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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Autor: DieBedra (Seite 1 von 21)

Matt Haig: Mach mal halblang

Ein “nervöser” Planet? Kann das überhaupt sein? Und wenn ja – was bedeutet das für uns? Offensichtlich sind wir von allem etwas (auch wenn wir das vielleicht nicht zugeben wollen), also flatterhaft, zerfahren, unsicher, immer getrieben von einer Welt, die sich scheinbar immer schneller dreht, uns mit immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit eindeckt. Wobei es zu diesen Informationen im Internet-Zeitalter auch gehört, seine Social-Media- und E-Mail-Accounts zu checken und sich so gleichzeitig zu versichern, wie der jüngste eigene Post bei den Followern angekommen ist. Wobei wir genau an dem Punkt wären, auf den es nicht nur für Matt Haig in “Mach mal halblang” ankommt: dieses Verhalten, dass wir uns mehr oder weniger unbewusst aufdrängen lassen, kann uns abhängig machen und deshalb gefährlich für uns werden. Nicht nur für Menschen – wie Matt Haig selber – die unter Panikattacken leiden. Denn durch den permanenten Druck, immer online zu sein, nehmen wir unsere eigene Umgebung nicht mehr wahr, können nicht mehr richtig abschalten.

“Das Internet enthält eine ganze Welt. Das Internet ist das, was wir daraus machen.”

Dabei ist Matt Haig weit davon entfernt, das Internet und die moderne Technik als Teufelszeug abzutun:  “Es ist einfach online Kontakte zu pflegen. Das Wetter spielt keine Rolle. Du brauchst kein Taxi und kein gebügeltes Hemd. Es kann wunderbar sein. Es ist oft wunderbar.” Er plädiert lediglich dafür, sich selbst bewusst zu machen, wie viel Zeit wir in welcher Form auch immer online verbringen, wie viel uns dadurch in der realen Welt entgeht, uns das klar zu machen und uns bewusst für etwas anderes zu entscheiden.

“Wir sind Menschen. Wir sollten uns nicht schämen, auch wie Menschen auszusehen.”

In “Mach mal halblang” hebt Matt Haig keinen moralischen Zeigefinger, der uns auf den rechten Weg und in die analoge Welt zurückführen will. Doch trotz des lockeren, oft witzigen, Plaudertons ertappt man sich nicht nur beim zustimmenden Nicken, sondern fragt sich, ob es nötig ist, während des Schreibens dieses Blogbeitrags noch drei andere Browser-Tabs offen zu haben und vor allem verfolgen zu müssen, was die Twitter-Timeline so treibt. (Antwort: Eigentlich nicht, vor allem wäre dieser Beitrag schneller fertig geworden.) Wer sich ein paar Stunden Zeit nehmen will für ein Buch, dem sei dieses empfohlen, nicht nur, weil Matt Haig ein wunderbarer Autor ist, sondern auch, weil die Übersetzung von Sophie Zeitz vergessen lässt, dass man ein Übersetzung liest, so leicht und selbstverständlich kommt die deutsche Version daher. Und ganz ehrlich: allein für den gelungenen Titel muss man dieses Buch lieben.

 

Matt Haig: Mach mal halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten. dtv, 4,90 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

You can find my verdict on the original version “Notes on a Nervous Planet” here.

Der verlorene Sohn

Ein Sohn, der erkennt, dass er schwul ist. Ein Vater, der Baptistenprediger und Inhaber eines Autohauses ist. Und eine Mutter, die sich entscheiden muss, ob sie immer nur passiv sein will. Jared (Lucas Hedges) stellt mit seinem Outing nicht nur das zutiefst religiöse Leben seiner Mutter Nancy (Nicole Kidman) und seines Vaters Marshall (Russell Crowe) auf den Kopf, sondern das der ganzen Gemeinde. Zusammen mit deren Predigern fällt die Entscheidung, den 19-jährigen Jared in ein Zentrum zu schicken, in dem Homosexuelle mit der “Reparativtherapie” geheilt werden sollen – basierend auf der Überzeugung, dass sie “so” nicht auf die Welt gekommen sind. Unter dem Druck, seine Familie und seine religiöse Identität zu verlieren, entschließt sich Jared, die brutalen und entwürdigenden Methoden des Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) über sich ergehen zu lassen.

“Ich denke an Männer. Ich weiß nicht wieso, und es tut mir auch leid.”

“Der verlorene Sohn” ist alles andere als Popcorn-Kino und streckenweise nur schwer zu ertragen. Das liegt vor allem am  brillanten Lucas Hedges, der wie schon zuvor in “Ben is back” erneut beweist, dass er die schockierenden Erlebnisse, die darin gipfeln, seine Identität auszulöschen (der englische Titel “Boy Erased” weist das viel deutlicher aus als der deutsche) glaubhaft darstellen kann. Flankiert von einer Nicole Kidman, die  streckenweise die Verkörperung amerikanischer Hausfrauen-Klischees ist und Russell Crowe, der bis zuletzt nicht von seiner religiösen Überzeugung abweicht, zieht der Film den Zuschauer in den Bann. Bis zum Ende, das dem Film nicht gerecht wird.

Der Film basiert auf den Erinnerung von Garrard Conley, der seine Erlebnisse unter anderem im Roman “Boy Erased” (auf Deutsch im Secession-Verlag) verarbeitet hat.

★★★★

 

Green Book

In the 1960s Tony Lip (Viggo Mortensen) is a bouncer in a New York nightclub. When this is closed due to renovation, he applies for a job Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) has to offer. As it turns out, Shirley is not a “normal” doctor but a highly acclaimed black pianists who looks for a driver for his upcoming tour into America’s deep south. Tony takes this job, trying everything to stick to the schedule and reaching every town just in time to settle the stage and prepare for the next concert. The deeper they get into the southern states, where segregation is still in place, Tony realises that Don is only welcome and cheered at when he is the pianist on the stage  but not as a black man. Don on the other hand learns that Tony is a man he can rely on.

“It takes courage to change people’s hearts.”

“Green Book” which title refers to the “Negro Motorist Green Book“, an annual guide book for afro-american roadtrippers, tells a story that isn’t totally new to both the big and the small screen. But the way the story between two different men who become unlikely  friends is told here, is funny and sad and shocking and it has a warmth that draws you easily into its 130 minutes – with no boring moments.

Mahershala Ali took a Bafta, a Golden Globe and an Oscar as best supporting actor, while Viggo Mortensen was nominated as leading actor.
“Green Book” won the Oscar for best picture.

[Updated after the Oscars ceremony

★★★★★

Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer

Es tut Schriftstellern nicht immer gut, wenn sie zum Schulkanon gehören, ihre Werke also im Unterricht gelesen werden und der Umgang mit ihnen im besten Fall ein kleines Übel im schlimmsten Fall eine Qual ist. Liegt die eigene Schulzeit länger zurück, mag man sich mit einem Seufzer daran erinnern, dass man – wie in diesem Fall – die „Judenbuche“ gelesen und das Exemplar noch irgendwo bei den gelben Reclam-Heften sein müsste. Und fragt sich, ob und wenn ja was man über die Autorin, über Annette von Droste-Hülshoff, gelernt, aber wieder vergessen hat.

“Fräulein Nettes kurzer Sommer” erlaubt einen Blick in die Zeit und die Lebensumstände und deren Konventionen, unter denen Droste-Hülshoff lebte. Konventionen, denen sie sich nicht anpassen wollte und schon alleine dadurch unangenehm auffiel, dass sie eine eigene Meinung hatte und sich nicht mit Handarbeiten begnügte. Als sie in dem mittellosen Studenten Straube einen Seelenverwandten findet und sich in ihn verliebt, glaubt sie ihren zukünftigen Ehemann gefunden zu haben und dennoch – allen gegenteiligen Meinungen zum Trotz – ein konventionelles Leben führen zu können.

Doch eine als angebliche moralische Prüfung getarnte Intrige zerstört nicht nur Annette von Droste-Hülshoffs Ruf, sondern auch den ihrer Familie, die fortan nur noch daran interessiert ist, sie aus der Öffentlichkeit und von ihrer großen Liebe fernzuhalten.

“Eine Überanstrengung des Gehirns ermattet die generativen Organe und zerrüttet ihr harmonisches Zusammenspiel. Ihr Körper ist nicht eingerichtet, um zu denken, sondern um die große Absicht zu erfüllen, welche die Natur ihm auferlegt hat.”

Karen Duve hat sich der historischen Figur Annette von Droste-Hülshoff über ein umfangreiches Quellenstudium genähert und ihre Ergebnisse in einem Roman verarbeitet, der nicht zuletzt auch durch die altertümelnde Sprache dem Thema gerecht werden will. Das gelingt auch insofern als ein Gesellschaftsbild entsteht, in dem Konventionen das Leben vor allem der Frauen bestimmen. Einem Leben, an dem Annette von Droste-Hülshoff stellvertretend für alle unkonventionellen Frauen ihrer Zeit letztlich scheitert.

Was bleibt von diesem Buch in Erinnerung? Ein leichtes Bedauern darüber, dass man gerne mehr über “die Droste” erfahren würde und dass man eigentlich auf etliche der studentischen Szenen hätte verzichten können, hätte man mehr über Nette erfahren. Mehr über ihre Gefühle, mehr darüber, wie sie schrieb. Hat man sich aber erst einmal an die eigentümliche Sprache gewöhnt, bekommt man Einblick in eine längst vergangene Welt mit heute fremd anmutenden Ritualen und Verhaltensvorschriften. Und man möchte mehr erfahren über die Autorin der “Judenbuche”.

 

Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer. Kiepenheuer&Witsch/Galiani, 25 Euro/E-Book 22,99 Euro
Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Ben is back

Es ist eine ganz besondere Überraschung für die Familie, denn der 19-jährige Ben (Lucas Hedges) steht an einem kalten und verschneiten Tag plötzlich vor der Tür. Seine Mutter Holly (Julia Roberts) ist voller Freude, sollte doch ihr Sohn Weihnachten in einer Drogen-Entzugsklinik verbringen. Während Tochter Ivy (Kathryn Newton) und Stiefvater Neal (Courtney B. Vance) skeptisch sind und glauben, dass es für Ben viel zu früh ist, die Klinik zu verlassen, tut Holly alles, damit ihr geliebter Sohn keinen Rückfall erleidet. Sie versteckt alles, womit seine Sucht getriggert werden könnte,  nimmt sich vor, ihn keine Sekunde aus den Augen zu lassen und gleichzeitig ihre Familie zusammenzuhalten.

“Du wirst mir keinen Augenblick von der Seite weichen. Denn In den nächsten 24 Stunden entscheide nur ich, ganz allein , verstanden?”

“Ben is back” ist ein sehr intensiver Film, der vor allem auf die Präsenz einer beeindruckenden Julia Roberts setzt. Dabei ergänzt sie sich kongenial mit Lucas Hedges, der Ben gleichzeitig sensibel, verletzlich, aber auch schroff und ablehnend spielt. Alles in allem ist der Film keine leichte Unterhaltung, bietet er weder – so viel sei verraten – ein Happy End, noch gibt es während der ganzen 103 Minuten Momente der echten Entspannung oder des Glücks. Immer erwartet man, dass irgendetwas passiert, auch wenn man nicht so genau weiß, was das denn nun eigentlich sein sollte. Vielleicht ist das der Grund, weshalb dieser Film möglicherweise einer sein wird, der von diesem Filmjahr im Gedächtnis bleiben wird.

★★★★★

Gaby Hauptmann: Plötzlich Millionärin & Amelie Fried: Paradies

“Was ist denn Frauenliteratur? Literatur von Frauen, für Frauen, über Frauen? Unter uns: Ich weiß es nicht, und ich möchte es nicht wissen”, wird der Großkritiker Marcel Reich-Ranicki zitiert. Recht hatte er, möchte man ihm noch nachträglich zurufen, denn ob man ein Buch gut oder schlecht, spannend oder langweilig findet, hängt sicher nicht davon ab, ob es für Frauen oder Männer geschrieben wurde – sofern man das überhaupt ausmachen kann. Fall es also Bücher gibt, auf die die Bezeichnung “Frauenliteratur” passt, dann sind es die jüngsten Romane “Paradies” von Amelie Fried und “Plötzlich Millionärin – nichts wie weg” von Gaby Hauptmann. Denn beide Bücher befassen sich mit Problemen, die Frauen im mittleren Alter haben, zumindest wenn man den Autorinnen glaubt.

„Ich wagte einen frechen Versuch, verrieb Festiger in meinen Handflächen und strich mir die Haare streng hinter die Ohren. Das veränderte mich total. Plötzlich sah ich irgendwie italienisch aus.“
Aus “Plötzlich Millionärin”

In Gaby Hauptmanns “Plötzlich Millionärin” muss die 45-jährige Steffi nach einer Scheidung sparsam leben, um mit dem Gehalt, das sie als Verkäuferin verdient, auszukommen. Als die überraschend über eine Million Euro im Lotto gewinnt, beschließt sie, eine Reise nach Afrika zu machen. In einer Safari-Lodge trifft die schüchterne Steffi nicht nur auf ganz unterschiedliche andere Urlauber. Sie begegnet auch einer neuen Liebe.

“Allein die Vorstellung, nicht einkaufen und kochen zu müssen, erfüllte sie mit Euphorie.” Aus “Paradies”

Auch in Amelie Frieds Roman “Paradies” sind die Hauptfiguren an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, an dem sie eine Entscheidung treffen müssen. Ähnlich wie Steffi, so steht auch die 46-jährige Lehrerin Petra vor den Scherben ihrer Ehe. Ihr Mann hat sie betrogen und so tritt die schüchterne Frau die Reise auf eine spanische Insel alleine an. Und wie in “Plötzlich Millionärin” trifft Petra hier auf  Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen.

Wer tiefgründige Literatur sucht, die sich nicht unbedingt leicht erschließt, wird sich mit beiden Romanen langweilen. All diejenigen, die sich bei Geschichten à la Sonntagabend-Rosamunde-Pilcher-Fernsehen gut unterhalten fühlen, werden mit beiden Büchern ein paar vergnügliche Lese-Stunden haben.

 

Gaby Hauptmann: Plötzlich Millionärin – nichts wie weg. Piper, 15 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Amelie Fried: Paradies, Heyne, 17 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

 

 

Colette

What if you are a gifted author whose stories are beloved by their readers? You can make a living out of it – but only if you are a man. That’s the problem Gabrielle Colette (Keira Knightley) faces after she has moved with her husband Henry Gauthier-Villars (Dominic West) from rural France to Paris. Here they live a bohemian life at the dawn of the 20th century. While her husband tries to write articles for various magazines with the help of ghost writers, he discovers Colette’s talent and convinces her to write novels. The first one is published under his name – Willy – and becomes a huge success with an audience demanding for more. Henry, keen to earn more money by selling more “Claudine” novels, forces Colette to continue writing under his name while they both enjoy a celebrity’s couple’s life including parties and different sexual relationships.

“My name is Claudine, I live in Montigny; I was born there in 1884; I shall probably not die there.”

But as time goes by, a frustrated Colette doesn’t want to hide her authorship anymore, she wants to be more than only her husband’s wife – questioning the norms of society.

“Colette” is a beautifully made film where every single detail of the set is chosen very carefully. Keira Knightley fits perfectly in this set and in the corsets, skirts and dresses while being witty, funny, angry and all in all a joy to watch. In 2014 she was Benedict Cumberbatch‘s Alan Turing‘s fiancée and life long friend Joan Clarke in “The Imitation Game” which earned her (and Benedict) an Oscar nomination. In this film Keira is on top of her performance abilities, portraying Colette from a shy girl to a strong woman ready to walk her way in a society dominated by men. One of the shiny 2019 Oscars could carry Keira’s name.
★★★★★

Die Frau des Nobelpreisträgers

“Ich in eine Königsmacherin”, sagt Joan Castleman (Glenn Close) auf die Frage, was sie denn so mache. Spätestens dann ist dem Zuschauer klar, dass irgendetwas nicht stimmt an der Geschichte des erfolgreichen Schriftstellers Joe Castleman (Jonathan Pryce), ihres Ehemanns, dessen Laufbahn mit der Verleihung des Literaturnobelpreises gekrönt wird. Joe hat seine besten Jahre hinter sich und ist offenbar darauf angewiesen, dass ihn seine Frau  umsorgt, treusorgend könnte man schreiben, denn Joan kümmert sich nicht nur darum, dass er seine Herztabletten regelmäßig nimmt. Sie ist auch seine Sekretärin und sorgt dafür, dass er Termine einhält. Und sie vermittelt zwischen ihm und dem gemeinsamen Sohn (Max Irons), der ebenfalls Schriftsteller werden will und der nichts lieber möchte, als von seinem Vater anerkannt zu werden.

Anerkannt werden, das möchte auch Joan, nicht dafür, dass sie eben das ist “Die Frau des Nobelpreisträgers” wie der Filmtitel schon sagt.  Denn sie und nicht Joe ist die eigentliche geniale Schriftstellerin, die aus den Ideen ihres Mannes die erfolgreichen Bücher schreibt, die ihm den Nobelpreis einbringen.

“Es gibt nichts Verwerfliches, an dem was wir tun.”

“Die Frau des Nobelpreisträgers” ist ein ruhiger Film, der von den Hauptdarstellern lebt. Doch das allein reicht nicht. Freilich zeigt  Glenn Close all das, was man von einer mehrfach ausgezeichneten Schauspielerin erwartet, aber auch nicht mehr. Es fehlt den ganzen Film hindurch das letzte Stückchen, das den Zuschauer emotional packt und für Joan mitfiebern lässt. Dass Glenn Close im Vorfeld der jüngsten  Golden-Globe-Verleihung für ihre Leistung hochgelobt und letztlich als beste Hauptdarstellerin in einem Drama ausgezeichnet wurde, ist meiner Ansicht nicht gerechtfertigt.

☆☆☆☆

Bücher meines Jahres 2018

Es ist wieder Zeit, Bilanz zu ziehen – in Form von Büchern, die ich im fast abgelaufenen Jahr 2018 gelesen habe. Darunter sind Neuerscheinungen genauso wie Bücher, die mir aus dem ein oder anderen Grund als lesenswert erschienen. Insgesamt habe ich genauso viele Bücher gelesen wie 2017. Erstmals waren zwei Hörbücher dabei.

Meine Bilanz:
Gesamt: 38
Deutsch: 18
Englisch: 20
E-Books: 5 (auf dem Tolino gelesen)
Hörbücher: 2

Aus meinem Bücher-Jahr möchte ich diese empfehlen:

Deutschsprachige Autoren der Gegenwart:
Benedict Wells jüngste Sammlung von Kurzgeschichten “Die Wahrheit über das Lügen” hat nur den Nachteil, dass die Geschichten zu kurz sind –  zu gut und zu spannend sind sie geschrieben. Wer noch nichts von dem 34-jährigen Schriftsteller gelesen hat und erst einmal vorsichtig Kontakt aufnehmen will, sollte zu diesem Band greifen.
Bernhard Schlink und Lukas Hartmann haben  2018 beide Frauen als Hauptfiguren ihrer neuen Romane gewählt. Schlinks “Olga” setzt im Deutschland des 19. Jahrhunderts alles daran, als selbstständige Frau ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. In Hartmanns “Ein Bild von Lydia” ist die reichste Frau der Schweiz im Zürich des Jahres 1887 in den Konventionen ihrer Zeit gefangen.

Die Sprache ist egal
jedenfalls wenn es um diese Autoren geht, deren Werke wunderbar ins Deutsche übersetzt wurden:
Ian McEwan ist eigentlich immer lesenswert, auch seine Kurzgeschichten wie “The Daydreamer“, “Der Tagträumer“, die aus der Sicht eines Jungen erzählt sind, der sich am liebsten in andere Personen oder Tiere hineinversetzt.
Matt Haigs “Notes on a nervous planet” erscheint im März unter dem Titel “Mach mal halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten” bei dtv, wo auch die vorherigen Werke erschienen sind.

Hörbücher
sind eigentlich nicht unbedingt meine Welt, weil ich fürchte, wichtige Passagen zu verpassen. Immerhin habe ich zwei geschafft, was bei einem am Vorleser, beim anderen an einem Kinofilm liegt.
Carlo Rovelli: The Order of Time, vorgelesen von Benedict Cumberbatch  und
Dr. Seuss: How the Grinch stole Christmas, vorgelesen von Walter Matthau.

Ein neuer Privatdetektiv
Cormoran Strike, der in heutigen London unterwegs ist,  ermittelt in seinem mittlerweile vierten Fall “Lethal White”, “Weißer Tod“.  Wie bei anderen Reihen auch, sollte man aber am Anfang beginnen, in diesem Fall mit “Der Ruf des Kuckucks“. Actionfans werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen, Fans von Donna Leons Commissario Brunetti eher schon.

Worauf ich immer hinweisen muss:
James Rhodes’ jüngstes Buch Fire on all sides, zu dem der britische Pianist auch eine Spotify-Playlist angelegt hat und in dem er beschreibt, welch Anstrengung es ihm unter anderem immer noch kostet, auf die Bühne zu gehen und das zu tun, was er am liebsten tut: Klavierspielen. Wer Lust hat, James live in Deutschland zu erleben, hat 2019 mehrfach die Chance.

Reiseführer London

Auch die neue Auflage des Reiseführers über London überzeugt durch zahlreiche hilfreiche Tipps und Hinweise auf bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten, aber auch auf Übernachtungsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel. London-Neulinge werden vom Autor Ralf Nestmeyer in die Vielfalt der sich immer wieder neu erfindenden britischen Hauptstadt eingeführt (Sightseeing-Klassiker) und Kenner erfahren das ein oder andere Neue, das es lohnt, auf die Liste für den nächsten Trip gesetzt zu werden (Sightseeing-Alternativen).

“Sehenswertes” nicht nur für Regentage

Alternativen sollte man aber auch für einen Regentag einplanen. Will man dann eine der 18 vorgestellten Touren nicht nachlaufen, aber die anvisierte Gegend dennoch besuchen, lohnt sich ein Blick unter den Punkt “Sehenswertes”, der beispielsweise Museen auflistet, die – auch das sei gesagt – kostenlos sind und in aller Regel auch ein nettes Café oder Restaurant inklusive Wlan haben, in dem man entspannen und den weiteren Tag planen kann.

Die mittlerweile 12. Auflage des MM-City Reiseführers London ist nicht nur ein kompakter Begleiter vor Ort, sondern auch ein praktischer Helfer bei der Vorbereitung. Wenn man nicht weiß, wo man übernachten oder eine andere Unterkunft ausprobieren möchte, empfiehlt sich ein Blick in die Hotelliste, die von teuer bis günstig ein weites Spektrum anbietet.

 

Ralf Nestmeyer: Reiseführer London, MM-City,  Michael-Müller-Verlag, 17,90 Euro, Neuauflage 2019.
Wer mag, kann das Buch über diesen Partnerlink direkt beim Verlag bestellen.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Mehr über London gibt es auf meinem Blog hier.
Ein Interview mit Ralf Nestmeyer ist hier zu finden.

 

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