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Schlagwort: Elefant

Bücher für den Sommer

Wenn der Jahresurlaub naht, überlegen sich auch Wenigleser, welche Bücher sie mit in den Urlaub nehmen wollen. Und auch wenn mittlerweile diverse Lese-Apps die von Werbemenschen gern zitierte Bibliothek in die Hosentasche befördern, so nehmen doch viele lieber das günstigere Buch mit an den Strand statt das teure Tablet. Wahlweise (und wegen der leichteren Lesbarkeit im hellen Sonnenlicht) gerne auch einen E-Reader wie den Tolino). Was also lesen? Vielleicht eines dieser Bücher:

Berührend
Ian McEwan: The Child in Time (deutsch: Ein Kind zur Zeit, Diogenes, 12 Euro): Stephen und Julie führen ein perfektes Leben bis die dreijährige Tochter Kate beim Einkaufen im Supermarkt plötzlich verschwindet. Der Alptraum aller Eltern und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für ihr weiteres Leben erzählt Ian McEwan mit viel Gefühl, aber ohne sentimentalen Kitsch. Mein ausführlicher Buchtipp steht hier.

Spannend
Robert Galbraith: The Cuckoo’s Calling (Der Ruf des Kuckucks, Blanvalet, 9,99 Euro): Der Privatdetektiv Cormoran Strike  beschäftigt sich mit dem tragischen Tod des berühmten Models Lula Landry, das von seinem Balkon im Londoner Mayfair in den Tod stürzt. Und damit, dass er sich eigentlich keine Sekretärin leisten kann. „Der Ruf des Kuckucks“ ist der erste Band einer vorerst dreiteiligen Krimireihe, auf die ich schon mal hingewiesen habe.

Rosa
Martin Suter: Elefant (Diogenes, 24 Euro): Ein kleiner rosa Elefant tritt plötzlich in das Leben des Obdachlosen Schoch – und der Leser muss herausfinden, ob das kleine Wesen echt ist oder nur eine Rauschfantasie. Mehr zum Buch steht hier.

Ein Klassiker:
Stefan Zweig: Die großen Erzählungen (dtv, 9,90): Wer den Schriftsteller Stefan Zweig schon immer mal entdecken wollte oder schon lange nicht mehr gelesen hat, sollte zu dieser Ausgabe greifen, die unter anderem auch  „Die Schachnovelle“ enthält und über die ich hier etwas ausführlicher geschrieben habe.

Martin Suter: Elefant

Ob ein rosaroter Elefant so etwa Ähnliches ist wie weiße Mäuse? Genauer: wenn man einen Mini-Elefanten sieht und nicht so genau weiß, ob das daran liegt, dass man zu viel oder zu wenig getrunken hat. So geht es dem Obdachlosen Schoch, als er aus seinem Schlafsack heraus blinzelnd etwas wahrnimmt, was er eher als Halluzination denn als etwas echtes einordnet. Als er am nächsten Morgen aufwacht, kann er sich nur vage erinnern, etwas seltsames gesehen zu haben.

Marin Suter beginnt seinen neuesten Roman „Elefant“ mit einem surrealen Element, denn es ist zunächst völlig unklar, ob Schoch tatsächlich einen Elefanten gesehen hat oder ob er das Ganze im Rausch fantasiert hat. Dass es den winzigen Elefanten tatsächlich gibt, dass er das Ergebnis wissenschaftlicher Experimente ist und ganz bewusst gezeugt (oder sollte man schreiben hergestellt?) wurde, erfährt der Leser allmählich in Vor- und Rückblenden und unterschiedlichen Handlungssträngen. Da gibt es den Genforscher Roux, der es geschafft hat, selbstleuchtende Meerschweinchen zu züchten, den Zirkus Pellegrini und dessen Elefantenpfleger Kaung und die Tierärztin Valerie.

„Zögernd und mit ausgestrecktem Rüssel näherte sich das Wesen. Es fasste das Blattfragment, ließ den keilförmigen Unterkiefer runterklappen und schob es in den Mund. Schoch hatte die Berührung der Rüsselspitze gespürt. Sie fühlte sich weich und samtig an.“

Wie die einzelnen Handlungen zusammenhängen, was die beteiligten Personen miteinander zu tun haben und was es mit dem rosaroten Elefanten auf sich hat, das erzählt Martin Suter souverän und ohne Effekthascherei in einer Sprache, die zwar einfach, aber keineswegs platt ist. Als meisterhafter Erzähler schafft es der in Zürich lebende Autor Spannung so aufzubauen, dass sie den Leser von Anfang an packt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Unbedingt lesenswert!

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Martin Suter: Elefant, Diogenes, 24 Euro.
(Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Diogenes-Verlag zur Verfügung gestellt)

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