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Katrin de Vries: Die kleinste größte Welt

Es ist kräftig eingeheizt worden in der Küche des kleinen Backsteinhauses in einem kleinen Dorf in Ostfriesland. Da, wo der Wind immer weht und das Meer nie weit entfernt ist. Zu den Großeltern gesellen sich noch die Urgroßeltern, um ihr Enkel- und Urenkelkind zu bewundern. So wie es schon Generationen vor ihnen getan hatten.

„So ein Kleines und so Alte brauchen viel Wärme.“

Geboren wurde Greta, wie es im Spätsommer 1959 üblich war, daheim und mit Hilfe der Dorfhebamme Geeske Diddens, die schon sehr vielen Kindern auf die Welt geholfen hat und alle Einwohner des Dorfes kennt. Und sie hat auch den Wandel erlebt, den die neue Zeit mit sich bringt. Es gibt nicht nur Wäscheschleudern und Autos, sondern auch eine Entbindungsstation in der Klinik der nächstgelegenen Stadt. Das weiß sie von Käthe, einer befreundeten Hebamme, mit der sie regelmäßig Briefe austauscht und die sie seit ihrer Ausbildung kennt. Dieser Wandel, den die moderne Zeit mit sich bringt, wird auch ihren Beruf verändern.

„Heilpflanzen zu sammeln, gehörte viele Jahre lang zu unserem Leben. Heute kennen viele ihre Kraft nicht mehr.“

Katrin de Vries lässt in „Die kleinste größte Welt“ eine längst vergangene und doch seltsam vertraute Zeit auferstehen, eine Zeit des Wirtschaftswunders und des Aufbruchs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Katrin de Vries tut dies aus Sicht der Hebamme Geeske und anhand der Lebens- und Familiengeschichte von Greta, die am Anfang der Erzählung auf die Welt gekommen ist. Das macht die Geschichte eindimensional und plakativ, aber gerade dadurch eindringlich. „Die kleinste größte Welt“ ist ein stilles, unaufgeregtes Buch, das berührt.

Katrin de Vries: Die kleinste größte Welt, dtv, 24 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Für diesen Eintrag wurde keine KI gequält.

 

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