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Kate Connolly: Exit Brexit

Körperliche Schocksymptome – das ist es, woran sich Kate Connolly noch gut erinnern kann, als sie am Morgen nach dem Referendum in ihrer Berliner Wohnung aufwacht. Die Britin lebt schon seit Jahren in Deutschland und ist Korrespondentin des “Guardian”. Was nicht zuletzt viele Deutsche – mich eingeschlossen – für vollkommen unmöglich gehalten hatten, war Realität: eine Mehrheit der Briten hatte am 23. Juni 2016 dafür gestimmt, die Europäische Union zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt war es allerdings noch vollkommen unklar, welche Auswirkungen es für Einzelne haben würde, vor allem für die, die sich im jeweils anderen Land eine Existenz aufgebaut haben und dort zum Teil seit Jahrzehnten leben. Waren sie tatsächliche Bürger eines “Niemandslandes” wie die britische Premierministerin Theresa May einige Monate später Menschen bezeichnete, die sich als Weltbürger empfinden und sich nicht auf eine Identität oder sogar Staatsangehörigkeit festlegen wollen?

“Die Verbundenheit mit Deutschland, die ich heute empfinde, hat im Kern mit der Beherrschung der Sprache zu tun.”

Etliche Menschen wie Kate Connolly, Briten also, die in Deutschland leben, fanden darauf ihre eigene Antwort: Sie beantragten angesichts der Unsicherheit, die der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union für ihr Leben haben könnte, die deutsche Staatsbürgerschaft, den “außer etwas Zeit und einer überschaubaren Menge Geld” gebe es nichts zu verlieren, wie Kate Connolly in ihrem lesenswerten Buch “Exit Brexit” schreibt. Für ihr deutsches Umfeld ist ihre neue Staatsangehörigkeit bald ein nebensächliches Detail. Typisch deutsch eben, so wie das klaglose Ausfüllen von Formularen, das frühe Aufstehen und die Pünktlichkeit.

Kate Connolly wird also Deutsche oder wie sie schreibt “Deutsch-Britin”, was nicht nur “jung und frisch” klingt, sondern auch signalisiert, dass es etwas mit dem Brexit zu tun hat und “es mir vielleicht in gewissem Umfang erlauben (würde), mit meiner schlechten deutschen Grammatik durchzukommen”.

“Wir stehen mehr auf Sherlock als auf Tatort.”

Neben den politischen Irrungen und Wirrungen, die das Brexit-Chaos in den vergangenen beiden Jahren für sie persönlich und für ihr Heimatland mit sich gebracht haben und immer noch bringen, beschreibt die Journalistin die wunderbaren Details, die Einblick in einen deutsch-britischen Haushalt geben und die Kate Connolly als typisch für bilinguale Familien empfindet und ihr nicht nachlassendes Staunen über typisch deutsche Verhaltensweisen. Etwa, dass Deutsche anders aufs Rad steigen (also zuerst mit dem linken Fuß auf das Pedal und mit dem rechten abstoßend Schwung holen), Müll trennen und nicht unbedingt Tee mit einem Schuss Milch trinken. “Wir stehen mehr auf Sherlock als auf Tatort”, bekennt sie und fragt sich, was es denn heißt, dass sie ihr Buch auf Englisch geschrieben hat und es dann ins Deutsche übersetzt wurde.

“Exit Brexit” ist ein wunderbares und souverän von Kirsten Riesselmann übersetztes Buch über den Weg zum deutschen Pass, das gleichzeitig einen Blick von außen auf das Deutschsein wirft. Der deutsche Leser schmunzelt, nickt – greift zum Breakfast Tea mit Milch und merkt sich “Sherlock” wiedereinmal für den Sonntagabend vor.

Kate Connolly: Exit Brexit – Wie ich Deutsche wurde, Hanser, 19 Euro; E-Book 14,99 Euro.
Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Bücher meines Jahres 2019

Bilanz zu ziehen am Ende eines Jahres gehört irgendwie dazu – für mich ist es die Bilanz über die Bücher, die ich im zu Ende gehenden Jahr 2019 gelesen habe. Im Vergleich zu 2018 habe ich tatsächlich ganze zehn Bücher mehr gelesen. Liegt es daran, dass ich mehr Bücher auf Deutsch gelesen habe oder schlicht daran, dass die Bücher nicht zu dick waren?

Meine Bilanz:
Gesamt: 46
Deutsch: 27
Englisch: 19
E-Books: 7 (auf dem Tolino gelesen)
Hörbücher: 2

Woran ich mich gerne erinnere
Kate Connolly: Exit Brexit – inmitten all der Irrungen und Wirrungen, in denen ich mehr über die britische Demokratie und deren parlamentarische Gewohnheiten (inklusive Mr Speaker John Bercow)  gelernt habe, als mir mitunter lieb war, bleibt das wunderbare Buch der deutschen Korrespondentin des Guardian ein liebenswerter Einblick in einen deutsch-britischen Haushalt. Und das Versprechen, dass die beiden Länder mehr verbindet als trennt.
Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft: Zugegeben, die Erinnerung von Hape Kerkeling habe ich erst gelesen, nachdem ich den wunderbaren gleichnamigen Film gesehen habe. Geliebt habe ich beides. Denn man lacht, man weint, man schüttelt den Kopf, nickt wissend und fühlt sich bestens unterhalten.
Tom Mole: The Secret Life of Books – weil man es mehrmals lesen muss, um die vielen interessanten Fakten über Bücher und weshalb sie uns begleiten, zu behalten.
Astrid Ruppert: Leuchtende Tage: Ein Roman über Frauen der Familie Winter, der ein vielversprechender Auftakt einer Trilogie ist, mit der man gerne Nachmittage verlesen will.
Claire Lombardo: Der größte Spaß, den wir je hatten ist das beste Beispiel für ein Buch, das ich ohne den entsprechenden Buchtipp nie gelesen hätte.

Neue und alte Begleiter
Die Autoren Donna Leon, Ian McEwan und Lukas Hartmann, ihre Werke und Figuren begleiten mich seit Jahren. Relativ neue Bekannte sind André Aciman und Robert Galbraith.

Ian McEwan: Die Kakerlake

“Als Jim Sams, klug, doch beileibe nicht tiefgründig, an diesen Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt.” 

Ein Anfang, der in der wunderbaren deutschen Übersetzung von Bernhard Robben noch mehr ans Franz Kafkas “Die Verwandlung” erinnert und der den Leser mitnimmt auf eine Entdeckungsreise in die Hinterzimmer der britischen Regierung. Doch Ian McEwan hat in “Die Kakerlake” den Premierminister ihrer Majestät in ein riesiges Insekt verwandelt oder die Kakerlake in die Hülle des Premiers gesteckt – und mit ihm sein ganzes Kabinett. Gemeinsam wollen sie das Vereinigte Königreich verändern, es von der “schmählichen Knechtschaft” befreien und den Reversalismus durchsetzen. Der Weg des Geldes wird umgekehrt, Arbeiter  und Angestellte bezahlen ihre Arbeitgeber dafür, dass sie arbeiten dürfen und Großbritannien wird andere Länder für ihre Exporte bezahlen.
Das klingt absurd und witzig – ganz genauso wie der Brexit und die damit verbundenen Sonderlichkeiten, von denen man nicht glaubt, dass es noch eine Steigerung gibt. Bis zur nächsten Meldung.

“In einer solchen Zeit fragt sich ein Schriftsteller, was er machen kann. Darauf gibt es nur eine Antwort: schreiben.” Ian McEwan

“Die Kakerlake” ist eine bitterböse Satire über den Brexit und die damit zusammenhängende Politik und ihre Politiker, die in das Mutterland der Demokratie Chaos gebracht haben, in dem die “Order”-Rufe des ehemaligen Speaker des Unterhauses, John Bercow, nichts ausrichten konnten (Ob daran  die zum Zeitpunkt dieses Blogeintrags noch ausstehenden erneuten Wahlen im Dezember etwas ändern können, bleibt abzuwarten). Wer Ian McEwans bisherigen Werke kennt, weiß, dass er beispielsweise schon in “Ein Kind zur Zeit” Elemente aus dem Bereich der Science-Fiction verarbeitet hat – und dass er das auf eine so wunderbare Art und Weise macht, wie es nur ein großartiger Schriftsteller kann.

Ian McEwan: Die Kakerlake. Diogenes,19 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Find the English blog entry for “The Cockroach” here  and more on Ian McEwan here.

Ian McEwan: The Cockroach

“That morning, Jim Sams, clever but by no means profound, woke from uneasy dreams to find himself transformed into a gigantic creature.”

There is no doubt that this very first sentence of “The Cockroach” is a nod to Franz Kafka’s “Metamorphosis” with its Gregor Samsa being transformed into a huge bug. But it wouldn’t be Ian McEwan if there weren’t more to discover in this novella that hit the shop shelves by surprise (such a surprise that Swiss publishing house Diogenes couldn’t manage to list it on their  website at first but will publish the German version November 27th).

“As the nation tears itself apart, (…) a writer is bound to ask what he or she can do. There’s only one answer: write,” Ian McEwan says on his website. And so he unfolds the story of Jim Sams who finds himself being transformed into the British Prime Minister who wants to carry out the will of the people whatever it takes. But unlike Gregor Samsa, Jim Sams is an insect, a cockroach, which somehow has become a human being. As it turns out Jim Sams isn’t alone to deliver “Reversalism” where the flow of money is reversed: workers pay their employees for being allowed to work but get money for shopping and Britain will pay other countries for their exports.

“There’ll be some bumps in the road ahead and we have to take the people with us.”

It is obvious that “The Cockroach” is a short but sharp and funny satire on Brexit and all the political chaos that it dragged along not only to the UK. You can’t help but smile, laugh and shake your head in a mixture of embarrassment, amusement and frustration while reading the small book happily discovering recent political developments, reactions and even quotes. With his second work this year, Ian McEwan proofs again that he is not only one of the finest writer the UK has to offer but also a political one that can’t help himself but make his voice heard.

Ian  McEwan: The Cockroach, Vintage, 7,99£

You can find more about Ian McEwans’s book here.

Bücher für den Sommer

Es soll ja Leute geben, die nur im Urlaub Bücher lesen. Für die, aber auch für alle, die auf der Suche nach neuer Lektüre sind, hier ein paar Tipps für den Sommer, aber natürlich auch für jede andere Jahreszeit.

Lukas Hartmann: Der Sänger:
Historische Romane sind die Stärke des Schweizer Schriftstellers Lukas Hartmann, dessen Werke immer mit einer scheinbaren Leichtigkeit geschrieben, aber akribisch recherchiert sind. So wie in seinem jüngsten Roman “Der Sänger“. Erzählt wird die Geschichte von Joseph Schmidt, den seine Flucht vor den Nazis in die Schweiz führt, wo er nach schwerer Krankheit stirbt. (Diogenes, 22 Euro)

Ian McEwan: Maschinen wie ich:
Liebe, künstliche Intelligenz und die Frage, was eigentlich einen Menschen ausmacht – das sind die Themen in “Maschinen wie ich” des britischen Schriftstellers Ian McEwan. Spätestens wenn der brillante Mathematiker und Knacker des Enigma-Codes Alan Turing auftaucht, ist klar, dass Ian McEwan auch Science-Fiction-Elemente eingebaut hat, die den Roman umso interessanter machen. (Diogenes, 25 Euro)

Kate Connolly: Exit Brexit – Wie ich Deutsche wurde:
Auch wer das Wort “Brexit”nicht mehr hören kann und mit britischem Understatement nur die Augen verdreht, sollte sich “Exit Brexit” der Guardian-Korrespondentin Kate Connolly nicht entgehen lassen. Denn es gewährt einen wunderbaren Einblick in das Leben eines zweisprachigen Haushalts, das Staunen über typisch deutsche Verhaltensweisen und erklärt, weshalb es für viele Briten hierzulande nur folgerichtig war, auf den Brexit mit dem Antrag auf die deutsche Staatsangehörigkeit zu antworten. (Hanser, 19 Euro)

Matt Haig: Mach mal halblang: 
Das Internet ist wunderbar, denn man kann mit Freunden weltweit in Kontakt bleiben, Filme schauen und diesen Blog lesen. Aber es setzt die Menschen immer mehr unter Druck, weil man glaubt, ständig online sein zu müssen. Dass man sich öfter bewusst machen sollte, wie viel Zeit man online verbringt und dass es  oft besser ist, einfach mal nur die Umgebung zu genießen, dafür plädiert Matt Haig in “Mach mal halblang” – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. (dtv, 14,90 Euro)

Robert Galbraith: Cormoran-Strike-Romane:
Noch ein Privatdetektiv, der in den Straßen Londons unterwegs ist – aber was für einer. Cormoran Strike hat in Afghanistan einen Unterschenkel verloren und versucht sich nach seinem Ausscheiden aus der britischen Armee mehr schlecht als recht als Privatdetektiv über Wasser zu halten. Als ihm die Arbeitsvermittlung eine Sekretärin schickt, weiß er, dass er sich deren Gehalt auf keinen Fall leisten kann. J.K. Rowling hat unter dem Pseudonym Robert Galbraith bis jetzt vier Cormoran-Strike-Romane geschrieben, die ersten drei sind mittlerweile mit Tom Burke in der Titelrolle  von der BBC verfilmt und hierzulande unter anderem auf Sky, Google Play Film oder Amazon Prime zu sehen. Wer dieses Genre mag und Strike kennen lernen will, sollte mit dem ersten Band “Der Ruf des Kuckucks” anfangen. (alle Bände bei Randomhouse, ab 9,99 Euro)

Bücher meines Jahres 2017

Am Anfang eines neues Jahres ist es Brauch zurückzublicken – auch auf die Liste gelesener Bücher.
Meine Bilanz sagt mir, dass ich im Vergleich zum Vorjahr  ein Buch weniger gelesen habe. Ich tröste mich damit, dass ich 2017 ein paar dicke Wälzer gelesen habe. Und außerdem warten, während ich diese Zeilen schreibe, drei Bücher darauf, dass ich sie aufschlage und weiterlese. (Was die immerwährende Frage aufwirft, was die Figuren in den Romanen so treiben, wenn das Buch nicht gelesen wird.)

Meine Bilanz:
Gesamt: 38
Englisch: 14
Deutsch: 24
E-Bücher: 4 (nur eines auf dem Kindle gelesen, nur eines auf Englisch)

Am besten gefallen haben mir diese Bücher – wie immer rein persönlich und ohne Anspruch darauf, die Welt der Feuilletonisten zu erschüttern (naja, vielleicht ein kleines bisschen).

Meine Entdeckung:
Matt Haig: sein Kinderbuch “Das Mädchen, das Weihnachten rettete” ist eine wunderbare Weihnachtsgeschichte. Das Buch selbst ist liebevoll ausgestattet und ein echter Hingucker.
“How To Stop Time” ist ein Tipp für alle, die etwas für Mystery, Zeitreisen und eine Liebesgeschichte übrig haben. Wer das Buch nicht auf Englisch lesen kann oder mag, kann sich vormerken, dass im Frühjahr die deutsche Übersetzung unter dem Titel “Wie man die Zeit anhält” im dtv  erscheinen wird.
In “Reasons to stay alive”(Deutsch: “Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben”, dtv) beschreibt Matt Haig erschütternd offen und berührend wie es ist, mit einer Depression zu leben und zu überleben. (Es hat mich an Uwe Hauck: “Depression abzugeben” erinnert)
“Ich und die Menschen” ist die witzige und entwaffnende Geschichte eines Außerirdischen, der im Körper eines Mathematikprofessors die Menschen beobachtet – und eines dieser Bücher, das man am liebsten auf einmal lesen möchte.

Alte Freunde:
Ian McEwan: The Child in Time habe ich noch einmal gelesen, um mich auf die BBC-Verfilmung mit Benedict Cumberbatch vorzubereiten. Und die Geschichte um das Verschwinden eines kleinen Mädchens ist auch beim zweiten Mal berührend.
Donna Leon: Stille Wasser:  Das alljährliche Treffen mit dem venezianischen Commissario Guido Brunetti war auch 2017 liebenswert und beste Unterhaltung. Wer noch nie einen Krimi dieser Reihe gelesen hat, sollte am besten mit dem ersten Band “Venezianisches Finale” einsteigen.
Sherlock  – The Essential Arthur Conan Doyle Adventures – zusammengestellt von den Sherlock-Erfindern Mark Gatiss und Steven Moffat ist nicht nur für Fans der britischen Fernsehserie interessant. Wer noch nie eine Originalgeschichten gelesen hat, aber wissen will, was hinter der Serie steckt, findet dank der Vorworte einen guten Einstieg.

Für London-Fans:
Peter Ackroyd: London – The Concise Biography (deutsch: “London – Die Biographie”, erschienen im Albert-Knaus-Verlag) ist eine historische Fundgrube, die so gut wie alles behandelt, was in dieser faszinierenden Stadt passiert ist.
Anette Dittert: London Calling: Eine Liebeserklärung an die britische Hauptstadt, die hoffentlich auch nach dem Brexit gleichermaßen faszinierend, verrückt und liebenswert bleibt.
Und wer einen Reiseführer sucht, der sollte zum “MM-City London” gut greifen. Mein Blogbeitrag enthält auch einen Partnerlink zur Bestellseite des Verlags, die auch hier zu finden ist.

 

Annette Dittert: London Calling

Ach, London! Diese wunderbare, laute, dreckige und wunderschöne Stadt, die sich seit 2000 Jahren immer wieder neu erfindet – und die für viele die  Stadt überhaupt ist. Sie hat es Anne Dittert angetan. So sehr, dass die ARD-Korrespondentin beschlossen hat, sich dort niederzulassen, genauer gesagt auf einem dieser bunten Hausboote, die Little Venice seinen ganz eigenen Charme verleihen und die mindestens so exzentrisch sind wie man sich Einheimische vorstellt.

“London ist ein Zuhause geworden. Eine Stadt, in der ich seit fast zehn Jahren lebe. Länger bin ich noch nie an einem Ort gewesen.”

In ihrem Buch “London Calling. Als Deutsche auf der Brexit-Insel” zeigt Annette Dittert ihrem  Leser, weshalb sie sich in die britische Hauptstadt verliebt hat. Das liegt nicht nur an der Kulisse, die jeder aus dem Fernsehen oder aus dem Urlaub kennt. Es sind die Menschen und ihre unaufgeregte Art mit einem leckenden Hausboot genauso pragmatisch umzugehen wie mit einem überraschend einsetzenden Regen oder dem berühmten Nebel. Einige von ihnen stellt Annette Dittert mit der nötigen Distanz, aber auch mit der  Liebenswürdigkeit vor, die einem in London in der Tube genauso begegnen kann wie an der Theke des Schnellrestaurants, an der man seinen Kaffee in Empfang nimmt. Die Entschuldigungen, die die Wahl-Londonerin ob des Brexit-Referendums im Zug entgegenschlagen, sind genauso typisch wie der Blumenstrauß, den sie nach ihrer Rückkehr auf ihrem Hausboot vorfindet. Selbstverständlich gibt sich keiner der Nachbarn als Urheber zu erkennen.

Neben den Menschen ist es natürlich auch die Stadt selber, die in den Beschreibungen ihren Charme entfaltet – und so ganz nebenbei die ein oder andere Besichtigungstour abseits der üblichen Touristenpfade bereithält. Und so ist das Buch eine Liebeserklärung an London, die Fans der Hauptstadt nachvollziehen können.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

Annette Dittert: London Calling. Als Deutsche auf der Brexit-Insel. Hoffmann und Campe, 20 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

David Lagercrantz: Fall of Man in Wilmslow 

It is a novel. A fiction, not a documentary about the life of Alan Turing. This is important because people tend to take every word for granted, weighing it carefully, comparing it to proved facts about the man who helped to break Nazi Germany’s Enigma code.

David Lagercrantz takes those facts and some more (Alan’s homosexuality, his somehow awkward behaviour, his genius) and unfolds his story from the very last day of Alan’s life and the moment his corpse is discovered by a local policeman. This man, Detective Constable Leonard Corell, takes a very special interest in this case that seems to be nothing more than suicide. Step by step he dives deeper into the life and thinking of Alan Turing – a journey which doesn’t leave his own life untouched.

“(I)f indeed anyone was an unbreakable code then it was Alan himself.”

“The Fall of the Man in Wilmslow” is a thrilling story that hooks you from the very first page. If (and this is an if I only can claim for myself) you already know something about Alan Turing’s life and impact. Then you find hints you have read elsewhere, imagine pictures, films or documentaries you have seen or listen to and you will be able to find your pace between fact and fiction this novel is constantly mixing up. If you haven’t stumbled upon Alan Turing at all, you probably will be lost in between the complexity of the story that hops from the past to the present and back again, changes perspectives and comes  up with names and places you might find confusing because you have never heard of them. If you still want to find out more about Alan Turing, start with a biography (or click on the link given below).

FallOfMan

David Lagercrantz: Fall of the Man in Wilmslow. The death and life of Alan Turing. A Novel, MacLehose Press, about 9£.

You find more about Alan Turing here on my blog.

How are you typing? With my left foot

Benedict: Hello reddit. My film The Fifth Estate opens 10/18.

A:  What is your favorite childhood memory?  If you were stranded on a desert island with the basic essentials, what additional 3 things would you want to have and why?
Benedict:  Hello! My favorite childhood memory is the blue sky above my parents flat.
If I were on a desert island I would love to have a scuba diving kit. My family. And my partner of the moment – whomever I wanted to spend the rest of my life with.
If it’s not people that am allowed. Additional equipment would be a kindle with a never ending memory of books. And a survival handbook.

A: Mr Cumberbatch, you so rarely get to do comedy these days, and you were hilarious in Starter for 10! It seems from interviews and such that you and Simon Pegg got on well while filming Star Trek. As Mr Pegg has a tendency to cast his friends in his work, is there any chance we might one day get to see you in a future Pegg comedy film?
Benedict: That is a question for Simon, obviously. I love my comedy and when the right project comes up I won’t shy away from it. There’s a lot of humor in what I do, specifically Sherlock, but it would be great to play a “normal guy” in a “normal comedy”.

A: Benedict, You must get asked many of the same questions over and over, but I’d like to know — what’s a question you WISH someone would ask? Something that matters to you about which you’d love to speak candidly? (And of course, what’s the answer to that question?) Also, thank you for sharing your immense talent and for doing this AMA. You are both well-respected and well-loved, and it’s deserved from what I can tell.
Benedict: Well thank you very much, first of all. I often feel in interviews people should ask about the culture and people that I engage with as an audience rather than the same bio or personal life details. Rough with the very, very smooth, these are high class problems. The best interviews evolve like conversation. They’re not lead by journalists that are seeking to thrill their editor with predictable copy and questions that are basically answers. Sadly, that’s the norm. But there are exceptions which sometimes make it worthwhile.

A: Mr. Cumberbatch, If you make an appearance on Sesame Street, which Muppet would you like to share a scene with? Thank you
Benedict: Animal.
Comment: But Animal isn’t a member of the Sesame Street cast!!
Benedict: Forgive me. Oscar the grouch.

A: Hi Benedict, I’m a big fan – thanks for doing this AMA. I really enjoyed your portrayal of Khan in Star Trek Into Darkness. My question is that you’ve often portrayed some very famous literary characters, ie Sherlock Holmes, Victor Frankenstein, Smaug The Dragon, but if you could choose to be any other literary character in an upcoming role who would it be and why?
Benedict: Patrick Melrose in Edward St. Aubyn.

A: What are you currently reading for leisure, and what is your favorite novel of all time?
Also, if you could play any stage role, be it opera, musicals, or plays, who would it be?
Thanks so much for doing an AMA, and I’m so excited for Smaug’s appearance in a few months!
Benedict: See answer to fictional character I’d like to play. I have short term ambitions.

A: There are millions of reasons as to why I watch Sherlock and your perfect comedic timing is most definitely one of them!
Benedict: Thank you. I learned from the master, Martin Freematn.

A: Do you, Matt Smith, and Tom Hiddleton have cheek bone polishing parties?
Benedict: We like nothing better than buffing our Zygoma. And imagining a horny time traveling long overcoat purple scarf wearing super sleuth nordic legend fuck fantasy. Get to work on that, internet.
Comment: http://i.imgur.com/EVqYopB.jpg I realise this will disappoint a lot of you sorry :c
Benedict: Phenomenal. Why does Matt have the hammer? Sure it’s the wrong household tool? Shouldn’t it be a sonic toothbrush with a screwdriver on the end of it? And what’s Simon Pegg doing staring at my abundant locks? And where’s his right hand?

A: Is fame different from how you imagined it would be?
Benedict: You can’t imagine fame. You can only ever see it from an outsider and comment on it with the rueful wisdom of a non participant. When it happens to you, it doesn’t matter what age or how, it is a very steep learning curve. The important thing to realize in all of it is that life is short, to protect the ones you love, and not expose yourself to too much abuse or narcissistic reflection gazing and move on. If fame affords me the type of ability to do the kind of work I’m being offered, who am I to complain about the downsides. It’s all relative. And this are obviously very high class problems. The way privacy becomes an every shrinking island is inevitable but also manageable and it doesn’t necessary have to get that way…

A: Quick. What’s in your pocket right now
Benedict: Hand.
A: How are you typing?
Benedict: With my left foot.

A: If I make a brand of pants called “CumberBritches” will you endorse them?
Benedict: Only if you get me a billboard slot in Times Square.

A: Benedict, do you bother with Halloween? If so, what will you be this year? If not… Disregard
Benedict: The invisible man. Oh, how I love to disappear.

A: Hi Ben, what are a few of your favorite comfort movies that are nostalgic to you and you never tire of?
Benedict: Ghostbusters. Loads of John Hughes classics. Annie Hall. annnnnd 2001 Space Odyssey!!

A: Julian Assange’s open letter to you criticizing The Fifth Estate is very intense. He even goes so far as to call you a “hired gun” for distorting the truth (or at least what he views as his truth). Did this affect the way you portrayed him or even make you second guess your role at all in this film?
Benedict: Yes, of course it did. To have the man you are about to portray ask you intelligently and politely not to do it gave me real cause for concern, however, it galvanized me into addressing why I was doing this movie. He accuses me of being a “hired gun” as if I am an easily bought cypher for right wing propaganda. Not only do I NOT operate in a moral vacuum but this was not a pay day for me at all. I’ve worked far less hard for more financial reward. This project was important to me because of the integrity I wanted to bring to provocative difficult but ultimately timely and a truly important figure of our modern times. The idea of making a movie about someone who so far removed from my likeness or situation who brought about an ideal through personal sacrifice that has changed the way we view both social media, the power of the individual to have a voice in that space, and be able to question both the hypocrisies and wrongdoings of organizations and bodies of powerful people that rule our lives… This resonated deeply with my beliefs in civil liberty, a healthy democracy, and the human rights of both communities and individuals to question those in authority. I believe that the film, quite clearly, illuminates the great successes of wikileaks and its extraordinary founder Julians Assange. As well as, examining the personalities involved and what become a dysfunctional relationship within that organization. While the legacy of his actions and the organizations continue to evolve and only history will be the true judge of where this is leading us. The Fifth Estate is a powerful, if dramatized, entry point for a discussion about this extraordinary lurch forward in our society. I wanted to create a three dimensional portrait of a man far more maligned in the tabloid press than he is in our film to remind people that he is not just the weird, white haired Australian dude wanted in Sweden, hiding in an embassy behind Harrods. But a true force to be reckoned with, achieved the realization of the great ideal. I’m proud to be involved in tackling such a contentious character and script. There is only personal truth in my opinion, and the film should provoke debate and not consensus. It should be enjoyable and ultimately empowering to realize that Julian has spearheaded a movement that is the foundations stone of The Fifth Estate, people journalism and what that is capable of including finding out the “truth” for yourself.
Comment: And he typed that out with his left foot.
Benedict: I used a bit of my right, too. And my nose. My hands were busy scratching my head.
Comment: And this is the proof against a Benedict Twitter account.
Benedict: Julian complex important proud to have attempted an interpretation. Film out Oct. 18 #FifthEstate How’s that?

A: Is it hard to keep the secret of how Sherlock survived? Do you ever have the urge to tell someone? If so, how do you cope?
Benedict:  I cry myself to sleep at night. And then wake up laughing.

A: There has recently been a debate about whether television is finally on par with film as an artistic medium. As someone who has achieved considerable success in both TV and film, what is your opinion on this matter?
Benedict: I think there is no debate. I agree. And thank you for your assessment of my achievements.

A: Mr. Cumberbatch, I asked Mr. Hiddleston this question when he did a Q&A on Twitter:  Can you feel the love tonight? He was unable to respond, but I’m hoping you will.
Benedict: I’m feeling it right now. Leave me alone.

A: Seeing as to how you’ve been spending a lot of time in the US, what do you find was the most baffling thing about the customs here?
Benedict: I find that no one at the borders ever smiles.

A: Have you turned down or missed out on any roles that you wish you had taken/gotten and what were they?
Benedict: Turned down, no. Missed out, yes. Being specific would be impolite.

A: Has there been a time when you’ve been completely starstruck meeting someone famous but had to play it cool because you’re famous too?
Benedict: Uhhhhhhhh. Every time I’ve met someone famous who I’ve been in the audience of. I have the same butterflies and inability to be cool. I approach them as a fellow member of the human race as the next person in their audience does. I’ve been doing this for 10 odd years, and so to meet people who thrilled me with their work for my entire life in such a concentrated manner as has happened over the last few years has been mind-blowing. One of the many perks of my job, I guess.ppened over the last few years has been mind-blowing. One of the many perks of my job, I guess.

A: This AMA has exceeded my wildest expectations. Has your sass increased since working with Martin Freeman, or were you always this sassy?
Benedict: Well of course Martin will be furious unless I say I owe it all to him. And believe me, his wrath is more fearsome than any dragons.

A: You’ve charmed the pants off of the whole damn world and are highly sought-after in the acting world and yet you remain as gracious and humble as the day you started acting. I just wanted to let you know that among the stories we hear of artists being less-than-pleasant to their fans, you are a breath of fresh air and I can’t tell you how much your fans appreciate that about you.
Question: where has your favorite place been so far to visit?
Benedict: On an untouched New Zealand glacier via helicopter where I stepped out in trainers, jogging pants, and got out and danced. Or touching the earth after my first skydiving jump in Namibia. Or a balcony in South Africa where I felt the sun on my face after the night I was carjacked.

A: What do you think of your fans calling themselves ‘Cumbercookies’? That way when we all come together, we’ll be the ‘Cumberbatch’ 😀
Benedict: It’s great! You could call yourself the Cumbergirls, and then when you come together you’d be a flock. Or you could call yourself the Cumbertadpoles and that way you’d be the Cumberspawn…Wait!…Ew! Don’t do that.

A:  Welcome to reddit Ben! I stayed up for this AMA (I’m in Australia) and I still can’t think of a decent question. Christ almighty you’ve had a busy year though! Star Trek Into Darkness, 12 Years a Slave, Little Favour (which I watched the trailer for a couple of days ago and it looks excellent), August: Osage County, Sherlock Series 3 –  heavy breathing –  The Fifth Estate. I don’t know how you find the time to eat and sleep to be honest. I’m 98% sure this will get buried but I guess I just wanted to thank you for being such an awesome and inspiring person, and for approaching playing Julian Assange with such finesse (Wikileaks and government transparency are issues very dear to my heart and have been a big part of Australian media for the past few years. I watched your interview on GMA this morning and was really happy to see you’ve treated his character with the complexity it deserves). Oh, and how did you find the Australian accent to mimic? I’ve heard it’s one of the more difficult ones to get right!
Benedict: Thanks to Sarah Shepard. I think we did Ok. She was a wonderful friend as well as help in perfecting the accent but in particular Julian’s speech patterns. And according to the Australian journalists I met in Toronto, we did a good job. I hope you agree. Thank you for your kind comments. It’s very appreciated from an Aussie. And especially one who must be almost as tired as I feel.
Comment: Plus you rock the fuck out of blond hair
Edit: He acknowledged me. New Reddit highlight.
Benedict: Well thank you, you’re in a much loved minority.

A: Mr. Cumberbatch, I don’t have a question. I just wanted to say that I think you are lovely in Sherlock and that my husband named our fish after you.
Benedict: I hope that fish lives a long life. Don’t put it near any rooftops.

A: Oh good lord. Under protest (if I don’t write this my 15 year old daughter has said she’ll create a Reddit account, and I really don’t want her hanging out with some of the very strange people here), I am directed to say that the next time you come to Toronto you are welcome to come over for a roast beef and yorkshire pudding dinner. To subvert this message, I’m asking you to please bring a date.
Benedict: Thank you very much. I’ll try and create some time next time I’m over there with The Invitation Game. For some English grub with you. No promises, though.

A: Hello! Any plans for working on anything for BBC Radio? I’m a huge fan of Cabin Pressure and would love to hear you all back for the last, “Z”, episode! All the best. 🙂
Benedict: Ask John Finnemore. He’s the writer. Hello John, if you’re out there. We love you!

A: With your (crazy) filming schedule, what creature comforts do you look forward to the most when returning home?
Benedict: Walking or running on Hampstead Heath, seeing my friends and family, cooking for myself, and the embrace of those I love. Beyond that, a whisky, the fire and a good book.

A: What’s the weirdest encounter you’ve had with a fan?
Benedict: Ted Danson at a pre-Oscar party screaming across a floor of people like Leonardo DiCaprio, Ray Liotta, Kristen Stewart, Kirsten Dunst, et al while pushing past them and knocking their drinks. “OH MY GOD! OH MY GOD! IT’S FUCKING SHERLOCK HOLMES!”

A: Japan seems to really love you. Any funny/interesting/weird or simply memorable thing that happened to you there?
Benedict: Being greeted by 1000 people at an airport is pretty formidable as experiences in life go. I’d love to go there again and escape on a bullet train to the South Island to see Kyoto and more spots of beauty and spots of interest. A remarkable country that has been through so much in recent time that I’m very proud to be liked by. Thank you.

A: What are your top 5 favorite songs?
Benedict: At the moment: MS by Alt-J, Strong by London Grammar, Pretty much all of Sigur Ros’ Valtari album, One Day Like This – Elbow, Fever to the Form – Nick Mulvey, Two Fingers – Jake Bugg. I’m rubbish at counting, and favorites.

A: Mr. Cumberbatch, everyone loves you for a myriad of reasons: your personality, looks, hair, cheekbones, you name it. I was wondering, what’s your favorite part about you?
Benedict: I guess as an actor your eyes are vital in conveying any internal thought process or feeling, and for that I have my mum to thank. Other than that, I’m happy to default to your judgements.

A: My wife would sincerely like to know if you are wearing anything under your robe….. please respond, this is important for our mental wellbeing.
Benedict: You should be asking who’s naked under it with me.

A: Nutella or Marmite?
Benedict: Marmite.

Update: Also, please check out the trailer for Little Favour, directed by a friend of mine Patrick Monroe. I hope you enjoy it!
Final Update: Thank you, reddit. This has been more fun than I imagined. It’s been great to be able to reach out and speak to a few of you. Sorry for those that I didn’t get to respond to. JA bless you all. See you all the next time.
BX

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