Autor: DieBedra (Seite 1 von 25)

The fascination of reading a book

Books. There have always been books. At least for me. I can’t think of a time when books have not been important to me. The moment I could read and owned a card for my local library, I couldn’t think of anything more wonderful than reading for whole afternoons, lose myself in new stories and new characters. A good book can always compete with any film. At least for me.

I can’t say why I’ve got and still have the passion. Maybe it has been the reading technique itself, the ability to make words out of signs and understand their meaning – this might be because I still remember the exact feeling when words only were black mysterious signs in a book. There even has been a book I used to fill in the empty spaces after paragraphs with lines scribbled with a pen till the pages’ edge – still without being able to read. Apparently I couldn’t understand why those black signs just stopped. When those black spots finally became letters, words, sentences and even whole stories I fell for the fascination that is reading – and I’m addicted to it ever since.

Of course my passion has change over the years. Sometimes I read more, sometimes less. I discovered new authors while others disappeared from my bookish life. Simultaneously I got fascinated by the internet and tec stuff, I established my first blog, wrote my first blog entry, helped myself to a Kindle (mostly because I wanted to read books in English), a tablet and a Tolino arrived. And I tried (again) to read and write in English – starting with Twitter (I was scared to death when I posted my first English Tweet!), then I tried my very first blog entry about my fav series BBC’s “Sherlock” and Benedict Cumberbatch. Apparently no one cared or at least no one shouted at me for my bad English, so I felt encouraged to write about books I’ve read in English – for some reason it’s easier to write in the same language I’ve read the book.

Over the years some things stayed the same: discovering something new while reading, diving into a book (fiction or non fiction) and coming back into the real world – and the longing for another new book.

You may find the original German version of this blog entry here.

Hartmut Lange: Der Lichthof

Kurze Geschichte  – in  diesem Fall Novellen – sind eine wunderbare Möglichkeit, neue Autoren kennenzulernen und natürlich in neue Gedankenwelten einzutauchen. Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nichts von Hartmut Lange gelesen habe, mich aber die Buchvorschau des wunderbaren Diogenes-Verlags neugierig gemacht hat.

“Hatte Dennis nicht vor kurzem erst, als sie nachts auf dem Sofa lag, angerufen und behauptet, er würde sich ihretwegen Sorgen machen?”

Die erste, titelgebende Novelle “Der Lichthof”, erzählt ebenso wie der Rest der Novellen etwas Alltägliches. Hannelore wird von ihrem Mann Dennis verlassen, und das, obwohl sie erst in eine neue, große Altbauwohnung gezogen sind. Eine schöne Wohnung, die sie gemeinsam eingerichtet haben und in der nur das Badezimmer, das zu einem schäbigen Lichthof liegt, nicht vorzeigbar ist.

Thorsten Gruber will ans Meer fahren, weil er meint, sich so besser auf seine neue Rolle in einem Theaterstück vorbereiten zu können.
Susanne und Wolfgang lassen sich auf ihrer Reise Richtung Italien von einem Navi leiten und der emeritierte Politik-Professor Ronnefelder schläft in einem zersägten Ehebett.

Bis auf die letzte Novelle “In eigener Sache”, die die Kindheitserinnerungen des Autors an Flucht und Vertreibung verarbeitet, bergen die vier vorherigen in ihrer banalen Alltäglichkeit etwas Überraschendes, Unerklärbares, das zwar nicht erklärt wird, aber dennoch in den Kontext der jeweiligen Handlung passt. Das liegt an der  Erzählweise Hartmut Langes, die in ihrer Unaufgeregtheit an die von Benedict Wells und Ian McEwan erinnert und die die Geschichten so nachhaltig macht, dass man gern über sie nachdenken will.

Hartmut Lange: Der Lichthof. Novellen. Diogenes, 22 Euro
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Francis Fukuyama: Identität

Die westlichen, liberalen Demokratien sind in der Krise – weil sie (noch) nicht in der Lage sind, ihre eigene Kultur höher einzustufen als die Kulturen, die demokratische Werte ablehnen. Hinzu kommt, dass Menschen es nicht mehr akzeptieren, respektlos behandelt zu werden. Wenn also Demokratien es wieder schaffen, zu “umfänglichen Versionen gegenseitigen Respekts zurückzukehren” und die Europäische Union darüber hinaus eine nationale Identität neu definiert (und im Idealfall eine eigene Staatsbürgerschaft schafft), kann eine Gesellschaft entstehen, deren Demokratie stabil ist und gleichzeitig offen für Zuwanderung.

Das ist – zugegeben – zugespitzt das, was Francis Fukuyama in “Identität” beschreibt und dabei geschichtlich gesehen weit ausholt. Doch er bleibt die Frage schuldig, wie das alles erreicht werden soll, schließlich bewertet seiner Ansicht nach eine “äußere Gesellschaft” das authentische innere Selbst falsch und unfair. Doch eine Gesellschaft, die jedem einzelnen inneren Selbsts Genüge tut, kann es genauso wenig gehen, wie einen einfachen Zugang zu “Identität”, das jetzt als Taschenbuch vorliegt.

Francis Fukuyama: Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet. Hoffmann und Campe, 14 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Alexander von Humboldt: Der andere Kosmos

Es ist in der Tat ein ganzer Kosmos in “Der Andere Kosmos”, den die Herausgeber Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich vorlegen, nimmt es den Leser doch mit auf eine Reise durch 70 Jahre und zu 70 Orten – alle verbunden durch Alexander von Humboldt und die 70 Texte, die dieser Band versammelt. Der große deutsche Forscher war schon zu seiner Zeit eine Berühmtheit, nicht zuletzt dank  weltweit rund 1000 Texten, die  zu seinen Lebzeiten (1769-1859) veröffentlicht wurden.

In einer Zeit, in der das Internet noch nicht einmal erdacht worden war, platzierte Humboldt seine Texte gezielt in unterschiedlichen Zeitschriften, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen  – man kann sich durchaus vorstellen, dass er heute auf verschiedenen Plattformen unterwegs wäre, Fotos seiner Reisen auf Instagram posten würde und einen Blog hätte. Ganz Werber in eigener Sache nutzte Humboldt Briefe, die er auf seinen Reisen an Freunde, Kollegen und Redaktionen in Europa schickte, als “mobiles Medium der Reportage”, wie es im Vorwort heißt. Heute würde man sagen, dass ihn seine Fans live verfolgen konnten.

“Alexander von Humboldt war der internationalste Publizist seiner Zeit.”

“Der Andere Kosmos” versammelt vollkommen unterschiedliche Themen, die von Humboldts Protest gegen Rassismus und für die Emanzipation der Juden ebenso reichen wie Kenntnisse über seine Reise nach Amerika vermitteln, dessen Beobachtungen Humboldt sein ganzes Leben lang auswertete, wie es im Vorwort heißt.

Wer schon vor der Lektüre glaubte, Alexander von Humboldt nicht gerecht werden zu können, wird sich mit diesem Band bestärkt fühlen und ihn – nicht zuletzt wegen seiner hochwertigen Aufmachung – dennoch immer wieder fasziniert zur Hand nehmen.

Alexander von Humboldt: Der andere Kosmos, dtv, 30 Euro.
Das Buch wurde mit freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Philipp Röttgers: London and its genius loci

London isn’t just some city. She is a character in various films, novels and poems which wouldn’t be the same if they were not settled in Britain’s capital. The fascination that hits almost everyone who visits London for the very first time will not disappear but grow with every new trip. Experienced visitors have their own ways to find and re find their very own London, greeting the great city by walking a certain route on their first day back for example is a nice way to settle in again.

“If you want to experience every little detail of history that is around you, you just have to walk and stop and look and don’t aim for anything in particular!”

Philipp Röttgers offers  seven “Tour Stories”, walks that lead the readers through streets and thoroughfares while offering details of historic events and people. Although this isn’t a totally new way to learn more about London’s history while strolling the streets, Röttgers offers some new aspects and tours that are worth a try, especially if you haven’t done any. The author, drummer and journalist, isn’t a native speaker but a German who has studied “English Literatures and Cultures” at the university in Bonn.

If you haven’t, you should give  Peter Ackroyd’s “London –  The Concise Biography” (which Röttgers is frequently quoting) and Matthew Green’s “London: A Travel Guide Through Time” a try. They are brilliantly written and make a thrilling read while preparing for another trip.

You find more about London on my blog (both in English and German) here.

Philipp Röttgers: London and its genius loci, Büchner, 22 Euro.
The book was kindly provided  for review by the publisher.

Photo: Petra Breunig

Photo: Petra Breunig

 

Preis der Freiheit

 

Erstaunlicherweise gibt zur Zeit deutsche Serien, die es lohnt, anzuschauen. Seien es “Weissensee“, “Ku’damm“, “Tannbach” oder “Preis der Freiheit”. Allen ist gemein, dass sie sich mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigen und sie anhand von Familien erzählen, deren Schicksal mit den historischen Entwicklungen verbunden ist. Das gelingt ordentlich, aber nicht unbedingt sehr gut.

“Ich tue alles für diesen Staat.” Margot

Im Zentrum von “Preis der Freiheit” stehen drei Schwestern: Lotte Bohla (Nadja Uhl), ist Buchhändlerin, alleinerziehende Mutter, die sich in der Umweltbewegung engagiert. Margot Spindler (brillant Nadja Auer) arbeitet in der “Kommerziellen Koordinierung” daran, Devisen für die DDR zu beschaffen. Ihr Mann, Paul (Joachim Król) arbeitet in einem Kombinat, das den ersten FCKW-freien Kühlschrank erfindet. Die dritte Schwester, Ina Winter (irgendwie immer leidend Nicolette Krebitz), arbeitet in der Bundesrepublik beim Ministerium für innerdeutsche Beziehungen unter anderem am Flüchtlingsfreikauf. Weshalb sie seit Jahren unter einem anderen Namen im Westen lebt, bleibt unklar.
Neben der Familiengeschichte liegt das Hauptaugenmerk der Filmemacher auf der zunehmend unzufriedene Jugend und der Geschäftemacherei, bei der nach und nach klar wird, dass die DDR auf den Bankrott zusteuert.

Im Grund hat die dreiteilige Serie “Preis der Freiheit” alles, was gute und spannende Unterhaltung braucht – und in weiten Strecken ist das die Mischung aus Historiendrama, Agententhriller und Familientragödie, die in drei Folgen erzählt wird, auch. Dennoch bleibt die Inszenierung typisch deutsch: die Farben wirken, als hätte jemand alle frischen Töne herausgefiltert und durch eine braun-beige-khaki Farbpalette ersetzt, die den Bildern etwas seltsam unrealistisches gibt. Der Soundtrack begleitet die Handlung nicht, sondern überlagert zu oft und zu penetrant und zu laut die Dialoge anstatt die Stimmung zu untermalen. Dennoch bleibt er nicht im Gedächtnis haften. Dass keiner der Schauspieler berlinert oder sächselt, erwartet man in einer deutschen Produktion ebenso wenig wie künstliche Dialoge, die kein Mensch im wirklichen Leben so sprechen würde. Dennoch lohnt es sich, ein weiteres Mal mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte  zu beschäftigen.

Der Preis der Freiheit, 3 Folgen, insgesamt 270 Minuten.
Die DVDs wurden mit freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

⭐⭐⭐

 

Christoph Poschenrieder: Der unsichtbare Roman

Das Auswärtige Amt ist auf der Suche nach einem Schriftsteller. Aber nicht irgendeinen und nicht für irgendeinen Zweck. Das Auswärtige Amt der Reichsregierung will, dass der Roman “einer größeren Öffentlichkeit” die Ursachen des Kriegsausbruchs 1914 erklärt. Wer der Schuldige sein soll, das soll im Jahr 1918 selbstverständlich nicht der Fantasie des Schriftstellers überlassen bleiben. Denn die Behörde gedenkt, die Kriegsschuld den Freimaurern in die Schuhe zu schieben. Dafür bekommt Gustav Meyrink, der auserwählte Schriftsteller, eine Zugfahrkarte erster Klasse spendiert, damit er nach Berlin kommen und vor Ort die Details erörtert bekommen soll. Weil er das Geld gut gebraucht kann, willigt Meyrink in das Geschäft ein.

“Wir machen hier Propaganda. Beeinflussung von Freund und Feind. Das ist nicht die feine Dichtkunst. Da muss sich auch nichts reimen.”

Christoph Poschenrieder widmet sich in “Der unsichtbare Roman” dem historischen  Gustav Meyrink und Autor des “Golem” und verarbeitet die historisch verbriefte Verbindung mit dem Auswärtigen Amt des Deutschen Reichs zu einer Geschichte, in die immer wieder Recherchenotizen eingestreut werden. Sie weisen zum einen auf die tatsächlichen geschichtlichen Ereignisse hin, gewähren aber zum anderen auch Einblick in die Arbeit des Schriftstellers selbst – wobei offen bleibt, ob es die Arbeit Poschenrieders oder Meyrinks ist. Dabei schafft es Poschenrieder das nicht gerade leichte Thema so zu erzählen, dass sich die Frage ob es denn immer noch mehr Romane, die in der Zeit des Ersten Weltkriegs angesiedelt sind, braucht, nicht stellt.

Christoph Poschenrieder: Der unsichtbare Roman, Diogenes, 24 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Charles J. Shields: Der Mann, der den perfekten Roman schrieb

Es hat etwas trauriges, wenn ein Autor erst nach seinem Tod bekannt wird und seine Romane erst dann als wichtige Literatur anerkannt werden. So erging es John Williams, dessen Roman “Stoner” (erstmals gedruckt 1965) hierzulande 2013 erstmals überhaupt auf Deutsch erschienen ist.  Daher ist es wenig sinnvoll, die Biografie “Der Mann, der den perfekten Roman schrieb” von Charles J. Shields zu lesen, ohne vorher ein Buch von Williams selbst (am besten natürlich “Stoner”, auf den werbewirksam auf dem Titel des Schutzumschlags hingewiesen wird) gelesen zu haben. Zumindest wenn man – wie ich – nach der Lektüre des ersten Buches eines zuvor unbekannten Autors mehr über diesen wissen will.

“[Williams] war überzeugt, dass ein Schriftsteller mehr gelesen haben musste als jeder Wissenschaftler.”

Dann erfährt man mit Hilfe der akribisch recherchierten  und ausführlich dokumentierten Biografie, die auch auf die anderen Werke John Williams’ eingeht, dass dieser ähnlich wie seine Figur Stoner immer auf der Suche war. Und dabei wusste, dass er ein brillanter Schriftsteller war, der allerdings in einer Zeit schrieb, in die seine gleichermaßen leisen wie eindringlichen Werke nicht passen wollten. Symptomatisch mag es daher sein, dass sein Roman “Butcher’s Crossing” (erschienen 1960) als Western bezeichnet wurde, obwohl es darin nur vordergründig um den Wilden Westen und die Büffeljagd geht. Williams war zwar ein anerkannter Universitätsprofessor, aber er träumte zeitlebens davon, ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein. Ein Traum, der unerfüllt blieb.

Wer sich auf die Lektüre einlässt, wird mehr von John Williams lesen wollen.

Charles J. Shields: Der Mann, der den perfekten Roman schrieb. dtv, 26 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Bücher meines Jahres 2019

Bilanz zu ziehen am Ende eines Jahres gehört irgendwie dazu – für mich ist es die Bilanz über die Bücher, die ich im zu Ende gehenden Jahr 2019 gelesen habe. Im Vergleich zu 2018 habe ich tatsächlich ganze zehn Bücher mehr gelesen. Liegt es daran, dass ich mehr Bücher auf Deutsch gelesen habe oder schlicht daran, dass die Bücher nicht zu dick waren?

Meine Bilanz:
Gesamt: 46
Deutsch: 27
Englisch: 19
E-Books: 7 (auf dem Tolino gelesen)
Hörbücher: 2

Woran ich mich gerne erinnere
Kate Connolly: Exit Brexit – inmitten all der Irrungen und Wirrungen, in denen ich mehr über die britische Demokratie und deren parlamentarische Gewohnheiten (inklusive Mr Speaker John Bercow)  gelernt habe, als mir mitunter lieb war, bleibt das wunderbare Buch der deutschen Korrespondentin des Guardian ein liebenswerter Einblick in einen deutsch-britischen Haushalt. Und das Versprechen, dass die beiden Länder mehr verbindet als trennt.
Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft: Zugegeben, die Erinnerung von Hape Kerkeling habe ich erst gelesen, nachdem ich den wunderbaren gleichnamigen Film gesehen habe. Geliebt habe ich beides. Denn man lacht, man weint, man schüttelt den Kopf, nickt wissend und fühlt sich bestens unterhalten.
Tom Mole: The Secret Life of Books – weil man es mehrmals lesen muss, um die vielen interessanten Fakten über Bücher und weshalb sie uns begleiten, zu behalten.
Astrid Ruppert: Leuchtende Tage: Ein Roman über Frauen der Familie Winter, der ein vielversprechender Auftakt einer Trilogie ist, mit der man gerne Nachmittage verlesen will.
Claire Lombardo: Der größte Spaß, den wir je hatten ist das beste Beispiel für ein Buch, das ich ohne den entsprechenden Buchtipp nie gelesen hätte.

Neue und alte Begleiter
Die Autoren Donna Leon, Ian McEwan und Lukas Hartmann, ihre Werke und Figuren begleiten mich seit Jahren. Relativ neue Bekannte sind André Aciman und Robert Galbraith.

David Wagner: Der vergessliche Riese

Auf einmal ist sie da, die Erkenntnis, dass der eigenen Vater nicht nur alt, sondern auch nicht mehr derselbe ist. Obwohl erst 71 und noch recht rüstig, vergisst der Vater das, was gerade gewesen ist, aber auch das, was schon Jahre zurück liegt. Wann seine Frau gestorben ist, wo er wohnt oder wie lange er sein Auto schon hat. Aber er weiß, dass er in dem Haus nicht allein leben möchte. Der Sohn, der Ich-Erzähler, der in Berlin wohnt und der in den vergangenen Jahren nur sporadisch Kontakt zu einem Vater hatte, kümmert sich nun regelmäßig um ihn. Gemeinsam besuchen sie Orte, die für den Vater wichtig waren und an die er sich nicht immer erinnert.

“Weißt du, Freund, für mich ist jeder Tag und jede Stunde neu.”

David Wagner beschreibt in “Der vergessliche Riese” wie Demenz einen Menschen verändert, ihn aber dennoch in seiner unverwechselbaren Persönlichkeit erkennbar lässt. Das ist zutiefst berührend, gleichermaßen witzig und traurig und zeigt, dass Demenz auch Nähe zwischen  Sohn und Vater schafft, die seit Jahren nicht mehr existiert hat. Sie gibt aber auch die Möglichkeit, Abschied zu nehmen – vom Vater und von der Vergangenheit, von der eigenen Kindheit. “Der vergessliche Riese” ist keine einfache Erzählung. Sie ist aber in ihrer Unaufgeregtheit und leisen Sprache meisterhaft.

David Wagner: Der vergessliche Riese, Rowohlt, 22 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

« Ältere Beiträge

© 2020 die bedra

Based on the Theme by Anders NorenHoch ↑

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du hier bleibst, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. This site uses cookies. By continuing browsing, you are consenting to the use of cookies. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen