Suchergebnis: „A slight trick of the mind“

A tribute to Sherlock Holmes – full of love

When Sir Arthur Conan Doyle created Sherlock Holmes, he showed his readers – who soon loved his figure – a man in his middles ages, with his abilities in full bloom. What the famous detective did before he moved into 221B Baker Street is hovering in the mists of fiction and so is his life after his retirement, despite the fact that he cares deeply for his behives.

In Mitch Cullin’s “A Slight Trick of the Mind” we find Sherlock Holmes, now 93, in a Sussex farmhouse, living a quiet and solitary life, with only his housekeeper and her son as a company. And to write it just here:  What could be a infringement of the original canon as a whole and to the famous detective in particular, is a tribute to Sherlock Holmes –  full of respect and full of love –  that is moving and heartbreaking and one of the best novels around. Cullin unfolds a fine portrait of a man who is perfectly aware of his age, his fragile body – he’s only able to walk with the help of canes – and of his once so brilliant brain that is no longer able to remember every detail.

“There are many (…) scenes in my head, and all are easily accessible.
Why they remain and others flit away, I cannot say.”

Sherlock Holmes

And so the story is about a case about a woman who still impresses him deeply (not the woman though), about a journey to Japan where he meets a pen pal. But the story is much more than just another case and another client. It’s the attempt of an old man looking back on his long life and setting himself at rest with himself and the people surrounding him. Of course John: “You know”, Holmes tells his Japanese friend, “I never did call him Watson – he was John, simply John.” John who never was the fool “both dramatist and so-called  mystery novelists” show him and which Holmes takes as an insult to himself because he still respects him deeply, the man “who with his customary humour, patience, and loyalty, indulged the eccentricities of a frequently disagreeable friend.” Sherlock fans will remember the best man’s speech in “The Sign of Three” of BBC’s series 3 where Benedict Cumberbatch’s Sherlock confesses his love for his Martin Freeman’s John in a similar way.

As much as the creators of BBC’s Sherlock love and care for the original canon, so does Mitch Cullin – and so will the readers.

“A Slight Trick of the Mind” will hit  cinemas in 2015 with Ian McKellen as the iconic detective.

Eine deutsche Fassung dieses Beitrags gibt es hier.

Mitch Cullin,  “A Slight Trick of the Mind”, Anchor Books, 2005, 10.90 Euro/15 Dollars/ 8 £

Bücher meines Jahres

Es ist wieder soweit. Das Jahr ist fast zu Ende – Zeit also für meine persönliche Lesebilanz des Jahres. Die wie auch schon im vergangenen Jahr völlig subjektiv ist.

Dass ich in 2014 mehr Bücher gelesen habe (37 statt 34 im vergangenen Jahr), liegt vielleicht daran, dass weniger dicke Schmöker dabei waren.
Gesamt: 38
E-Books: 7
Normale Bücher: 30
Englische: 17

Gelesen habe ich:

Edward St Aubyn:

Never Mind, Bad News, Some Hope, Mother’s Milk, At last, sowie Lost for Words – mein neuentdeckter Autor, dessen Themen nicht immer einfach sind, aber immer wunderbar geschrieben. Seine Bücher sind auch auf Deutsch erhältlich.

Neil Gaiman

Niemalsland, Der Ozean am Ende der Straße:
Beides sind Märchen für Erwachsene, die in fantastische Welten entführen, die gar nicht mal so weit weg von der realen Welt sind.
Ein liebevolles Märchen ist auch das E-Book “Hannah Halblicht” von Stefan Reinmann. Es ist auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

Zu Alan Turing/ Enigma:

Robert Harris: Enigma; Sinclair McKay: The Secret Life of Bletchley Park, Fergus Mason: The tragic life of Alan Turing

Ian McEwan:

Der britische Autor schreibt nicht nur wunderbar. Seine bei Diogenes auf Deutsch erhältlichen Bücher sind auch ein gutes Beispiel dafür, dass eine Übersetzung dem Original gerecht werden kann.
Unschuldige
The Children Act (wird im Januar bei Diogenes auf Deutsch erscheinen und “Kindeswohl” heißen)
The Comfort of Strangers

Ken Follett: Kinder der Freiheit

Der letzte Teil der Trilogie um mehrere Familien, deren Geschichte auch die Europas ist. Leider ist die Übersetzung holprig und schadet dem Lesevergnügen.

Max Frisch:

Aus dem Berliner Journal – meine ausführlichere Besprechung gibt es hier.

Shaun Usher: Letters of Note

ist ein Buch, das man trotz seines Gewichts gerne zur Hand nimmt und sich in die Intimität des Briefeschreibens entführen lässt. Mittlerweile ist auch eine deutsche Übersetzung unter dem Titel “Briefe, die die Welt bedeuten” erschienen. Meine englische Besprechung gibt es hier.

Sherlock Holmes

Natürlich mussten es auch in diesem Jahr wieder Bücher über und mit dem großen Detektiv sein.
Sir Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier (bei Diogenes)
Mitch Cullin: A Slight Trick of the Mind – eine liebevolle Hommage, von der ich (noch) keine deutsche Übersetzung gefunden habe. Meinen Tipp gibt es auf Deutsch und Englisch.
Sherlock Holmes – The Man who has never lived and will never die ist das Begleitbuch zur Sherlock-Holmes-Ausstellung im Museum of London und zeigt viel mehr als “nur” Sherlock Holmes.
Sherlock Chronicles – ein Muss für Sherlock-Fans

Klassiker:

William Shakespeare: Henry V, Hamlet, Richard III.
Wirklich nicht neu, aber neuentdeckt mit den liebevollen zweisprachigen Ausgaben, die bei Ars Vivendi erschienen sind. Wer sparen möchte und nicht unbedingt ein druckfrisches Buch haben muss, kann sie auch antiquarisch kaufen. Ich bin bei booklooker.de fündig geworden.

Franz Kafka

Saul Friedländers Biografie ist eine gute Einführung in Werk und Leben des Schriftstellers.

Gut unterhalten fühlte ich mich mit:

John Green: The Fault in our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) – ist einfach nur zum Heulen schön.
David Grann: Die versunkene Stadt Z – auf der Suche nach einer Stadt und einem Forscher
Donna Leon: Das goldene Ei – der alljährliche Guido-Brunetti-Fall
Ingrid Noll: Hab und Gier – gut, aber es gibt bessere Romane der Autorin
Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe – typisch guter Bernhard Schlink
Chris Chibnall/ Erin Kelly: Der Mörder ist unter uns – ist das Buch zur britischen Fernsehserie “Broadchurch” und mindestens genauso spannend.
Dave Eggers: Der Circle – so könnte die Arbeit bei Google aussehen.
Donna Tartt: The Goldfinch (Der Distelfink) – gut, aber mit Längen
Saskia Goldschmidt: Die Glücksfabrik – die Geschichte einer Pharmafabrik vor dem Hintergrund des Dritten Reichs.
Alan Bennett: Leben wie andere Leute – der Autor blickt auf das eigene Leben zurück.

Eine liebevolle Hommage an Sherlock Holmes

Der Sherlock Holmes, den Sir Arthur Conan Doyle erfunden hat, ist ein Mann im besten Alter und im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten. Was der wohl berühmteste Detektiv der Literaturgeschichte gemacht hat, bevor er in die Adresse 221 B Baker Street eingezogen ist, das entzieht sich dem Wissen der Leser – auch wenn es Andeutungen und einige Bücher darüber geben mag, so lässt Doyle Sherlock-Holmes-Fans im Unklaren. Das Gleiche gilt für das Leben im Ruhestand, von dem wir eigentlich nur wissen, dass Holmes sich zurückgezogen hat und Bienen züchtet.

Im Mitch Cullins “A Slight Trick of the Mind” (auf Deutsch etwa: “Eine leichte Sinnestäuschung”) begegnet der Leser einem 93-jährigen Sherlock Holmes, der ein ruhiges, zurückgezogenes Leben auf einem Bauernhof in Sussex führt und an dem nur seine Haushälterin und deren Sohn teilhaben. Um es gleich zu schreiben: was für jeden Fan und natürlich auch für den Sherlock Holmes des Originals und seinen Erfinder eine Beleidigung hätte werden können, ist eine wunderbare Liebeserklärung an den großen Detektiv. Cullin schreibt einen Roman voller Respekt, voller Liebe zum Detail, der zu Herzen geht, gelegentlich zu Tränen rührt und eines der besten Stück Unterhaltungsliteratur ist, die es momentan gibt (leider nicht auf Deutsch). Sein Sherlock Holmes weiß um seinen gebrechlichen Körper, den er nur noch mit Hilfe von Krücken bewegen kann, er weiß, dass er sich nicht mehr auf sein einst so brillantes Gehirn verlassen kann und dass ihn sein Gedächtnis trügt.

“Wissen Sie, für mich war er nie Watson.
Er war einfach nur John für mich.”

Zwar geht es auch in dieser Geschichte um einen lang zurückliegenden Fall –   um eine Frau, die Holmes immer noch beeindruckt (wenn es auch nicht DIE Frau ist), um eine Reise nach Japan, wo er einen Brieffreund trifft. Doch es geht um viel mehr als um einen Fall und um einen Klienten. Denn es ist die Geschichte eines alten Mannes, der auf sein Leben zurückblickt und versucht, mit sich und den Menschen seiner Umgebung ins Reine zu kommen. Natürlich ist John einer dieser Menschen. “You know, I never did call him Watson – he was John, simply John.” (“Wissen Sie, für mich war er nie Watson. Er war immer einfach nur John für mich.”), erklärt Holmes seinem japanischen Freund. John war für ihn nie der Trottel, für den ihn Dramatiker und Romanschreiber ausgegeben haben –  eine Tatsache, die Holmes als eine persönliche Beleidigung auffasst, weil er den Mann immer noch zutiefst respektiert, “the man who with his customary humour, patience, and loyalty, indulged the eccentries of a frequently disagreeable friend.” (“der mit seinem Humor, seiner Geduld und seiner Loyalität den exzentrischen und unausstehlichen Freund ertragen hat.”). Fans der BBC-Fernsehserie “Sherlock” wird das an die Rede des Trauzeugen in der Folge “Das Zeichen der drei” erinnern, mit der Benedict Cumberbatchs Sherlock seine Zuneigung zu Martin Freemans John Watson auf eine ähnliche, nicht minder rührende Art und Weise ausdrückt.
Mitch Cullins Werk hat mindestens genauso viel Liebe zum und Respekt vor dem Original wie die Macher der BBC –  Fans werden das zu schätzen wissen.

A Slight Trick of the Mind” wird derzeit mit Ian McKellen als Sherlock Holmes verfilmt und wird voraussichtlich 2015 in die Kinos kommen –  wie unter anderen die britische Zeitung The Guardian auf ihrer Internetseite schreibt. Der britische Schauspieler bestätigte auf Twitter, dass er in die Haut des berühmten Detektivs schlüpfen wird: “Over 70 actors have previously played Sherlock Holmes. Now he’s 93 years olf and it’s my turn.” (“Mehr als 70 Schauspieler haben bis jetzt Sherlock Holmes verkörpert. Jetzt ist er 93 und jetzt bin ich dran.”). McKellens vielleicht bekannteste Rolle ist die den Zauberers Gandalf in der Verfilmung von “Der Herr der Ringe” und “Der Hobbbit”, dessen dritter Teil im Dezember 2014 in die Kinos kommen wird.

Mitch Cullin, “A Slight Trick of the Mind”, Anchor Books, 2005, ca. 10.90 Euro

 

Eine leicht geänderte und ergänzte Fassung dieses Blogeintrags ist in den Baker Street Chronicles der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft, Herbst 2014, erschienen.

You can find the English version here.

Lesetipps für den Sommer

Sommerzeit ist Ferienzeit und damit auch Lesezeit – wie wäre es mit einem von diesen Büchern?

Ian McEwan: Abbitte
Dieser Roman passt wunderbar zu heißen Tagen, die man unterm Sonnenschirm ver-lesen kann. Die Fantasien einer 13-Jährigen und deren Auswirkungen auf ihre Umgebung und sie selbst sind erschütternd und einfach guter, spannender Lesestoff. Wer mehr von dem britischen Autor lesen will, findet bei Diogenes eine große Auswahl seiner Werke.

 

Max Frisch: Montauk und Homo Faber
Mag sein, dass der ein oder andere mit Max Frisch in der Schule gequält worden ist. Ich liebe seinen Stil und seine Geschichten immer noch. Empfehlenswert sind sie alle, Montauk und Homo Faber sind zwar relativ kurz, aber nicht weniger lesenswert.

 

Edward St Aubyn: The Melrose Novels
Die Geschichte der Melrose-Familie ist so erbarmungslos wie komisch und trotz der insgesamt fünf Bände (Schöne Verhältnisse, Schlechte Neuigkeiten, Nette Aussichten, Muttermilch, Zu guter Letzt) alles andere als langweilig. Wer die Romane im englischen Original lesen möchte, sollte zu diesen Ausgaben greifen.

 

Mitch Cullin: A Slight Trick of the Mind
Eine wunderbare Hommage an Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv hat sich im Alter zurückgezogen, widmet sich mit Hingabe seinen Bienenstöcken und blickt auf sein Leben zurück. Meinen ausführlicheren Buchtipp (auf Englisch) gibt es hier, die deutsche Version hier. Leider habe ich keine deutsche Ausgabe gefunden. Vielleicht gibt es aber eine, wenn der Film mit Ian McKellen in die Kinos kommt.

 

Sir Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot
Alles, was Sherlock Holmes ausmacht, in einem Buch. Es gibt verschiedene Ausgaben auf Deutsch – eine gute ist die, die als Insel-Taschenbuch erhältlich ist.

 

Shaun Usher: Letter of Notes
Das ist nicht das Buch, das man mit ins Schwimmbad oder ins Urlaubgepäck stecken möchte. Dafür ist es zu groß und schwer. Und billig ist es auch nicht. Aber keine digitale Version kann den Reiz vermitteln, es greifbar zu haben, es gelegentlich durchzublättern und bei dem ein oder anderen Brief hängenzubleiben. Nicht, weil alle Schreiber so berühmt sind wie die englische Queen. Sondern, weil es faszinierend ist zu lesen, was Menschen über Jahrzehnte bewegt hat und – dank der Faksimiles – die Briefe zu sehen. (Mehr dazu hier)

 

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