Freddie Mercury: Ein Leben in Songs

Wie beschreibt man Freddie Mercury am besten? Einen Mann, der für und mit seiner Musik lebte, dessen Kostüme und Auftritte ikonisch sind und der Songs schrieb, die wohl die Zeiten überdauern werden? Ein Blick in sein privates Leben gewähren seine Notizen, aus denen seine Songtexte entstanden und die zeigen, dass ihm seine Lieder sehr viel, wenn nicht sogar alles bedeuteten.

„Wie ernst er (die Musik) nahm, wurde mir erst klar, als ich eine Weile mit ihm zusammenwohnte.“

Mehr noch als seine Sammlerstücke und Antiquitäten, mit denen er sein Londoner Haus, die Garden Lodge, dekorierte, waren ihm seine Manuskripte wichtig. Handschriftliche Notizen, die verdeutlichen, wie kreativ Freddie Mercury war und wie er seine Texte immer wieder überarbeitete, bis sie seinen Vorstellungen entsprachen.

„Er probierte Wörter aus, verwarf sie wieder, griff sie dann doch wieder auf, bis er etwas hatte, das sich raffiniert statt billig anfühlte.“

Seiner langjährigen Freundin und Vertrauten Mary Austin ist es zu verdankten, dass in „Freddie Mercury – Ein Leben in Songs“ bisher unveröffentlichtes Material und private Fotos erstmals zugänglich gemacht werden. Als Freundin und langjährige Assistentin erbte Mary Austin die Garden Lodge und sein umfangreiches, fast 20 Jahre umfassendes künstlerisches Archiv. Sie brauchte aber 30 Jahre, um das Haus, das zu einem Erinnerungsschrein geworden war, von Freddie Mercurys persönlichen Gegenständen zu befreien – und einen Teil davon 2023 bei Sotheby’s versteigern zu lassen. Im vorliegenden Buch erzählt Mary Austin über ihr Leben mit Freddie Mercury so, als würde sie Tagebuch schreiben.

„Ich glaube nicht, dass (Freddie) am Anfang wusste, wie begabt er war.“

Man mag Mary Austin durchaus kritisch sehen und nicht zu Unrecht fragen, weshalb sie Freddie Mercurys Nachlass nicht komplett den Fans zugänglich gemacht und bis jetzt nicht verraten hat, was sie mit seiner Asche gemacht hat. Dass nicht nur handschriftliche Songtexte und nie veröffentlichte Strophen genauso wie Zeichnungen, Gartenpläne und private Fotos jetzt in einem Buch veröffentlicht werden, ist aber vor allem für Mercury- und Queen-Fans ein Geschenk (immerhin wäre Freddie Mercury jetzt 80 geworden). Der Bildband bietet eine wunderbare Gelegenheit, in das Leben und die Gedankenwelt eines Menschen einzutauchen, der auf der Bühne selbstbewusst auftrat und privat als schwuler Mann in einer Gesellschaft zurechtkommen musste, die sich in den 1980er Jahren erst allmählich öffnete. Dass Freddie Mercurys Bühnenoutfit bewusst mit homosexuellen Elementen spielte, entging vielen.

„Nichts davon war Zufall, es war Teil eines sorgfältig gestalteten Image.“

„Freddie Mercury – Ein Leben in Songs“ ist nicht nur für Fans ein Schatz. Und die beste Gelegenheit, die Originalsongs jenseits der Oscar-prämierten Films „Bohemian Rhapsody“ (wieder) zu entdecken. Der Verlag C.H. Beck hat eine Spotify-Playlist angelehnt an die Kapitel des Buches zusammengestellt.

Freddie Mercury/Mary Austin: Ein Leben in Songs. C.H. Beck, 38 Euro. Aus dem Englischen von Cornelius Hartz.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Kommentar verfassen

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du hier bleibst, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. This site uses cookies. By continuing browsing, you are consenting to the use of cookies. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen