Website-Icon DieBedra

Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen

Der Erste Weltkrieg gilt als eines der einschneidensten Ereignissen der neueren Geschichte, vielleicht als das wichtigste. Alte Ordnungen werden scheinbar von einem Tag auf den anderen über den Haufen geworfen, die Monstrosität des Krieges wurde zum ersten Mal in einem nie gekannten Ausmaß deutlich.

„Doch seit geraumer Zeit verfinsterte sich abermals der Horizont.“

Als 1914 der Marschbefehl kommt, trifft er auch die deutsche Familie Lieber, die in der Schweiz auf ihre Einbürgerung hofft. Der Vater wird eingezogen und kommt als ein bis zur Unkenntlichkeit veränderter Mann zurück. Weil es ihnen auch finanziell schlecht geht, beschließen drei der vier Geschwister auszuwandern: Isabelle in den Dschungel Brasiliens, Anne nach Sydney und Jacob ins Deutschland der beginnenden Nazi-Zeit. In den Irrungen des Lebens und der Zeitläufte erfahren sie das Entstehen und Vergehen des Lebens, aber auch der Liebe. Ein halbes Jahrhundert später blickt der Ich-Erzähler  dieser Familiengeschichte bei einer Beerdigung zurück.

„Als der Herbst ins Land zog, warf sie ihren männlichen Altersgenossen böse Blicke zu und lachte schrill.“

Michael Hugentobler „Bis die Bären tanzen“ erzählt davon, dass das Leben ganz normaler Menschen durch Ereignisse aus der Bahn geworfen werden, die sie nicht beeinflussen können – und wie sie darauf reagieren. Das ist sentimental, witzig, skurril, aber niemals langweilig  – und lesenswert.

Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen, dtv, 24 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Die mobile Version verlassen