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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Kategorie: Film (Seite 1 von 3)

Niemandsland – The Aftermath

Deutschland unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Briten haben Hamburg oder das, was von der Hansestadt noch übrig ist, besetzt. Rachael Morgan (wie immer wunderbar in historischen Filmen: Keira Knightley) kommt aus London, um wieder mit ihrem Mann Lewis (Jason Clarke) zu leben, der als Colonel eine unzerstörte Villa für sich und seine Frau beschlagnahmt hat. Überraschenderweise erlaubt Lewis dem Eigentümer, dem Architekten Stefan Lubert (Alexander Skargård), und seiner Tochter Freda (beeindruckend: Flora Thiemann) im Dachboden wohnen zu bleiben. Des Fraternisierungsverbots ungeachtet, kommt es natürlich zu Annäherungen und den entsprechenden Verwicklungen, Liebe, Trauer und Eifersucht inklusive.

“Es ist das gleiche Meer.”

Was „Niemandsland – The Aftermath“ ausmacht, ist nicht so sehr das überraschende Ende, sondern die niemals unfaire Darstellung von Siegern und Besiegten, Schuldigen und Unschuldigen. Die hierzulande übliche Unart, Filme zu synchronisieren, offenbart eine der größten Schwächen, begreift doch Rachael gerade ihre fehlenden Deutschkenntnisse vor allem am Anfang als Ausgrenzung. Dass die Briten Deutsch wenn überhaupt mit schwerem Akzent sprechen und in der Originalfassung ihre jeweilige regionale Sprachfärbung behalten, geht in der Synchronisation verloren. Die Tatsache, dass man die Rolle des Stefan Lubert nicht mit einem Deutschen besetzen konnte oder wollte (warum eigentlich?), beschert den deutschen  Zuschauern einen mit schwedischem Akzent sprechenden Alexander Skargård.

Auch in der deutschen Fassung kann man sich  auf die Handlung und die detailreiche Ausstattung konzentrieren, sich fragen, ob Rachael ihre gesamte Garderobe tatsächlich in dem kleinen Koffer mitgebracht hat und woher im ausgebombten bitterkalten Hamburg die wunderschönen Rosengestecke kommen –   und einen Film jenseits des Popcorn-Kinos erleben.

Der Film basiert auf dem Buch von Rhidian Brook, das auf Deutsch bei btb erschienen ist.

[Das Zitat ist meine Übersetzung]

⭐⭐⭐⭐⭐

Der Fall Collini

Der angesehene Großindustrielle Hans Meyer (Manfred Zapatka) wird scheinbar grundlos in seiner Berliner Hotelsuite ermordet. Der junge Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung des Italieners Fabrizio Collini (Franco Nero), der bevor er zum Mörder wurde, unbescholten in Deutschland gewohnt hat. Der  scheinbar eindeutige Fall wird für Caspar auch zu einem persönlichen Problem. Denn es stellt sich heraus, dass der Ermordete nicht nur sein Ersatzvater war,  sondern auch  der Großvater seiner Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara). Darüberhinaus ist ihm der erfahrene Strafverteidiger Professor Richard Mattinger (Heiner Lauterbach), bei dem Caspar auch noch studiert hat, ganz offensichtlich überlegen.

“Es war damals eine andere Zeit.”

“Der Fall Collini” könnte sich nur mit einem ehrgeizigen jungen Anwalt beschäftigen, der bei seinem ersten Fall mehr als alles nur richtig machen will. Schon alleine deshalb wäre die Rolle des Caspar Leinen mit der 36-jährigen Elyas M’Barak sehr gut besetzt, der den meisten bisher nur aus den “Fack-ju-Göthe”-Filmen bekannt sein dürfte und der sich auf der nächsten Stufe seiner Karriereleiter, hin zum Charakterdarsteller befindet. Doch der Film unter der Regie von Markus Kreuzpaintner beschäftigt sich auch mit dem grundlegenden Thema Recht, Gerechtigkeit und – man ist versucht zu schreiben dem unvermeidlichen Thema eines deutschen Films – der Zeit des Nationalsozialismus und der jungen Bundesrepublik. In der Zeit der Studentenproteste verabschiedete der Deutsche Bundestag das “Einführungsgesetz zum Ordnungswidrigkeitengesetz, kurz EGOWiG”, das Mitläufer des NS-Regimes lediglich als Gehilfen, aber nicht als Mörder einstufte, weshalb die Taten der meisten NS-Verbrecher als verjährt galten.

Freilich: diese ganze Thematik, die vor allem für juristische Laien schwer verständlich ist, bräuchte eine längliche Dokumentation. Weil aber “Der Fall Collini” ein Spielfilm ist,  lässt er sie die Figuren in Dialogen abhandeln,  ohne allerdings die NS-Morde zu verharmlosen. Dass das auf überzeugende und beeindruckende Weise gelingt, liegt nicht nur an der dichten Handlung und an der Kameraführung, die die Gesichter der Figuren immer wieder in Großaufnahmen zeigt, sondern auch an den durchweg überzeugenden Schauspielern. Am Ende will man nicht nur mehr über den rechtlichen Hintergrund wissen, sondern wundert sich auch, wie schnell 118 Minuten vergehen können.

⭐⭐⭐⭐⭐

Der verlorene Sohn

Ein Sohn, der erkennt, dass er schwul ist. Ein Vater, der Baptistenprediger und Inhaber eines Autohauses ist. Und eine Mutter, die sich entscheiden muss, ob sie immer nur passiv sein will. Jared (Lucas Hedges) stellt mit seinem Outing nicht nur das zutiefst religiöse Leben seiner Mutter Nancy (Nicole Kidman) und seines Vaters Marshall (Russell Crowe) auf den Kopf, sondern das der ganzen Gemeinde. Zusammen mit deren Predigern fällt die Entscheidung, den 19-jährigen Jared in ein Zentrum zu schicken, in dem Homosexuelle mit der “Reparativtherapie” geheilt werden sollen – basierend auf der Überzeugung, dass sie “so” nicht auf die Welt gekommen sind. Unter dem Druck, seine Familie und seine religiöse Identität zu verlieren, entschließt sich Jared, die brutalen und entwürdigenden Methoden des Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) über sich ergehen zu lassen.

“Ich denke an Männer. Ich weiß nicht wieso, und es tut mir auch leid.”

“Der verlorene Sohn” ist alles andere als Popcorn-Kino und streckenweise nur schwer zu ertragen. Das liegt vor allem am  brillanten Lucas Hedges, der wie schon zuvor in “Ben is back” erneut beweist, dass er die schockierenden Erlebnisse, die darin gipfeln, seine Identität auszulöschen (der englische Titel “Boy Erased” weist das viel deutlicher aus als der deutsche) glaubhaft darstellen kann. Flankiert von einer Nicole Kidman, die  streckenweise die Verkörperung amerikanischer Hausfrauen-Klischees ist und Russell Crowe, der bis zuletzt nicht von seiner religiösen Überzeugung abweicht, zieht der Film den Zuschauer in den Bann. Bis zum Ende, das dem Film nicht gerecht wird.

Der Film basiert auf den Erinnerung von Garrard Conley, der seine Erlebnisse unter anderem im Roman “Boy Erased” (auf Deutsch im Secession-Verlag) verarbeitet hat.

★★★★

 

Green Book

In the 1960s Tony Lip (Viggo Mortensen) is a bouncer in a New York nightclub. When this is closed due to renovation, he applies for a job Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) has to offer. As it turns out, Shirley is not a “normal” doctor but a highly acclaimed black pianists who looks for a driver for his upcoming tour into America’s deep south. Tony takes this job, trying everything to stick to the schedule and reaching every town just in time to settle the stage and prepare for the next concert. The deeper they get into the southern states, where segregation is still in place, Tony realises that Don is only welcome and cheered at when he is the pianist on the stage  but not as a black man. Don on the other hand learns that Tony is a man he can rely on.

“It takes courage to change people’s hearts.”

“Green Book” which title refers to the “Negro Motorist Green Book“, an annual guide book for afro-american roadtrippers, tells a story that isn’t totally new to both the big and the small screen. But the way the story between two different men who become unlikely  friends is told here, is funny and sad and shocking and it has a warmth that draws you easily into its 130 minutes – with no boring moments.

Mahershala Ali took a Bafta, a Golden Globe and an Oscar as best supporting actor, while Viggo Mortensen was nominated as leading actor.
“Green Book” won the Oscar for best picture.

[Updated after the Oscars ceremony

★★★★★

Ben is back

Es ist eine ganz besondere Überraschung für die Familie, denn der 19-jährige Ben (Lucas Hedges) steht an einem kalten und verschneiten Tag plötzlich vor der Tür. Seine Mutter Holly (Julia Roberts) ist voller Freude, sollte doch ihr Sohn Weihnachten in einer Drogen-Entzugsklinik verbringen. Während Tochter Ivy (Kathryn Newton) und Stiefvater Neal (Courtney B. Vance) skeptisch sind und glauben, dass es für Ben viel zu früh ist, die Klinik zu verlassen, tut Holly alles, damit ihr geliebter Sohn keinen Rückfall erleidet. Sie versteckt alles, womit seine Sucht getriggert werden könnte,  nimmt sich vor, ihn keine Sekunde aus den Augen zu lassen und gleichzeitig ihre Familie zusammenzuhalten.

“Du wirst mir keinen Augenblick von der Seite weichen. Denn In den nächsten 24 Stunden entscheide nur ich, ganz allein , verstanden?”

“Ben is back” ist ein sehr intensiver Film, der vor allem auf die Präsenz einer beeindruckenden Julia Roberts setzt. Dabei ergänzt sie sich kongenial mit Lucas Hedges, der Ben gleichzeitig sensibel, verletzlich, aber auch schroff und ablehnend spielt. Alles in allem ist der Film keine leichte Unterhaltung, bietet er weder – so viel sei verraten – ein Happy End, noch gibt es während der ganzen 103 Minuten Momente der echten Entspannung oder des Glücks. Immer erwartet man, dass irgendetwas passiert, auch wenn man nicht so genau weiß, was das denn nun eigentlich sein sollte. Vielleicht ist das der Grund, weshalb dieser Film möglicherweise einer sein wird, der von diesem Filmjahr im Gedächtnis bleiben wird.

★★★★★

Colette

What if you are a gifted author whose stories are beloved by their readers? You can make a living out of it – but only if you are a man. That’s the problem Gabrielle Colette (Keira Knightley) faces after she has moved with her husband Henry Gauthier-Villars (Dominic West) from rural France to Paris. Here they live a bohemian life at the dawn of the 20th century. While her husband tries to write articles for various magazines with the help of ghost writers, he discovers Colette’s talent and convinces her to write novels. The first one is published under his name – Willy – and becomes a huge success with an audience demanding for more. Henry, keen to earn more money by selling more “Claudine” novels, forces Colette to continue writing under his name while they both enjoy a celebrity’s couple’s life including parties and different sexual relationships.

“My name is Claudine, I live in Montigny; I was born there in 1884; I shall probably not die there.”

But as time goes by, a frustrated Colette doesn’t want to hide her authorship anymore, she wants to be more than only her husband’s wife – questioning the norms of society.

“Colette” is a beautifully made film where every single detail of the set is chosen very carefully. Keira Knightley fits perfectly in this set and in the corsets, skirts and dresses while being witty, funny, angry and all in all a joy to watch. In 2014 she was Benedict Cumberbatch‘s Alan Turing‘s fiancée and life long friend Joan Clarke in “The Imitation Game” which earned her (and Benedict) an Oscar nomination. In this film Keira is on top of her performance abilities, portraying Colette from a shy girl to a strong woman ready to walk her way in a society dominated by men. One of the shiny 2019 Oscars could carry Keira’s name.
★★★★★

Die Frau des Nobelpreisträgers

“Ich in eine Königsmacherin”, sagt Joan Castleman (Glenn Close) auf die Frage, was sie denn so mache. Spätestens dann ist dem Zuschauer klar, dass irgendetwas nicht stimmt an der Geschichte des erfolgreichen Schriftstellers Joe Castleman (Jonathan Pryce), ihres Ehemanns, dessen Laufbahn mit der Verleihung des Literaturnobelpreises gekrönt wird. Joe hat seine besten Jahre hinter sich und ist offenbar darauf angewiesen, dass ihn seine Frau  umsorgt, treusorgend könnte man schreiben, denn Joan kümmert sich nicht nur darum, dass er seine Herztabletten regelmäßig nimmt. Sie ist auch seine Sekretärin und sorgt dafür, dass er Termine einhält. Und sie vermittelt zwischen ihm und dem gemeinsamen Sohn (Max Irons), der ebenfalls Schriftsteller werden will und der nichts lieber möchte, als von seinem Vater anerkannt zu werden.

Anerkannt werden, das möchte auch Joan, nicht dafür, dass sie eben das ist “Die Frau des Nobelpreisträgers” wie der Filmtitel schon sagt.  Denn sie und nicht Joe ist die eigentliche geniale Schriftstellerin, die aus den Ideen ihres Mannes die erfolgreichen Bücher schreibt, die ihm den Nobelpreis einbringen.

“Es gibt nichts Verwerfliches, an dem was wir tun.”

“Die Frau des Nobelpreisträgers” ist ein ruhiger Film, der von den Hauptdarstellern lebt. Doch das allein reicht nicht. Freilich zeigt  Glenn Close all das, was man von einer mehrfach ausgezeichneten Schauspielerin erwartet, aber auch nicht mehr. Es fehlt den ganzen Film hindurch das letzte Stückchen, das den Zuschauer emotional packt und für Joan mitfiebern lässt. Dass Glenn Close im Vorfeld der jüngsten  Golden-Globe-Verleihung für ihre Leistung hochgelobt und letztlich als beste Hauptdarstellerin in einem Drama ausgezeichnet wurde, ist meiner Ansicht nicht gerechtfertigt.

☆☆☆☆

Walk With Me – erzählt von Benedict Cumberbatch

Es ist alles andere als ein üblicher Film. Doch wer auf Action-Szenen nicht verzichten kann, für den ist “Walk With Me” nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es um eine gute abendliche Unterhaltung geht. Es sei denn, man sucht Ruhe und Entspannung, die weder etwas mit  Kitsch noch  mit platter Unterhaltung zu tun hat. Das Publikum soll das Kino mit einem Gefühl des inneren Friedens und der Zufriedenheit verlassen, wenn es den Film gesehen hat, schreiben die Macher von “Walk With Me”,  Marc J. Francis und Max Pugh, im Presseheft, das die Veröffentlichung der DVD begleitet.

Das ist ihnen auf eine wunderbare Weise gelungen. Die Bilder wirken, als seien sie soeben entstanden, als sei man als Zuschauer unmittelbar dabei, als könne man den buddhistischen Mönchen über die Schulter schauen. Miterleben, wie sie innehalten wenn Glocken läuten oder eine Uhr mit dem Glockenschlag von Big Ben die Zeit anzeigt. Profane, alltägliche Dinge wie das Tippen am Laptop oder das Rasieren der Haare bekommen auf diese Weise genauso eine beruhigende Wirkung wie Szenen mit in unterschiedlichen Haltungen meditierenden Mönchen oder Szenen mit Landschaftsbildern.

“Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt.”
Benedict Cumberbatch

Zum Glück wurde die Stimme des Erzählers Benedict Cumberbatch nicht wie leider so oft bei uns üblich synchronisiert, sondern wie der gesamte Film mit deutschen Untertitel versehen. Und so entfalten die Zitate,  die der britische Schauspieler aus den frühen Tagebüchern des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh vorträgt, ihre volle Wirkung, geben sie doch tiefe Einblicke in die Zeit, als der Meister nur ein einfacher Mönch war, der noch dabei war, seinen Weg  und das Geheimnis der Achtsamkeit zu finden.  “Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt”, sagt Benedict Cumberbatch (Bild/Foto: Getty Images)  über seine Arbeit an dem Film und ist davon überzeugt, dass das Publikum von dem Film bewegt sein wird.  “Walk With Me” ist einer dieser ruhigen Filme, die den Zuschauer noch eine ganze Weile begleiten und an den man immer wieder denken wird.

Embed from Getty Images

 

Ich habe den Film vorab per Sichtungslink gesehen.

Benedict Cumberbatch: I am a very lucky man

Over the last couple of years Benedict Cumberbatch gained lots of fans, especially women. Whether or not his wife is jealous of them,  the British actor, who in the last two years alone appeared in five films, reveals in this interview.  Additionally he  takes over the role as Sherlock Holmes on telly on a regular basis. The last episode of the fourth series aired on Sunday, 11th June on German broadcaster ARD.

Question: Besides your job you and your wife Sophie have to care for your two year old son Christopher and your new born son Hal. Isn’t this situation a bit too stressful?
Benedict Cumberbatch: It’s not stressful, it’s a blessing. It’s unbelievable that I’m offered roles at all. And that I am able to choose which one I want to take, that they are so different from one another and that people seem to like those films – this is something you simply can’t expect at all.

Have you ever imagined that the series would be such a huge success? What makes your version of Sherlock Holmes so popular?
I had not the faintest idea. Maybe it’s good we don’t do more episodes. Fans are more keen on what will happen and we do always look fresh and relaxed (laughs). Seriously, I do think that all figures in the series have their very special weaknesses or failures. The audience can accept them more easily.

The finale of series four is about to air (in Germany when this interview was first published). What was the best thing that happend on set?
Definitely Toby, the bloodhound of the first (it says “last” in the German version) episode. That damn dog wouldn’t move while filming because it turned out he hates asphalt and humans. He was trained in the countryside. It was a real comedy getting him to move.

As Holmes you almost have a romantic relationship with your coat (it says ‘cloak’ in the German version but you know about cloaks). Is there any private …?
… clothing I have an romantic  relationship? (laughs) Would be cool if I said I have a favourite blanket I’m carrying around since childhood, wouldn’t it? But there is nothing at all. My clothes are very boring, mostly one colour and I prefer silver, grey and blue.

Fans don’t think you are boring. You achieved cult status.
It’s something I never longed for. But it’s part of the job of being an actor.  Biggest problems I have with the pun some of my very intelligent, witty and creative female fans are playing with my name.

You’re hinting at the name “Cumberbitches” they gave themselves?
Yes, it’s a bit of self humiliating. I have made it quite clear that I would be more happy with a slightly different version of that name. But in the end everyone is free to decide which name to choose for oneself.

What about your wife? Isn’t she jealous of all the female fans?
Sophie loves me and is proud of my work. That’s all that matters. We are made for each other and fit together perfectly. That’s why she has no problems with all the stuff that’s going on. She’s a very strong and confident woman. I am a very lucky man.

How are you dealing with all the fame?
I ignore it and am trying to enjoy all the wonderful moments I can live through as an actor. It’s very easy to be dragged away by all the fuzz that’s made up around your person. That’s why it’s so important for me to have family and friends I know for a very long time. They keep me grounded.

You seem to be very self-confident.
Problem is self-confidence often is taken for arrogance. I’m a man with some short-comings.

That is?
Well, I do like tech gadgets but I’m not really good with them. I’m just an ordinary user who gets screwed up if something doesn’t work.

Do you always have your phone at hand?
Only for my job. Because I would loose out on all my appointments. When I’m at home, I don’t want to know anything of this.

What are you up to when you are at home?
First I’m changing into something very comfy. There’s nothing more wonderful than watching a great film crawled up on the sofa in front of your fireplace. But more often I’m reading a book. That calms me down.

Are you into sports?
Not in any studio. I like hiking in nature or walking through a park to clear my brain. Music helps me.

What is your favourite music?
Everything. Most of all I like songs getting me to think because they cover everything that goes wrong in this world. Just like Radiohead’s “Burn the Witch”. That songs touches my soul.

What should we do to make the world a better place?
It’s up to everyone to decide if or if not to make a difference. I’m working with an organisation called “Liberty” backing human rights in the UK. We’re trying to support people who are discriminated because of their origin, colour or religion.

You’re 40 now. Do you look back to your 20s nostalgically?
Not at all. The older I get, the happier I get with my life. I love my wonderful life, now more than ever, together with my family and the fantastic people surrounding me. I’m very much looking forward forward to what may lie ahead.

 

The German version of this interview was originally published online here.  My translation is published with the friendly permission of the author.

Sherlock: Die sechs Thatchers

Das neue Jahr brachte eine neue Sherlock-Staffel – jedenfalls auf BBC One und zumindest dann, wenn man es auf welche Art auch immer schaffte, die erste Ausstrahlung zu besten britischen Sendezeit zu verfolgen. Wer also weise vorausschauend den Silvesterabend nicht allzu ausufernd verbrachte oder entsprechend lange ausschlief, der begegnete ab 20.30 Uhr britischer Zeit  in der ersten Folge der vierten Staffel “Die sechs Thatchers” (Buch: Mark Gatiss) den geliebten Figuren genau dort wieder, wo er sie am Ende der dritten Staffel – in der Folge “Sein letzter Schwur” –  verlassen hat: Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht, seine Sucht in den Griff zu bekommen, John (Martin Freeman) und Mary (Amanda Abbington) werden bald Eltern und Mycroft (Mark Gatiss) ist genauso clever, süffisant und perfekt gekleidet wie eh und je. Aber natürlich gibt es die Weihnachtsfolge “Die Braut des Grauens”,  (Erstausstrahlung in der BBC am 2. Januar 2016)  die entgegen den Aussagen der beiden “Sherlock”-Erfinder Steven Moffat und Mark Gatiss eben keine Folge ist, die völlig losgelöst vom Entwicklungsstrang der übrigen Folgen und natürlich den vorherigen Serien zu sehen ist.

Trotz allem: ein Mensch

“Die sechs Thatchers”  (deutsche Erstausstrahlung ARD, 4. Juni 2017) bringt eine völlig neue Wendung innerhalb der Serie als Ganzes und für die Figur Sherlock im Besonderen. Und so verfolgt der Zuschauer wie der einzige beratende Detektiv mit ungewohnten Situation und neuen Menschen, darunter einem Baby, zurechtkommen muss. Das geschieht in schnellen Rückblicken, die ein Fest für Fans sind, für Neulinge allerdings reinste Verwirrung. Natürlich verändern neue Bezugspersonen und neue Situationen Sherlock, es muss ihn verändern. Auch wenn er bisher alles getan hat, uns vom Gegenteil zu überzeugen, ist er doch letztlich ein Mensch und wie sich im Verlauf der Handlung herausstellt, einer mit sehr viel Mitgefühl. Freilich heißt das nicht, dass er nun plötzlich kein hochfunktionaler Soziopath mehr ist, der im Zweifel alle und alles überwacht und jede Telefonnummer gespeichert hat. Er ist genauso ungehobelt und unhöflich, hochintelligent und ein Schnelldenker wie immer. Und er ist ungefähr so aktiv  wie James Bond und mindestens genauso attraktiv.

Nicht zuletzt hat sich auch John Watson (wie immer perfekt: Martin Freeman) verändert – so wie es ihm Mrs Hudson (witzig und liebenswert: Una Stubbs) vorhergesagt hat: “Heirat verändert einen”, (meine Übersetzung) sagte sie in “Das Zeichen der Drei” zu Sherlock und natürlich hat sie recht. Mary (souverän: Amanda Abbington) und John müssen sich um ihre kleine Tochter kümmern, wollen aber gleichzeitig auch mit Sherlock Kriminalfälle lösen. Zu den zweien, die gegen den Rest der Welt kämpfen, hat sich nun Mary gesellt. Und sie passt wunderbar in Sherlocks Welt, in der es vor allem um Intelligenz, schnelles Denken und Schlussfolgerungen geht. Kenner wissen aber natürlich, was mit  Marys  in den ursprünglichen Sherlock-Holmes-Geschichten des Erfinders Arthur Conan Doyle passiert.

Fazit: “Die sechs Thatchers” haben alles, was man sich wünschen kann: Witz, Dramatik und Kulissen (Ausstattung: Arwel Wyn Jones), die so detailreich sind, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch etwas neues entdeckt. Benedict Cumberbatch ist Sherlock. Er passt so perfekt in diese Rolle wie er in den berühmten Mantel (und die immer etwas zu eng sitzenden Anzüge) passt. Jeder seiner Szenen ist eine schauspielerische Glanzleistung. Martin Freemans John Watson und Amanda Abbingtons Mary sind viel mehr als Nebenrollen und Ergänzungen der Titelfigur. Beide entwickeln einzelne Stränge der Handlung weiter, die dann in den späteren Folgen vollendet werden.

Wie bei allen Staffel vorher ist auch in dieser ersten Folge der vierten Staffel Aufmerksamkeit beim Zuschauer gefragt. Wer nicht aufpasst und sich nur nebenher vom Fernseher berieseln lassen will, wird keine Freude an “Sherlock” haben – unabhängig davon, welche Folge er anschaut. Denn der Witz der Dialoge und die Wortspiele sind nur scheinbar Geplänkel. Sie sind wichtig, um die Handlung zu verstehen. Wer allerdings erst mal seine Leidenschaft für diese Fernsehserie entdeckt hat, wird so schnell nicht mehr davon loskommen.

 

Dies ist die deutsche Version des ursprünglichen englischen Beitrags, den ich nach der Erstausstrahlung in der BBC geschrieben habe.

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