Schlagwort: Der Lichthof

Bücher für den Sommer

Es ist wieder mal soweit – Sommer(ferien), die Zeit also, in der angeblich mehr Leute ein Buch lesen. Für die und für alle, die vielleicht den ein oder anderen Lesetipp brauchen, kommen hier ein paar freundliche Empfehlungen:

Astrid Ruppert: Leuchtende Tage
Ein wunderbares Buch, um warme Tage unterm Sonnenschirm zu verlesen ist “Leuchtende Tage” der erste Band einer geplanten Trilogie (der zweite erscheint laut dtv-Seite “demnächst”) um Frauen dreier Generationen. Maya versucht mehr über ihre Großmutter Lisette herauszufinden und erfährt auf diese Weise mehr über sich selbst. (dtv, 10,95 Euro)

André Aciman: Fünf Lieben lang
Wer “Call me by your name – Ruf mich bei Deinem Namen” als Film oder Buch kennt, wird “Fünf Lieben lang” lieben. Meisterhaft beschreibt der Autor, was es heißt, Menschen beiderlei Geschlechts zu lieben. Obwohl die Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten spielen, verliert sich der Leser sind, sondern taucht ein in eine Sprache, die so tiefgründig und wahr ist wie die Liebe selbst. (dtv, 22 Euro)

Hartmut Lange: Der Lichthof
Ideal für Leser, die an 1000-Seiten-Romanen verzweifeln, sind diese Novellen, die in “Der Lichthof” zusammengefasst sind. In allen erzählt Hartmut Lange scheinbar Alltägliches, das niemals banal, aber immer überraschend ist. (Diogenes, 22 Euro)

James Rhodes: Playlist
Kein Sammelblog ohne einen Hinweis auf James Rhodes. Sein jüngstes Buch “Playlist” (englischsprachiger Blogeintrag)  ist nicht nur durch sein LP-Format ungewöhnlich. Es hilft, die Scheu vor klassischer Musik abzubauen und macht neugierig. Neugierig auf die Komponisten, die für James Rhodes Helden sind. Praktischerweise hat er eine Liste auf Spotify angelegt, so dass man sie auch noch ganz leicht nachhören kann. (nur auf Englisch erhältlich, Wren&Rook, £17, ca. 30 Euro)

Ian McEwan: Die Kakerlake
Die Geschichte von Gregor Samsa, der eines morgens als Käfer aufwacht, hat einer der wichtigsten britischen Schriftsteller Ian McEwan in “Die Kakerlake” zu einer bösen Satire über den Brexit verwandelt, in der Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen und wahren Ereignissen genauso beabsichtigt sind wie die Anlehnung an Franz Kafkas “Die Verwandlung”. Liest man den Roman in der wunderbaren deutschen Übersetzung von Bernhard Robben sind die Anleihen an Kafka noch deutlicher als im englischen Original. Lesenswert sind sie (wie auch alle anderen Werke von Ian McEwan) beide. (Diogenes, 19 Euro)

 

Hartmut Lange: Der Lichthof

Kurze Geschichte  – in  diesem Fall Novellen – sind eine wunderbare Möglichkeit, neue Autoren kennenzulernen und natürlich in neue Gedankenwelten einzutauchen. Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nichts von Hartmut Lange gelesen habe, mich aber die Buchvorschau des wunderbaren Diogenes-Verlags neugierig gemacht hat.

“Hatte Dennis nicht vor kurzem erst, als sie nachts auf dem Sofa lag, angerufen und behauptet, er würde sich ihretwegen Sorgen machen?”

Die erste, titelgebende Novelle “Der Lichthof”, erzählt ebenso wie der Rest der Novellen etwas Alltägliches. Hannelore wird von ihrem Mann Dennis verlassen, und das, obwohl sie erst in eine neue, große Altbauwohnung gezogen sind. Eine schöne Wohnung, die sie gemeinsam eingerichtet haben und in der nur das Badezimmer, das zu einem schäbigen Lichthof liegt, nicht vorzeigbar ist.

Thorsten Gruber will ans Meer fahren, weil er meint, sich so besser auf seine neue Rolle in einem Theaterstück vorbereiten zu können.
Susanne und Wolfgang lassen sich auf ihrer Reise Richtung Italien von einem Navi leiten und der emeritierte Politik-Professor Ronnefelder schläft in einem zersägten Ehebett.

Bis auf die letzte Novelle “In eigener Sache”, die die Kindheitserinnerungen des Autors an Flucht und Vertreibung verarbeitet, bergen die vier vorherigen in ihrer banalen Alltäglichkeit etwas Überraschendes, Unerklärbares, das zwar nicht erklärt wird, aber dennoch in den Kontext der jeweiligen Handlung passt. Das liegt an der  Erzählweise Hartmut Langes, die in ihrer Unaufgeregtheit an die von Benedict Wells und Ian McEwan erinnert und die die Geschichten so nachhaltig macht, dass man gern über sie nachdenken will.

Hartmut Lange: Der Lichthof. Novellen. Diogenes, 22 Euro
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

© 2020 die bedra

Theme von Anders NorénHoch ↑

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du hier bleibst, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. This site uses cookies. By continuing browsing, you are consenting to the use of cookies. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen