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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Kategorie: Film (Seite 1 von 3)

Der verlorene Sohn

Ein Sohn, der erkennt, dass er schwul ist. Ein Vater, der Baptistenprediger und Inhaber eines Autohauses ist. Und eine Mutter, die sich entscheiden muss, ob sie immer nur passiv sein will. Jared (Lucas Hedges) stellt mit seinem Outing nicht nur das zutiefst religiöse Leben seiner Mutter Nancy (Nicole Kidman) und seines Vaters Marshall (Russell Crowe) auf den Kopf, sondern das der ganzen Gemeinde. Zusammen mit deren Predigern fällt die Entscheidung, den 19-jährigen Jared in ein Zentrum zu schicken, in dem Homosexuelle mit der “Reparativtherapie” geheilt werden sollen – basierend auf der Überzeugung, dass sie “so” nicht auf die Welt gekommen sind. Unter dem Druck, seine Familie und seine religiöse Identität zu verlieren, entschließt sich Jared, die brutalen und entwürdigenden Methoden des Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) über sich ergehen zu lassen.

“Ich denke an Männer. Ich weiß nicht wieso, und es tut mir auch leid.”

“Der verlorene Sohn” ist alles andere als Popcorn-Kino und streckenweise nur schwer zu ertragen. Das liegt vor allem am  brillanten Lucas Hedges, der wie schon zuvor in “Ben is back” erneut beweist, dass er die schockierenden Erlebnisse, die darin gipfeln, seine Identität auszulöschen (der englische Titel “Boy Erased” weist das viel deutlicher aus als der deutsche) glaubhaft darstellen kann. Flankiert von einer Nicole Kidman, die  streckenweise die Verkörperung amerikanischer Hausfrauen-Klischees ist und Russell Crowe, der bis zuletzt nicht von seiner religiösen Überzeugung abweicht, zieht der Film den Zuschauer in den Bann. Bis zum Ende, das dem Film nicht gerecht wird.

Der Film basiert auf den Erinnerung von Garrard Conley, der seine Erlebnisse unter anderem im Roman “Boy Erased” (auf Deutsch im Secession-Verlag) verarbeitet hat.

★★★★

 

Green Book

In the 1960s Tony Lip (Viggo Mortensen) is a bouncer in a New York nightclub. When this is closed due to renovation, he applies for a job Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) has to offer. As it turns out, Shirley is not a “normal” doctor but a highly acclaimed black pianists who looks for a driver for his upcoming tour into America’s deep south. Tony takes this job, trying everything to stick to the schedule and reaching every town just in time to settle the stage and prepare for the next concert. The deeper they get into the southern states, where segregation is still in place, Tony realises that Don is only welcome and cheered at when he is the pianist on the stage  but not as a black man. Don on the other hand learns that Tony is a man he can rely on.

“It takes courage to change people’s hearts.”

“Green Book” which title refers to the “Negro Motorist Green Book“, an annual guide book for afro-american roadtrippers, tells a story that isn’t totally new to both the big and the small screen. But the way the story between two different men who become unlikely  friends is told here, is funny and sad and shocking and it has a warmth that draws you easily into its 130 minutes – with no boring moments.

Mahershala Ali took a Bafta, a Golden Globe and an Oscar as best supporting actor, while Viggo Mortensen was nominated as leading actor.
“Green Book” won the Oscar for best picture.

[Updated after the Oscars ceremony

★★★★★

Ben is back

Es ist eine ganz besondere Überraschung für die Familie, denn der 19-jährige Ben (Lucas Hedges) steht an einem kalten und verschneiten Tag plötzlich vor der Tür. Seine Mutter Holly (Julia Roberts) ist voller Freude, sollte doch ihr Sohn Weihnachten in einer Drogen-Entzugsklinik verbringen. Während Tochter Ivy (Kathryn Newton) und Stiefvater Neal (Courtney B. Vance) skeptisch sind und glauben, dass es für Ben viel zu früh ist, die Klinik zu verlassen, tut Holly alles, damit ihr geliebter Sohn keinen Rückfall erleidet. Sie versteckt alles, womit seine Sucht getriggert werden könnte,  nimmt sich vor, ihn keine Sekunde aus den Augen zu lassen und gleichzeitig ihre Familie zusammenzuhalten.

“Du wirst mir keinen Augenblick von der Seite weichen. Denn In den nächsten 24 Stunden entscheide nur ich, ganz allein , verstanden?”

“Ben is back” ist ein sehr intensiver Film, der vor allem auf die Präsenz einer beeindruckenden Julia Roberts setzt. Dabei ergänzt sie sich kongenial mit Lucas Hedges, der Ben gleichzeitig sensibel, verletzlich, aber auch schroff und ablehnend spielt. Alles in allem ist der Film keine leichte Unterhaltung, bietet er weder – so viel sei verraten – ein Happy End, noch gibt es während der ganzen 103 Minuten Momente der echten Entspannung oder des Glücks. Immer erwartet man, dass irgendetwas passiert, auch wenn man nicht so genau weiß, was das denn nun eigentlich sein sollte. Vielleicht ist das der Grund, weshalb dieser Film möglicherweise einer sein wird, der von diesem Filmjahr im Gedächtnis bleiben wird.

★★★★★

Colette

What if you are a gifted author whose stories are beloved by their readers? You can make a living out of it – but only if you are a man. That’s the problem Gabrielle Colette (Keira Knightley) faces after she has moved with her husband Henry Gauthier-Villars (Dominic West) from rural France to Paris. Here they live a bohemian life at the dawn of the 20th century. While her husband tries to write articles for various magazines with the help of ghost writers, he discovers Colette’s talent and convinces her to write novels. The first one is published under his name – Willy – and becomes a huge success with an audience demanding for more. Henry, keen to earn more money by selling more “Claudine” novels, forces Colette to continue writing under his name while they both enjoy a celebrity’s couple’s life including parties and different sexual relationships.

“My name is Claudine, I live in Montigny; I was born there in 1884; I shall probably not die there.”

But as time goes by, a frustrated Colette doesn’t want to hide her authorship anymore, she wants to be more than only her husband’s wife – questioning the norms of society.

“Colette” is a beautifully made film where every single detail of the set is chosen very carefully. Keira Knightley fits perfectly in this set and in the corsets, skirts and dresses while being witty, funny, angry and all in all a joy to watch. In 2014 she was Benedict Cumberbatch‘s Alan Turing‘s fiancée and life long friend Joan Clarke in “The Imitation Game” which earned her (and Benedict) an Oscar nomination. In this film Keira is on top of her performance abilities, portraying Colette from a shy girl to a strong woman ready to walk her way in a society dominated by men. One of the shiny 2019 Oscars could carry Keira’s name.
★★★★★

Die Frau des Nobelpreisträgers

“Ich in eine Königsmacherin”, sagt Joan Castleman (Glenn Close) auf die Frage, was sie denn so mache. Spätestens dann ist dem Zuschauer klar, dass irgendetwas nicht stimmt an der Geschichte des erfolgreichen Schriftstellers Joe Castleman (Jonathan Pryce), ihres Ehemanns, dessen Laufbahn mit der Verleihung des Literaturnobelpreises gekrönt wird. Joe hat seine besten Jahre hinter sich und ist offenbar darauf angewiesen, dass ihn seine Frau  umsorgt, treusorgend könnte man schreiben, denn Joan kümmert sich nicht nur darum, dass er seine Herztabletten regelmäßig nimmt. Sie ist auch seine Sekretärin und sorgt dafür, dass er Termine einhält. Und sie vermittelt zwischen ihm und dem gemeinsamen Sohn (Max Irons), der ebenfalls Schriftsteller werden will und der nichts lieber möchte, als von seinem Vater anerkannt zu werden.

Anerkannt werden, das möchte auch Joan, nicht dafür, dass sie eben das ist “Die Frau des Nobelpreisträgers” wie der Filmtitel schon sagt.  Denn sie und nicht Joe ist die eigentliche geniale Schriftstellerin, die aus den Ideen ihres Mannes die erfolgreichen Bücher schreibt, die ihm den Nobelpreis einbringen.

“Es gibt nichts Verwerfliches, an dem was wir tun.”

“Die Frau des Nobelpreisträgers” ist ein ruhiger Film, der von den Hauptdarstellern lebt. Doch das allein reicht nicht. Freilich zeigt  Glenn Close all das, was man von einer mehrfach ausgezeichneten Schauspielerin erwartet, aber auch nicht mehr. Es fehlt den ganzen Film hindurch das letzte Stückchen, das den Zuschauer emotional packt und für Joan mitfiebern lässt. Dass Glenn Close im Vorfeld der jüngsten  Golden-Globe-Verleihung für ihre Leistung hochgelobt und letztlich als beste Hauptdarstellerin in einem Drama ausgezeichnet wurde, ist meiner Ansicht nicht gerechtfertigt.

☆☆☆☆

Walk With Me – erzählt von Benedict Cumberbatch

Es ist alles andere als ein üblicher Film. Doch wer auf Action-Szenen nicht verzichten kann, für den ist “Walk With Me” nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es um eine gute abendliche Unterhaltung geht. Es sei denn, man sucht Ruhe und Entspannung, die weder etwas mit  Kitsch noch  mit platter Unterhaltung zu tun hat. Das Publikum soll das Kino mit einem Gefühl des inneren Friedens und der Zufriedenheit verlassen, wenn es den Film gesehen hat, schreiben die Macher von “Walk With Me”,  Marc J. Francis und Max Pugh, im Presseheft, das die Veröffentlichung der DVD begleitet.

Das ist ihnen auf eine wunderbare Weise gelungen. Die Bilder wirken, als seien sie soeben entstanden, als sei man als Zuschauer unmittelbar dabei, als könne man den buddhistischen Mönchen über die Schulter schauen. Miterleben, wie sie innehalten wenn Glocken läuten oder eine Uhr mit dem Glockenschlag von Big Ben die Zeit anzeigt. Profane, alltägliche Dinge wie das Tippen am Laptop oder das Rasieren der Haare bekommen auf diese Weise genauso eine beruhigende Wirkung wie Szenen mit in unterschiedlichen Haltungen meditierenden Mönchen oder Szenen mit Landschaftsbildern.

“Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt.”
Benedict Cumberbatch

Zum Glück wurde die Stimme des Erzählers Benedict Cumberbatch nicht wie leider so oft bei uns üblich synchronisiert, sondern wie der gesamte Film mit deutschen Untertitel versehen. Und so entfalten die Zitate,  die der britische Schauspieler aus den frühen Tagebüchern des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh vorträgt, ihre volle Wirkung, geben sie doch tiefe Einblicke in die Zeit, als der Meister nur ein einfacher Mönch war, der noch dabei war, seinen Weg  und das Geheimnis der Achtsamkeit zu finden.  “Thich Nhat Hanhs Leben hat mich zutiefst berührt”, sagt Benedict Cumberbatch (Bild/Foto: Getty Images)  über seine Arbeit an dem Film und ist davon überzeugt, dass das Publikum von dem Film bewegt sein wird.  “Walk With Me” ist einer dieser ruhigen Filme, die den Zuschauer noch eine ganze Weile begleiten und an den man immer wieder denken wird.

Embed from Getty Images

 

Ich habe den Film vorab per Sichtungslink gesehen.

Benedict Cumberbatch: I am a very lucky man

Over the last couple of years Benedict Cumberbatch gained lots of fans, especially women. Whether or not his wife is jealous of them,  the British actor, who in the last two years alone appeared in five films, reveals in this interview.  Additionally he  takes over the role as Sherlock Holmes on telly on a regular basis. The last episode of the fourth series aired on Sunday, 11th June on German broadcaster ARD.

Question: Besides your job you and your wife Sophie have to care for your two year old son Christopher and your new born son Hal. Isn’t this situation a bit too stressful?
Benedict Cumberbatch: It’s not stressful, it’s a blessing. It’s unbelievable that I’m offered roles at all. And that I am able to choose which one I want to take, that they are so different from one another and that people seem to like those films – this is something you simply can’t expect at all.

Have you ever imagined that the series would be such a huge success? What makes your version of Sherlock Holmes so popular?
I had not the faintest idea. Maybe it’s good we don’t do more episodes. Fans are more keen on what will happen and we do always look fresh and relaxed (laughs). Seriously, I do think that all figures in the series have their very special weaknesses or failures. The audience can accept them more easily.

The finale of series four is about to air (in Germany when this interview was first published). What was the best thing that happend on set?
Definitely Toby, the bloodhound of the first (it says “last” in the German version) episode. That damn dog wouldn’t move while filming because it turned out he hates asphalt and humans. He was trained in the countryside. It was a real comedy getting him to move.

As Holmes you almost have a romantic relationship with your coat (it says ‘cloak’ in the German version but you know about cloaks). Is there any private …?
… clothing I have an romantic  relationship? (laughs) Would be cool if I said I have a favourite blanket I’m carrying around since childhood, wouldn’t it? But there is nothing at all. My clothes are very boring, mostly one colour and I prefer silver, grey and blue.

Fans don’t think you are boring. You achieved cult status.
It’s something I never longed for. But it’s part of the job of being an actor.  Biggest problems I have with the pun some of my very intelligent, witty and creative female fans are playing with my name.

You’re hinting at the name “Cumberbitches” they gave themselves?
Yes, it’s a bit of self humiliating. I have made it quite clear that I would be more happy with a slightly different version of that name. But in the end everyone is free to decide which name to choose for oneself.

What about your wife? Isn’t she jealous of all the female fans?
Sophie loves me and is proud of my work. That’s all that matters. We are made for each other and fit together perfectly. That’s why she has no problems with all the stuff that’s going on. She’s a very strong and confident woman. I am a very lucky man.

How are you dealing with all the fame?
I ignore it and am trying to enjoy all the wonderful moments I can live through as an actor. It’s very easy to be dragged away by all the fuzz that’s made up around your person. That’s why it’s so important for me to have family and friends I know for a very long time. They keep me grounded.

You seem to be very self-confident.
Problem is self-confidence often is taken for arrogance. I’m a man with some short-comings.

That is?
Well, I do like tech gadgets but I’m not really good with them. I’m just an ordinary user who gets screwed up if something doesn’t work.

Do you always have your phone at hand?
Only for my job. Because I would loose out on all my appointments. When I’m at home, I don’t want to know anything of this.

What are you up to when you are at home?
First I’m changing into something very comfy. There’s nothing more wonderful than watching a great film crawled up on the sofa in front of your fireplace. But more often I’m reading a book. That calms me down.

Are you into sports?
Not in any studio. I like hiking in nature or walking through a park to clear my brain. Music helps me.

What is your favourite music?
Everything. Most of all I like songs getting me to think because they cover everything that goes wrong in this world. Just like Radiohead’s “Burn the Witch”. That songs touches my soul.

What should we do to make the world a better place?
It’s up to everyone to decide if or if not to make a difference. I’m working with an organisation called “Liberty” backing human rights in the UK. We’re trying to support people who are discriminated because of their origin, colour or religion.

You’re 40 now. Do you look back to your 20s nostalgically?
Not at all. The older I get, the happier I get with my life. I love my wonderful life, now more than ever, together with my family and the fantastic people surrounding me. I’m very much looking forward forward to what may lie ahead.

 

The German version of this interview was originally published online here.  My translation is published with the friendly permission of the author.

Sherlock: Die sechs Thatchers

Das neue Jahr brachte eine neue Sherlock-Staffel – jedenfalls auf BBC One und zumindest dann, wenn man es auf welche Art auch immer schaffte, die erste Ausstrahlung zu besten britischen Sendezeit zu verfolgen. Wer also weise vorausschauend den Silvesterabend nicht allzu ausufernd verbrachte oder entsprechend lange ausschlief, der begegnete ab 20.30 Uhr britischer Zeit  in der ersten Folge der vierten Staffel “Die sechs Thatchers” (Buch: Mark Gatiss) den geliebten Figuren genau dort wieder, wo er sie am Ende der dritten Staffel – in der Folge “Sein letzter Schwur” –  verlassen hat: Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht, seine Sucht in den Griff zu bekommen, John (Martin Freeman) und Mary (Amanda Abbington) werden bald Eltern und Mycroft (Mark Gatiss) ist genauso clever, süffisant und perfekt gekleidet wie eh und je. Aber natürlich gibt es die Weihnachtsfolge “Die Braut des Grauens”,  (Erstausstrahlung in der BBC am 2. Januar 2016)  die entgegen den Aussagen der beiden “Sherlock”-Erfinder Steven Moffat und Mark Gatiss eben keine Folge ist, die völlig losgelöst vom Entwicklungsstrang der übrigen Folgen und natürlich den vorherigen Serien zu sehen ist.

Trotz allem: ein Mensch

“Die sechs Thatchers”  (deutsche Erstausstrahlung ARD, 4. Juni 2017) bringt eine völlig neue Wendung innerhalb der Serie als Ganzes und für die Figur Sherlock im Besonderen. Und so verfolgt der Zuschauer wie der einzige beratende Detektiv mit ungewohnten Situation und neuen Menschen, darunter einem Baby, zurechtkommen muss. Das geschieht in schnellen Rückblicken, die ein Fest für Fans sind, für Neulinge allerdings reinste Verwirrung. Natürlich verändern neue Bezugspersonen und neue Situationen Sherlock, es muss ihn verändern. Auch wenn er bisher alles getan hat, uns vom Gegenteil zu überzeugen, ist er doch letztlich ein Mensch und wie sich im Verlauf der Handlung herausstellt, einer mit sehr viel Mitgefühl. Freilich heißt das nicht, dass er nun plötzlich kein hochfunktionaler Soziopath mehr ist, der im Zweifel alle und alles überwacht und jede Telefonnummer gespeichert hat. Er ist genauso ungehobelt und unhöflich, hochintelligent und ein Schnelldenker wie immer. Und er ist ungefähr so aktiv  wie James Bond und mindestens genauso attraktiv.

Nicht zuletzt hat sich auch John Watson (wie immer perfekt: Martin Freeman) verändert – so wie es ihm Mrs Hudson (witzig und liebenswert: Una Stubbs) vorhergesagt hat: “Heirat verändert einen”, (meine Übersetzung) sagte sie in “Das Zeichen der Drei” zu Sherlock und natürlich hat sie recht. Mary (souverän: Amanda Abbington) und John müssen sich um ihre kleine Tochter kümmern, wollen aber gleichzeitig auch mit Sherlock Kriminalfälle lösen. Zu den zweien, die gegen den Rest der Welt kämpfen, hat sich nun Mary gesellt. Und sie passt wunderbar in Sherlocks Welt, in der es vor allem um Intelligenz, schnelles Denken und Schlussfolgerungen geht. Kenner wissen aber natürlich, was mit  Marys  in den ursprünglichen Sherlock-Holmes-Geschichten des Erfinders Arthur Conan Doyle passiert.

Fazit: “Die sechs Thatchers” haben alles, was man sich wünschen kann: Witz, Dramatik und Kulissen (Ausstattung: Arwel Wyn Jones), die so detailreich sind, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch etwas neues entdeckt. Benedict Cumberbatch ist Sherlock. Er passt so perfekt in diese Rolle wie er in den berühmten Mantel (und die immer etwas zu eng sitzenden Anzüge) passt. Jeder seiner Szenen ist eine schauspielerische Glanzleistung. Martin Freemans John Watson und Amanda Abbingtons Mary sind viel mehr als Nebenrollen und Ergänzungen der Titelfigur. Beide entwickeln einzelne Stränge der Handlung weiter, die dann in den späteren Folgen vollendet werden.

Wie bei allen Staffel vorher ist auch in dieser ersten Folge der vierten Staffel Aufmerksamkeit beim Zuschauer gefragt. Wer nicht aufpasst und sich nur nebenher vom Fernseher berieseln lassen will, wird keine Freude an “Sherlock” haben – unabhängig davon, welche Folge er anschaut. Denn der Witz der Dialoge und die Wortspiele sind nur scheinbar Geplänkel. Sie sind wichtig, um die Handlung zu verstehen. Wer allerdings erst mal seine Leidenschaft für diese Fernsehserie entdeckt hat, wird so schnell nicht mehr davon loskommen.

 

Dies ist die deutsche Version des ursprünglichen englischen Beitrags, den ich nach der Erstausstrahlung in der BBC geschrieben habe.

Sherlock: The Six Thatchers

The new year brought new Sherlock. And as always  the fans gathered round telly or any internet device to watch the first episode of series 4, “The Six Thatchers”. Written by Mark Gatiss this episode started where we left the beloved figures at the end of “His Last Vow” (or is it “The Abominable Bride”?):  Sherlock, trying to fight his addiction, John and Mary, the soon-to-be parents, and Mycroft as dapper and clever as ever.  But of course there is the Christmas special “The Abominable Bride” that first aired last year, and despite the fact that the creators Steven Moffat and Mark Gatiss wanted us fans to believe it is a stand alone film, it isn’t. So aren’t the previous series.

That’s why “The Six Thatchers” is a totally new twist for the series as a whole and for Sherlock in particular. You see the only consulting detective in familiar scenes in flashbacks (confusing for newbies, a feast for fans) and you see him coping with new situations  and new figures – a baby only being one of them. Of course this changes him, it has to, just because Sherlock is human, no matter what he made anyone believe so far and  a very caring one as this episode unfolds. This doesn’t mean he stops being that high functioning sociopath (with your number). He is as rude and clever as ever. And he is more active in a James Bond-like way.

John Watson has changed, too, as Mrs Hudson predicted on the wedding day: “Marriage changes you”, she told Sherlock, and of course she is right. The couple has to care for their baby daughter while solving crimes together with Sherlock – the two of them against the rest of the world now are  three. And Mary? Well, she is smart and fits perfectly into Sherlock’s world. But you know what’s in the canon.

All in all this episode has anything you could wish for: humour, drama and settings with lots of details that clearly need lots of re watches to deduce all the hidden clues. Benedict Cumberbatch simply is Sherlock, he fits into the belstaff as perfectly as he fits into that iconic role, delivering a brilliant performance in every single second. Martin Freeman’s John Watson as well as Amanda Abbington’s Mary are more than just sidekicks. They are adding new lines to the story that set the path for the still unknown episodes to come. The week till episode 2 feels as long as the hiatus as a whole.

 

 

Benedict Cumberbatch’s outstanding Richard III

Yes, I can hear them. Those critics, those self declared grail holders of every single tradition you can think of in cultural topics. They are about to start their writing software after they had difficulties to survive  “Richard III”, the third part of the second series of “The Hollow Crown”, screened over the last three weekends on BBC Two. After a certain Benedict Cumberbatch got his hands on William Shakespeare’s “Hamlet” last year in London’s Barbican those purists had to endure beat after beat: People ran wild! Queued for tickets! Young folks watched a play live on stage for the very first time in their lives! How could that happen? And they still watch it whenever a live recording hits a cinema within reach.

And now it is Shakespeare all over again, three of his plays transformed into three 2 hours films, bringing the bloody Wars of the Roses into living rooms where the audience watched how a tyrant was made. A tyrant in the shape of Benedict Cumberbatch whose Richard III took over the screen  step by step in “Henry VI, 2” until he rules it completely in the defining part of “Richard III”. And he does so by luring the audience into his thoughts, his grief and his rage, leaving you wondering if you should be appalled by a cripple who is so terrible deformed or if you should feel sorry for a man who had been an outsider for all his life. The very first scene where Richard has one of his soliloquies speaking directly to the audience reveals not only his violent ambitions. It also shows that he is a vulnerable human being – naked upwards from the waist, a deformed back, a hand he can’t use – desperately trying to find his path where Richard is only true to his only ally, the audience, addressed directly to the camera in his soliloquies.

“I, that am curtail’d of this fair proportion, deform’d, unfinished, sent before my time into this breathing world scarce made up – and that so lamely and unfashionable that dogs bark at me, as I halt by them.” Richard III, I,1

All these different feelings, the cruelty of a man driven by ambition, hate, haunted by the ghosts of the men he killed are brilliantly performed by Benedict Cumberbatch who always is in control of the audience’s attention, who grabs their hands, takes them on a ride and leaves them crying for a king who died on a muddy battlefield. It seems that Benedict’s performance gets better and better with every new role. He clearly is on the height of his abilities, bringing every emotion you can possibly think of to life within the wink of an eye or the move of a hand. And of course his voice talking Shakespeare’s English –  making it vivid and just beautiful.

So may all of those professional critics analyse every letter, every scene, every move of the camera, may they shout at the BBC for tearing Shakespeare down to the small screen and may they shout at Benedict Cumberbatch for whatever reason they may possible find. One of his faults clearly is bringing a new audience to Shakespeare. If this is a fault, I can find more to blame this man for.

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