist mir nicht klar.

 

Anthony McCarten: Licht, Diogenes, 24 Euro, E-Book: 20,99 Euro
Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom Diogenes-Verlag zur Verfügung gestellt.

Hannah Halblicht und der Klang der Lichter

Nur harmlose Dinge darf Hannah in Zukunft noch ollopafieren, also mit ihrer Zauberkamera Ollapa2 fotografieren. Das hat Hannah Halblicht nach ihrer Rückkehr aus Lumeria ihrer Mutter versprochen. Hätte sie zwar gar nicht müssen, denn die geheimnisvolle Kamera nimmt ohnehin nur harmlose Dinge auf, aber Hannah will ihre Mutter ja nicht verärgern. Schließlich hat sie Sehnsucht nach Lumeria, eine Art Zauberland, in dem sie zusammen mit ihren Freunden schon mal Wunschkuchen essen, bei dem jeder anders schmeckt, je nachdem ob man gerade Lust auf den Geschmack von Käsesahnetorte oder Schokokuchen hat. Hannah hat aber auch Sehnsucht nach ihren Freunden, dem weißen Husky Blacky und der schwarzen Katze White – sie und natürlich ihren Vater Noah, der im echten Leben tot ist, wird sie im neuen Abenteuer “Der Klang der Lichter” wiedersehen.

“In Lumeria leben keine echten Menshen, auch wenn sie fast so aussehen. Im Lumeria leben Lichter und Halblichter, Abbilder, die aber so täuschend echt wirken, dass Hannah das oft vergisst.”

Auch auf ihrem neuen Abenteuer begegnet Hannah allerlei fantastischen Gestalten, die allesamt wie eine Mischung aus Märchen und Science-Fiction daherkommen, egal ob es sich um einen himmelblauen Taschenelefanten oder ein Schutzengelmädchen handelt, die Hannah beide erfunden hat oder um Wesen, die vielleicht schon immer in Lumeria leben wie die Wunderwasserwaben, die die Uhrzeit zeigen, die für den jeweiligen Betrachter gerade wichtig ist, oder der Kraftsaftfruchtbaum mit seinen wunderbaren Früchten, die voller Kraft und Liebe stecken und die den zeigen, den man gerade am meisten vermisst.

Der Autor Stefan Reinmann zeigt im zweiten Abenteuer von Hannah Halblicht, dass es noch so einiges in Lumeria zu entdecken gibt und dass es Kindern mit neuen und vom ersten Teil her vertrauten Figuren sicher nicht langweilig werden wird. Obwohl beide Geschichten in sich abgeschlossen sind, lohnt es sich, Hannahs erstes Abenteuer zu lesen.

 

Stefan Reinmann: Hannah Halblicht und der Klang der Lichter, neobooks Self-Publishing. Den Link zu den entsprechenden Shops für alle gängigen Reader und Tablets gibt es auf hannahhalblicht.de.

Das Titelbild Screenshot: Petra Breunig

Das Titelbild Screenshot: Petra Breunig

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