Dan Jones: Löwenherzen

Es scheint, als seien die großen Schlachten geschlagen. Und die Große Pest in England besiegt. Während die einfachen Leute in ihrem harten Leben leichte Hoffnung verspüren, lebt der Plantagenet-König Edward III. im Prunk.

„Gegen seinen Willen verspürte Loveday einen Anflug von Neid.“

Die Ritter sind verarmt und die Essex Dogs verstreut. Vor allem Loveday, ihr Anführer, versucht, sich in einer Schenke in Winchelsea ein neues, friedliches Leben aufzubauen. Ein Leben, das Romford am königlichen Hof in Windsor nur auf den ersten Blick führt.
Für beide – und die restlichen Freunde der Essex Dogs – gilt, was für die übrige Bevölkerung gilt: Die Pest, der Schwarze Tod, hat ihre Spuren hinterlassen, die nicht einfach übertüncht werden können.

„Zur schlimmsten Zeit hatte man die Leichen wie Holzscheite aufeinandergestapelt.“

Denn auch wenn die oberen Schichten, allen voran Edward III. mit seinem Hofstaat, versuchen, an ihren Privilegien festzuhalten, wird klar, dass sich die alte Ordnung auflöst und die Menschen versuchen müssen, damit zurechtzukommen.

Dan Jones legt mit „Löwenherzen“ den Abschluss seiner Trilogie um die Essex Dogs vor. Ein Abschluss, der der auf historischen Ereignissen beruhenden Geschichte um die Freundschaft der Männer mehr als würdig ist. Wie schon bei den vorherigen Bänden „Essex Dogs“ und „Winterwölfe“ stellt der britische Historiker ganz normale Menschen in den Mittelpunkt seiner Erzählung, während Könige und Adlige nur als Randfiguren auftauchen. Das tut Dan Jones so, dass man lesend meint, in die einzelnen Szenen einzutreten, so lebendig wirkt die Zeit um 1350. Eine Zeit, in der weder die Pest noch die Kriege mit Frankreich vergessen sind. Wer auf den letzten Band der Trilogie gewartet hat, wird nicht enttäuscht werden.

Dan Jones: Löwenherzen, C.H.Beck, 26 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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