Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 7)

Bücher für Weihnachten 2019

Es soll ja Leute geben, für die Bücher als Geschenke nicht in Frage kommen. Sei es, weil sie selber weder lesen noch überhaupt einen Bezug zu Büchern haben, sei es weil sie keinen zu Beschenkenden haben, der sich über Bücher freuen würde. Für mich – und hoffentlich auch für die regelmäßigen Besucher dieses Blogs (Danke!) – sind Bücher etwas Wunderbares und als Geschenke immer willkommen.  Wer noch auf der Suche nach einem Buch ist, wird vielleicht hier fündig:

Neuentdeckung:
Claire Lombardo: Der größte Spaß, den wir je hatten  (dtv, 25 Euro) ist die Geschichte der Familie Sorensen. Die Eltern Marilyn und David sind nach 40 Ehejahren immer noch ineinander verliebt – ein Vorbild, das für ihre Töchter nicht immer leicht zu ertragen ist. Claire Lombardos Erstlingswerk ist ein wunderbarer Schmöker, leicht und dennoch nicht banal erzählt, den man nur ungern aus der Hand legt.

Astrid Ruppert: Leuchtende Tage (dtv, 15,90 Euro) ist das, was man landläufig als “Frauenroman” bezeichnet, denn er erzählt die Geschichte der Frauen der Familie Winter über drei Generationen hinweg. Der erste Band einer Trilogie hat nur den Fehler, dass die Folgebände noch nicht erschienen sind.

Tom Mole: The Secret Life of Books (Elliott & Thompson, 16,40 Euro) – das es meines Wissens nicht auf Deutsch gibt – ist das Geschenk für den Buchliebhaber unter den Freunden, der bestimmt das ein oder andere lernen wird, das er noch nicht über Bücher gewusst hat.

Wiederbegegnung:
André Aciman: Fünf Lieben lang (dtv, 22 Euro): Wer  “Call me by your name – Ruf mich bei Deinem Namen” liebt, wird auch dieses Buch lieben, das aus fünf unterschiedlich langen Geschichten besteht.

Lieblingsschriftsteller:
Keine Buchtipps ohne einen Hinweis auf  Ian McEwan, dessen “Kakerlake“(19 Euro) gerade erst erschienen ist. Alle seine Bücher sind bei Diogenes in durchweg sehr guten Übersetzungen erhältlich.
Fehlen dürfen auch nicht Lukas Hartmann, der in diesem Jahr “Der Sänger” (Diogenes, 22 Euro) vorgelegt hat und Bernhard Schlink, dessen neuester Roman “Olga” heißt.
Wer London und Detektivromane mag, für den sind Robert Galbraiths Cormoran-Strike-Romane ein passendes Geschenk. Anfangen sollte man  mit dem ersten Band der Reihe “Der Ruf des Kuckucks” (Randomhouse, 10,99 Euro) und unbedingt die Verfilmung (unter dem Titel “Strike”) mit Tom Burke in der Hauptrolle anschauen.
Bisher nur auf Englisch erschienen ist “Playlist” (Wren & Rook, ca. 29 Euro) des wunderbaren James Rhodes.  Der englische Pianist bringt seinen Lesern auf seine ganz eigene Weise klassische Musik im wahrsten Sinne des Wortes nahe – ganz ohne schwarzem Anzug und Fliege.

Ian McEwan: Die Kakerlake

“Als Jim Sams, klug, doch beileibe nicht tiefgründig, an diesen Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt.” 

Ein Anfang, der in der wunderbaren deutschen Übersetzung von Bernhard Robben noch mehr ans Franz Kafkas “Die Verwandlung” erinnert und der den Leser mitnimmt auf eine Entdeckungsreise in die Hinterzimmer der britischen Regierung. Doch Ian McEwan hat in “Die Kakerlake” den Premierminister ihrer Majestät in ein riesiges Insekt verwandelt oder die Kakerlake in die Hülle des Premiers gesteckt – und mit ihm sein ganzes Kabinett. Gemeinsam wollen sie das Vereinigte Königreich verändern, es von der “schmählichen Knechtschaft” befreien und den Reversalismus durchsetzen. Der Weg des Geldes wird umgekehrt, Arbeiter  und Angestellte bezahlen ihre Arbeitgeber dafür, dass sie arbeiten dürfen und Großbritannien wird andere Länder für ihre Exporte bezahlen.
Das klingt absurd und witzig – ganz genauso wie der Brexit und die damit verbundenen Sonderlichkeiten, von denen man nicht glaubt, dass es noch eine Steigerung gibt. Bis zur nächsten Meldung.

“In einer solchen Zeit fragt sich ein Schriftsteller, was er machen kann. Darauf gibt es nur eine Antwort: schreiben.” Ian McEwan

“Die Kakerlake” ist eine bitterböse Satire über den Brexit und die damit zusammenhängende Politik und ihre Politiker, die in das Mutterland der Demokratie Chaos gebracht haben, in dem die “Order”-Rufe des ehemaligen Speaker des Unterhauses, John Bercow, nichts ausrichten konnten (Ob daran  die zum Zeitpunkt dieses Blogeintrags noch ausstehenden erneuten Wahlen im Dezember etwas ändern können, bleibt abzuwarten). Wer Ian McEwans bisherigen Werke kennt, weiß, dass er beispielsweise schon in “Ein Kind zur Zeit” Elemente aus dem Bereich der Science-Fiction verarbeitet hat – und dass er das auf eine so wunderbare Art und Weise macht, wie es nur ein großartiger Schriftsteller kann.

Ian McEwan: Die Kakerlake. Diogenes,19 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Find the English blog entry for “The Cockroach” here  and more on Ian McEwan here.

John Sykes: Exploring London with Sherlock Holmes – Mit Sherlock Holmes durch London

Wie lernt man eine Sprache? Indem man sie spricht, hört…und liest. Weil das aber mitunter recht langwierig und  schwierig ist, hilft es, etwas zu lesen, was spannend geschrieben ist. Wenn das Buch dazu noch zweisprachig daher kommt, umso besser.

John Sykes nimmt den Leser in “Exploring London with Sherlock Holmes – Mit Sherlock Holmes durch London”  mit auf Streifzüge durch London und wer wäre als Begleiter besser geeignet als Sherlock Holmes und Doctor Watson? Neben den Fällen, die die beiden berühmten Figuren lösen, gibt Sykes Hinweise auf die Wege, die Holmes und Watson in den Geschichten zurücklegen und erklärt, was es mit einigen  der berühmten Londoner Landmarks wie der Westminster Abbey oder den Houses of Parliament auf sich hat. Außerdem begegnet man einigen berühmten historischen Personen wie  Maria Stuart oder Guy Fawkes.

“When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth.”

“Schließt man das Unmögliche aus, bleibt – wie unwahrscheinlich auch immer sie einem vorkommen mag – die Wahrheit.” Sherlock Holmes

Zweisprachige Texte im dtv sind immer eine Überlegung wert, wenn man gerne in einer Fremdsprache lesen möchte, aber noch nicht auf Hilfestellungen verzichten will. Die Fremdsprachentexte bieten auf der linken Buchseite den Text im Original, auf der rechten Seite die deutsche Übersetzung, so dass man nicht nur den deutschen Begriff einzelner unbekannter Worte, sondern auch den ganzer Sätze schnell erfassen kann. So ist das Englisch in “Exploring London” leicht, aber nicht zu banal oder herablassend – was ebenso für die sorgfältige deutsche Übersetzung und die Erklärungen gilt.

John Sykes: Exploring London with Sherlock Holmes – Mit Sherlock Holmes durch London, dtv zweisprachig/Texte für Fortgeschrittene, 10.50 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

James Rhodes: Playlist

“Oh what a huge and interesting looking book”, the book seller at my local book shop said while handing “Playlist” over. And she is right. James Rhodes’ latest book is another journey into the (for many) strange and foreign world that is classical music. A world that is inhabited by heroes like Bach, Beethoven, Chopin, Mozart, Rachmaninoff, Ravel and Schubert. Those heroes gave us music that is still listened to after all these centuries – one wonders if today’s pop stars are to be known in a hundred years time.

“They changed history, inspired millions and are still listened to and worshipped all around the world today.”

James Rhodes devoted his life to classical music and tries to lure people – his audience, his followers on social media – into it, tries to get this music  down to earth, back to ordinary people who have no idea what “symphony” or “étude” mean. And who listen to it with the help of a streaming service and their ear buds in comfy clothes while knitting on their sofa or typing this blog. Maybe James Rhodes is successful on his mission because he is not an ordinary pianist (as I wrote a couple of times before) – and because he writes and tweets the same way  he addresses his audiences, telling them more about his favourite composers (and while chatting to people when signing books or CDs). In “Playlist” he offers a list of classical pieces assembled on Spotify and information about them and their composers including their personal life.

“I’m sorry. There are lot of capital letters in that paragraph. It’s just hard not to get overexcited when talking about Schubert.”

Because the book is a big  – the size of an LP actually – picture book with beautiful illustrations (by Martin O’Neill) and enthusiastically written chapters intended to be read while listening to the accompanying piece of music, it is the perfect book sitting on your living room table patiently waiting to be picked up again for a re read or just enjoying its beauty while flipping through it. So, if you are looking for a Christmas gift for a loved one, or for yourself or if you are just interested in James Rhodes and classical music, this is the perfect book to start.

James Rhodes: Playlist – The rebels and revolutionaries of sound, £ 17.

Tom Mole: The Secret Life of Books

As a passionate reader you can’t imagine a world without books or even longer periods without reading a book. Strangely enough I still remember the time when I wasn’t able to read but was fascinated by that black lines and dots in books my brother read – and wondered why none of those lines looked the same. Soon enough those signs became letters and words and I discovered new worlds and stories with every new book (more about this in that  blog entry  – in German).
So “The Secret Life of Books” begged for being bought and taken back home when I stumbled upon it at Waterstones Piccadilly (So much to the “Don’t judge books by their covers” thingy) claiming it to be a “treasure trove for book lovers”.

“Books are part of how we understand ourselves. They shape our identities, even before we can read them.”

Tom Mole explains why books have been with us for centuries, why we collect them (and spend a considerable amount of money on them if we can afford them), why we love them (and read them till they loose shape) and why they vanish while we reading them and  pop up again when we stop reading. Books are treated in different ways, they are flooding shelves, tables, attics or cellars and they are always telling something about their owners – even books which are not there.  Books are bringing people together when a group of readers meet to talk about a book they have read. Books are recommended by friends, papers or blogs (even a tiny little one like this), are lend, bought, sold and given away to make room for new ones. And even with new and different technical possibilities like tablets or e-readers, the printed book we can smell, touch, scribble notes in between lines, will still stay with us for quite a while.

“Books in the shelves are sandbags stacked against the floodwaters of forgetting.”

“The Secret Life of Books” is a thrilling story, brilliantly written and will still be fascinating on a second or third reading.

Tom Mole: The Secret Life of Books, Elliott & Thompson, £14.

Ich war noch niemals in New York


Ach, das es das noch geben darf: einen deutschen Film, der sich selbst keine Minute ernst nimmt, vor keinem Klischee zurückschreckt und das Ganze auch noch mit jeder Menge Zuckerguss garniert. Genau das ist „Ich war noch niemals in New York“ (129 Minuten, FSK ohne Beschränkung).

Die Geschichte, die sich an Bord des Überseedampfers „MS Maximiliane“ auf deren Fahrt nach News York abspielt und von verpassten Chancen, verlorenen Lieben und dem Versprechen auf einen Neustart handelt, könnte nicht bunter und bühnenhafter erzählt werden.

Lisa Wartberg (Heike Makatsch) ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin, deren Mutter (Katharina Thalbach) nach einem Sturz ihr Gedächtnis verliert und sich nur noch an New York erinnert. Deshalb flieht sie aus dem Krankenhaus und schafft es als blinde Passagierin auf das Schiff, wo ihr Otto (Uwe Ochsenknecht) begegnet. Lisa wiederum trifft auf den Statistiker Axel (Moritz Bleibtreu).

Diese starbesetzten Irrungen und Wirrungen sind erstaunlich kurzweilig, traurig und komisch und man wird den Verdacht nicht los, dass die Schauspieler mindestens genauso viel Spaß am Schauspielern wie am Singen und Tanzen hatten. Wer sich einfach gut unterhalten lassen möchte, ist bei diesem Film genau richtig.

Ich war noch niemals in New York, 129 Minuten, FSK ohne Altersbeschränkung
⭐⭐⭐⭐

Astrid Ruppert: Leuchtende Tage

Lisette ist alles andere als ein Kind nach den Vorstellungen seiner Zeit. Geboren 1888, im Drei-Kaiser-Jahr, hatten Kinder unauffällig zu sein, sich nach den Erwachsenen zu richten und – wenn sie Mädchen waren – im heiratsfähigem Alter eine gute Partie zu machen. Doch anstatt sittsam zu sein und sich in ein Korsett zwängen zu lassen, begehrt Lisette auf, gegen ihre Eltern und gegen die Konventionen ihrer Zeit. Anstatt den Mann zu heiraten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben, verliebt sie sich in den Schneider Emile, verlässt für ihn ihr großbürgerliches Elternhaus und entwirft  Reformkleider.

“Die ständig neuen Einschränkungen und Widerstände forderten Lisette heraus. Genau dagegen galt es anzustürmen. Durch Emile fand sie dafür den Mut.”

Fasziniert vom Leben ihrer Urgroßmutter Lisette, das in ihrer Familie bekannt, aber weder von Mayas Mutter noch ihrer Großmutter ausführlich erzählt werden, versucht Maya hundert Jahre später mehr über Lisette und letztlich über ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen herauszufinden.

Im ersten Band einer Trilogie erzählt Astrid Ruppert über die Frauen der Familie Winter – was “Leuchtende Tage” natürlich zu einem Frauenroman macht. Doch fernab der Frage, weshalb Bücher in Kategorien eingeteilt werden müssen (am liebsten noch in “gut” oder “schlecht”), ist “Leuchtende Tage” eine Geschichte, die wunderbar unterhält und dabei nie zu kitschig oder zu banal wird. Schade nur, dass auch die schönste Geschichte einmal zuende geht und man sich dabei ertappt, ungeduldig auf den nächsten Teil zu warten.

Astrid Ruppert: Leuchtende Tage, dtv, 15,90 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Deutschstunde

Es ist vielleicht der deutscheste Romanstoff, der da auf die Kinoleinwand gebracht wird. Siegfried Lenz 1968 erschienener Roman gehört nicht nur zum Schulkanon. Er ist auch der Versuch einer Aufarbeitung von typisch deutschem Pflichtbewusstsein, das ungeachtet von Freundschaften und Unrechtsbewusstsein Befehle ausführt.

Eingebettet in die Rahmenhandlung, die Siggi Jepsen (Tom Gronau) beim Strafarbeitschreiben zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ in einem Jugendgefängnis zeigt, entfaltet sich seine Kindheit im Dorf Rugbüll. Hier ist sein Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen) zur NS-Zeit Dorfpolizist und damit beauftragt, das Malverbot für den Künstler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti) einzuhalten.

“Die glauben, dass Malen gefährlich ist, dass ich gefährlich bin.”

Getreu seinem eigenen Motto „Aus Dir machen wir was Brauchbares“ stiftet Jens Ole den elfjährigen Siggi (Levi Eisenblätter) an, den Maler zu bespitzeln und sofort zu melden, wenn der zum Pinsel und Leinwand greift. Das wiederum überfordert Siggi, der letztlich zum Bilderdieb und Bilderbewahrer wird.

“Wir werden zusammenarbeiten, Siggi. Gegen uns beide da kommt keiner an.”

Mag der Roman schon keine einfache Lektüre sein, so ist es der Film erst recht nicht. In 125 Minuten bringt Regisseur Christian Schochow von allem etwas zu viel auf die Leinwand: zu viel Weite, zu viel Düsternis, zu viel Symbolik und zu viel Perfektionismus: die Wohnungen sind entweder zu aufgeräumt oder zu bohemehaft (wobei auch hier die Nusstorte zu Max‘ 70. perfekt dekoriert ist): Es reicht nicht, dass die Küstenlandschaft weder weit noch offen, sondern bedrückend und düster ist. In einer der ersten Szenen des Films müssen Bilder auf Staffeleien in der See verbrennen und Siggi  später kunstvoll tote Tiere arrangieren.

Soviel Betonung des Offensichtlichen hätten weder Stoff noch Schauspieler nötig gehabt. Denn der Stoff, aus dem „Deutschstunde“ ist, veranschaulicht auch heute noch eindringlich und immer noch aktuell die  Grenzen des Pflichtbewusstseins.
125 Minuten, FSK: 12

⭐⭐⭐⭐

Joker


Nein, das ist kein leichter Film und die Altersfreigabe (FSK 16) inklusive des Hinweises vor dem Kinoeingang mehr als sinnvoll. Denn das, was Joaquin Phoenix in der Titelrolle abliefert, ist eine einzige Achterbahnfahrt, die den Film die kompletten 118 Minuten trägt. Der Zuschauer schwankt von Anfang an zwischen Ekel, Mitleid, Angst, Lachen und irgendwie auch dem Wunsch, das Kino sofort zu verlassen. Der Joker, der sich erst am Ende des Films so nennt und eigentlich Arthur Fleck heißt, ist die personifizierte Unterklasse der New Yorker Gesellschaft. Er arbeitet bis zu seiner Entlassung als Clown, wird mehrfach verprügelt, gedemütigt, ist in Therapie (wo er sich allerdings nur seine Medikamente verschreiben lässt) und lebt mit seiner kranken Mutter, die er aufopferungsvoll pflegt, in mehr als armseligen Verhältnissen.

“Mein ganzes Leben lang war mir nicht klar, ob ich überhaupt existierte. Aber ich tue es. Und mit der Zeit fällt es den Leuten langsam auf.”

Aber er gibt seinen Traum, als Comedian Karriere zu machen, nicht auf. Allmählich erfährt der Zuschauer mehr über Arthurs Hintergrund, während er gleichzeitig erlebt, wie sich Arthur vom stillen Dulder zum Joker wandelt, der vor keinem Extrem zurückschreckt.

Joaquin Phoenixs schauspielerische Leistung ist so außergewöhnlich wie die Rolle, für die er nach eigenen Angaben 24 Kilogramm abgenommen hat und für die er auch vor dem Hässlichen und Abstoßenden nicht zurückschreckt. Bezeichnend dafür sind die Szenen, in denen er nur mit einer Unterhose bekleidet selbstvergessen tanzt  oder in denen er zum brutalen Mörder wird. Wenn Phoenix nicht den Oscar für den besten männlichen Hauptdarsteller bekommt, so dürfte ihm zumindest eine Nominierung sicher sein.

Joker, Länge 118 Minuten, FSK 16.

⭐⭐⭐⭐⭐

Ian McEwan: The Cockroach

“That morning, Jim Sams, clever but by no means profound, woke from uneasy dreams to find himself transformed into a gigantic creature.”

There is no doubt that this very first sentence of “The Cockroach” is a nod to Franz Kafka’s “Metamorphosis” with its Gregor Samsa being transformed into a huge bug. But it wouldn’t be Ian McEwan if there weren’t more to discover in this novella that hit the shop shelves by surprise (such a surprise that Swiss publishing house Diogenes couldn’t manage to list it on their  website at first but will publish the German version November 27th).

“As the nation tears itself apart, (…) a writer is bound to ask what he or she can do. There’s only one answer: write,” Ian McEwan says on his website. And so he unfolds the story of Jim Sams who finds himself being transformed into the British Prime Minister who wants to carry out the will of the people whatever it takes. But unlike Gregor Samsa, Jim Sams is an insect, a cockroach, which somehow has become a human being. As it turns out Jim Sams isn’t alone to deliver “Reversalism” where the flow of money is reversed: workers pay their employees for being allowed to work but get money for shopping and Britain will pay other countries for their exports.

“There’ll be some bumps in the road ahead and we have to take the people with us.”

It is obvious that “The Cockroach” is a short but sharp and funny satire on Brexit and all the political chaos that it dragged along not only to the UK. You can’t help but smile, laugh and shake your head in a mixture of embarrassment, amusement and frustration while reading the small book happily discovering recent political developments, reactions and even quotes. With his second work this year, Ian McEwan proofs again that he is not only one of the finest writer the UK has to offer but also a political one that can’t help himself but make his voice heard.

Ian  McEwan: The Cockroach, Vintage, 7,99£

You can find more about Ian McEwans’s book here.

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