Ausgemustert und abgeschoben, das sind die Agenten, die Slow Horses – und River Cartwright ist einer von ihnen. Statt im aktiven Dienst in Regent’s Park zu sein, wurde er mit den anderen abgeschoben in eine Dienststelle in der Nähe des Barbican, dem Londoner Kulturzentrum, das ungefähr so hässlich wie groß ist. River ist hier, weil er bei einer Übung nicht verhindern konnte, dass einer der größten Bahnhöfe Londons, King’s Cross, zum Erliegen kommt. Zusammen mit den anderen ausgemusterten Spionen versucht er nicht nur die immer gleiche Routine zu durchbrechen, sondern auch wieder zurückzukommen in den aktiven Dienst.

Mick Herron lässt mit “Slow Horses” den Spionagethriller wieder aufleben, den manche wenn nicht mit dem Ende des Kalten Krieges, so doch spätestens mit den Werken des großen John le Carré für beendet erklärt haben. Dabei beeindruckt der Roman nicht so sehr durch turbulente Szenen, sondern durch eine durchdachte Handlung, die den Charakteren Zeit gibt, sich zu entwickeln.  London-Liebhaber werden als Extra-Bonus bekannte Straßen und Plätze vorfinden. Die wunderbare Arbeit von Stefanie Schäfer lässt einen fast vergessen, dass man eine Übersetzung liest.

 

Mick Herron: Slow Horses, Diogenes, 24 Euro.
Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.