Schlagwort: Donna Tartt

Bücher meines Jahres

Zum dritten Mal ziehe ich Buch-Bilanz (zum ersten Mal auf meiner eigenen Url) und wie auch schon in den Jahren 2013 und 2014 ist das Ganze wieder zutiefst subjektiv und bar jeglichen feuilletonistischen Anspruchs.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe ich heuer vier Bücher weniger gelesen, was vielleicht daran liegt, dass ich William Shakespeare’s Hamlet mindestens zweimal ganz und ein paar Stellen mehrfach nachgelesen habe – auf Deutsch und auf Englisch – als Vorbereitung auf den Besuch des Stücks im Londoner Barbican mit Benedict Cumberbatch in der Titelrolle.

Meine Bilanz sieht demnach so aus:

Gesamt: 34
Deutsch: 17
Englisch: 17
Kindle/Tablet: 3. (Mit Tablet meine ich, dass ich die Bücher bei Google gekauft und in der App auf meinem N7 gelesen habe – einfach deshalb, weil eines der Bücher dort früher erhältlich war und weil ich die App sehr schön gemacht finde. Mein Kindle ist ein mittlerweile vier Jahre alter Kindle Keyboard.)

Von den gelesenen empfehle ich diese Bücher:

Ian McEwan
Black Dogs, Atonement, Inbetween the Sheets, On Chesil Beach: IanMcEwan ist einer meiner absoluten Lieblingsschriftsteller, der es schafft, selbst banalste Geschichten spannend und mit völlig überraschenden Wendungen zu erzählen. Auf Deutsch sind seine Werke mit durchwegs sehr guten Übersetzungen bei Diogenes erschienen.

Lukas Hartmann
Auch von Lukas Hartmann habe ich schon einiges gelesen und mag seinen Stil. Heuer waren es “Abschied von Sansibar” (das ich schon mal gelesen habe, aber das Buch nicht mehr finden konnte) und sein neuestes Buch “Auf beiden Seiten”. Eine Geschichte aus der Zeit kurz vor und nach dem Mauerfall. Hartmanns Bücher sind ebenfalls bei Diogenes erschienen, darunter auch Kinder- und Jugendbücher. Eines davon, “AnnA”, hat mir besonders gut gefallen.

Donna Leon
Ich bin bekennender Guido-Brunetti-Fan, daher habe ich alle Fälle des Commissario gelesen. Diese Jahr gab es mit “Tod zwischen den Zeilen” und “Endlich mein” gleich zwei neue Bücher, die wie alle anderen ebenfalls bei Diogenes erschienen sind.

Alan Rusbridger
Der Ex-Chefredakteur des “Guardian” beschreibt in “Play it Again– an amateur against the impossible”  (Deutsch: Play it Again – Ein Jahr zwischen Noten und Nachrichten”, Secession-Verlag) wie er versucht, trotz seiner stressigen Arbeit Zeit fürs Klavierspielen zu finden. Ein sehr privates Buch, das daran erinnert, dass man Zeit für etwas finden kann, wenn man nur will.

James Rhodes
Wer mit klassischer Musik nichts anfangen kann, sollte dem britischen Pianisten James Rhodes eine Chance geben und einer Auswahl seiner Stücke auf Soundcloud anhören. Und sein biografischen Buch “Instrumental: Violence, music and love” lesen – oder zumindest die deutschsprachige Ausgabe “Der Klang der Wut – Wie die Musik mich am leben hielt” (Nagel&Kimche), die im Februar 2016 erscheinen wird, auf seine Leseliste setzen. In dem Buch, das in Großbritannien erst nach einem Gerichtsverfahren erscheinen durfte, schreibt James  über seine Kindheit, in der er über Jahre vergewaltigt wurde, seine Zeit in der Psychiatrie und darüber, das Musik, klassische Musik, sein Leben gerettet hat. Es ist zutiefst erschütternd, gleichzeitig aber auch witzig und sehr direkt geschrieben. Wer James auf Twitter folgt, wird den Stil wiedererkennen.

Sherlock-Holmes-Pastiches
Anthony Horowitz’ “Moriarty” (deutsch: “Der Fall Moriarty”) ist ganz im Stile Arthur Conan Doyles geschrieben. Allerdings hat mir “Das Geheimnis des weißen Bandes” (Beide Insel) besser gefallen.
Nur etwas für echte Sherlock-Holmes-Fans ist “Sherlockian” von Graham Moore.  Der Autor, der das Drehbuch zu “The Imitation Game” geschrieben hat, taucht hier sehr tief in die Welt des großen Detektivs ein. Eine deutsche Ausgabe habe ich bisher nicht gefunden.

Neuentdeckt
Angharad Price: “Das Leben der Rebecca Jones” ist ursprünglich auf Walisisch erschienen und wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Ein Glück, denn die Geschichte ist wunderbar erzählt und hat ein völlig überraschendes Ende.
Anthony Doerr: “Alles Licht, das wir nicht sehen” ist eine meisterhaft erzählte Geschichte, die man nicht weglegen möchte und die einem noch lange im Gedächtnis bleibt.
Donna Tartt: “The Secret History” (Deutsch: Die geheime Geschichte, Goldmann) spielt an einem  College in Neuengland, an dem es scheinbar nur um alte Sprachen und Literatur geht. Netter Nebeneffekt: Die Hauptfigur erinnert an Sherlock Holmes.

Zum Immer-Wieder-in-die-Hand-nehmen:
Shaun Usher: Letters of Note II – eine Sammlung von Briefen, die ganz unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben haben und die zum Teil als Faksimile abgedruckt sind. Der erste Teil “Letters of Note – Bücher, die die Welt bedeuten” ist auch auf Deutsch erschienen. Mehr über die unterschiedlichen Ausgaben des Buchs und über das Projekt “Unbound”, auf dessen Seite man Bücher crowdfunden kann, gibt es hier (auf Englisch).

Donna Tartt: The secret history

What is a good book, a good novel? One that grabs you, draws you inside it’s pages, inside the story and even stays in your mind when you have read the last word.  At least this is what I consider a good book.  And “The secret history” by Donna Tartt is definitely a good novel.

That is because the  story is so well written that once you have read a few pages, you have difficulties putting the book aside and if you have to – you know real life can be very demanding and your boss won’t take “reading” for an excuse – you want to know very badly how the story unfolds. That story takes the reader to Hampden College in New England, together with the narrator Richard Papen who moves all the way from California to study English Literature here.  Soon he discovers that the only thing he really wants to learn is classic languages and attend the classes of Julian Morrow, a teacher who only has few pupils, four boys and a girl. A elitist group which is centred around Henry Winter. Henry is a stranger in modern times together with his intellect, his knowledge about everything and his appearance he seems to be another Sherlock Holmes. A hint that Sherlockians of course will get at the very beginning of the story but which Donna Tartt picks up every now and then.

“(Henry Winter) might have been handsome had his features been less set, or his eyes, behind the glasses, less expressionless and blank. (…) He spoke a number of languages, ancient and modern, and had published a translation of Anacreon, with commentary, when he was only eighteen.”

Richard convinces Julian to take him into his classes and finds himself within a community that while  concentrating on ancient languages lives a life separated from their fellow students, even from modern life itself.

“The secret history” is thrilling, neither boring nor predictable and you will regret deeply when  you have reached the final page.

 

Donna Tartt: The secret history, Penguin £ 8,99.

© 2019 die bedra

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