diebedra.de

Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Schlagwort: Robert Galbraith

Bücher für den Sommer

Wenn der Jahresurlaub naht, überlegen sich auch Wenigleser, welche Bücher sie mit in den Urlaub nehmen wollen. Und auch wenn mittlerweile diverse Lese-Apps die von Werbemenschen gern zitierte Bibliothek in die Hosentasche befördern, so nehmen doch viele lieber das günstigere Buch mit an den Strand statt das teure Tablet. Wahlweise (und wegen der leichteren Lesbarkeit im hellen Sonnenlicht) gerne auch einen E-Reader wie den Tolino). Was also lesen? Vielleicht eines dieser Bücher:

Berührend
Ian McEwan: The Child in Time (deutsch: Ein Kind zur Zeit, Diogenes, 12 Euro): Stephen und Julie führen ein perfektes Leben bis die dreijährige Tochter Kate beim Einkaufen im Supermarkt plötzlich verschwindet. Der Alptraum aller Eltern und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für ihr weiteres Leben erzählt Ian McEwan mit viel Gefühl, aber ohne sentimentalen Kitsch. Mein ausführlicher Buchtipp steht hier.

Spannend
Robert Galbraith: The Cuckoo’s Calling (Der Ruf des Kuckucks, Blanvalet, 9,99 Euro): Der Privatdetektiv Cormoran Strike  beschäftigt sich mit dem tragischen Tod des berühmten Models Lula Landry, das von seinem Balkon im Londoner Mayfair in den Tod stürzt. Und damit, dass er sich eigentlich keine Sekretärin leisten kann. “Der Ruf des Kuckucks” ist der erste Band einer vorerst dreiteiligen Krimireihe, auf die ich schon mal hingewiesen habe.

Rosa
Martin Suter: Elefant (Diogenes, 24 Euro): Ein kleiner rosa Elefant tritt plötzlich in das Leben des Obdachlosen Schoch – und der Leser muss herausfinden, ob das kleine Wesen echt ist oder nur eine Rauschfantasie. Mehr zum Buch steht hier.

Ein Klassiker:
Stefan Zweig: Die großen Erzählungen (dtv, 9,90): Wer den Schriftsteller Stefan Zweig schon immer mal entdecken wollte oder schon lange nicht mehr gelesen hat, sollte zu dieser Ausgabe greifen, die unter anderem auch  “Die Schachnovelle” enthält und über die ich hier etwas ausführlicher geschrieben habe.

Bücher meines Jahres 2016

Es ist wieder Zeit, Bilanz zu ziehen  und zu schauen, welche Bücher ich in diesem Jahr gelesen habe. Meine ganz persönliche Statistik zeigt, dass ich 2016 fünf Bücher mehr gelesen habe als im Vorjahr, was vielleicht daran liegt, dass ich die vergleichsweise kurzen Stücke von William Shakespeare gelesen habe. Erstmals habe ich auch mehr Bücher auf Englisch als auf Deutsch gelesen – auch daran ist der große englische Dramatiker schuld und ein neuer Detektiv, den ich für mich entdeckt habe.

Meine Bilanz:
Gesamt: 39 Bücher
Englisch: 21
Deutsch: 18
E-Books: 4 – neben dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Kindle und meinem treuen N7 habe ich mittlerweile auch einen Tolino

Klare Leseempfehlungen gebe ich für diese Bücher. Aber Obacht: Bei meiner Auswahl habe ich weder Wert auf neue Bücher noch auf sogenannte wertvolle Lektüre wert gelegt:

Alte Freunde:
Henning Mankell: “Treibsand – Was es heißt, ein Mensch zu sein” und “Die schwedischen Gummistiefel” (beide bei Zsolnay erschienen) sind keine leichte Unterhaltung. In beiden geht es um das Altern, das Älterwerden und den Verlust von Freunden, aber auch von Fähigkeiten, die mit dem Verfall des Körpers einhergehen. Beide Bücher sind Mankells Vermächtnis und weder tieftraurig noch anklagend. Wer Mankell mag, muss sie lesen.

Ian McEwan: “Nussschale” (“Nutshell”). In seinem jüngsten Roman lässt der englische Schriftsteller ein ungeborenes Baby das Geschehen außerhalb des Mutterleibs kommentieren. Und das ist schockierend, witzig und niemals langweilig. Die wunderbare deutsche Übersetzung ist im Diogenes-Verlag erschienen.

Entdeckungen:
Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit (Diogenes)  ist für mich meine persönliche Entdeckung des Jahres 2016. Die Geschichte um drei Geschwister, die behütet aufwachsen und nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern mit einer völlig anderen Situation zurechtkommen müssen. Wells erzählt eigentlich eine alltägliche Geschichte.  Aber er tut das ganz wunderbar.

Robert Galbraith: “Der Ruf des Kuckucks” (“The Cuckoo’s Calling”), “Der Seidenspinner” (The Silkworm), “Die Ernte des Bösen” (“Career of Evil”). Die drei Romane um den Privatdetektiv Cormoran Strike haben das, was man von guten Krimis erwartet: Spannung, Humor und Figuren, die eine Vergangenheit haben und sich im Verlauf der Geschichte entwickeln. Und Londonfans können die Wege auf der Stadtplan verfolgen. Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen. Die deutschen Ausgaben sind bei Blanvalet erschienen. Die BBC verfilmt die Bücher gerade mit Tom Burke als Cormoran Strike.

William Shakespeare:
Wahre historische Hintergründe, Mord, Intrigen, Liebe, Hass und Humor – wer das gerne liest, sollte William Shakespeare eine Chance geben. Ich habe in diesem Jahr die drei Teile von “Henry VI” und “Richard III” gelesen. Wer öfter hier reinschaut oder mir auf Twitter folgt, weiß, dass mein Lieblingsschauspieler Benedict Cumberbatch als “Richard III” seine bisher beste schauspielerische Leistung abgeliefert hat. Die Dramen sind in einer zweisprachigen Ausgabe bei Ars Vivendi und dtv erschienen. Die BBC-Verfilmungen sind als DVDs erhältlich, allerdings ist Richard III (als Teil der Hollow-Crown-Serie) nur auf Englisch mit englischen Untertiteln erhältlich.

 

Bücher für Weihnachten

Ach je. Bücher für Weihnachten, also Bücher als Weihnachtsgeschenke. Ich sehe schon, wie die ersten mit den Augen rollen und denken: “Auch das noch.” Denn beim Lesen all dieser Bücherlisten – so finde ich jedenfalls – kommt man sich immer dumm und ungebildet vor, weil man von den meisten der vorgeschlagenen Bücher weder etwas gehört hat noch den Autor kennt (das gilt auch für Autorinnen, ich weigere mich aber jegliche Form der Genderisierung zu schreiben). Also, welche Bücher sollte man denn nun verschenken? Nur die, die einen selbst gefallen haben. Das ist mein Prinzip, nach dem ich im Gedanken durchgehe, wer sich über welche Lektüre am meisten freuen würde.

Für Krimifans:
Robert Galbraith: “Der Ruf des Kuckucks” (Blanvalet Verlag, 9,99 Euro) ist der erste von drei Bänden, in denen der Privatdetektiv Cormoran Strike Fälle löst, versucht, sein Leben auf die Reihe zu kriegen und dabei durch die Straßen Londons humpelt. Strike wurde im Afghanistan-Krieg (wer mag, kann darin einen Hinweis auf Arthur Conan Doyles John Watson lesen) so schwer verwundet, dass er seither auf eine Unterschenkelprothese angewiesen ist, um einigermaßen gehen zu können. Robert Galbraith – das Pseudonym von Joanne K. Rowling – schreibt so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte und erinnert im Stil an traditionelle Krimis, die ohne große Action auskommen und stattdessen mehr auf Taktik und Überlegung setzen.

Für Traditionalisten:
Siegfried Lenz: “Schweigeminute” (dtv , 7,90 Euro). Wer den Film, der kürzlich im ZDF lief, gesehen hat, sollte unbedingt die Novelle lesen. Denn in diesem Alterswerk des Autors wird so viel mehr erzählt und verdeutlicht, wie es in einem Film nie möglich ist. Denn vieles, was der Schüler Christian, der mit seiner Englischlehrerin Stella ein Liebesverhältnis hat, spielt sich gedanklich nur im Kopf des Jugendlichen und Ich-Erzählers ab. Ausgangspunkt ist die titelgebende Schweigeminute, bei der Beerdigung Stellas, die bei einem Schiffsunfall so schwer verletzt wird, dass sie an den Verletzungen stirbt.

Für Liebhaber englischer Literatur:
Ian McEwan: “Nussschale” (Diogenes, 22 Euro) ist das jüngste Werk des britischen Autors, der seine Geschichte dieses Mal aus der Sicht eines ungeborenen Kindes erzählt.

Für Entdecker:
James Rhodes: “Der Klang der Wut” (Nagel & Klimche, 22,90 Euro) ist, wie es James selbst sagen würde, ein Buch über Musik. Aber es ist auch die schreckliche Geschichte eines kleinen Jungen, eben James Rhodes, der fünf Jahre lang vergewaltigt wurde und der nur überlebte, weil er klassische Musik hört. Wer mag, sollte das Buch im Original lesen (“Instrumental”, Canongate, ca. 10 Euro), nicht um mit seinen Englisch-Kenntnissen anzugeben, sondern weil James’ Stil im Deutschen nur schwer erkennbar ist.  Heute ist James Rhodes ein erfolgreicher Pianist, dessen Konzerte genauso ungewöhnlich sind, wie sein Tweets.

Für Liebhaber von Briefen:
Petra Müller, Rainer Wieland (Hg): “Schreiben Sie mir oder ich sterbe” (Random House, 3 CDs, ca. 20 Euro): Hörbücher sind nicht jedermanns Sache. Man muss sich reinhören und konzentrieren, damit man nicht den Faden der Geschichte verliert. Praktisch sind aber kleinere Stücke, die man zwischendurch hören kann, wie diese Sammlung von Liebesbriefen berühmter Menschen.

© 2017 diebedra.de

Theme von Anders NorénHoch ↑

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Du hier bleibst, gehe ich davon aus, dass Du damit einverstanden bist. This site uses cookies. By continuing browsing, you are agreeing to use of cookies. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen