Suchergebnis: „Ian McEwan“ (Seite 1 von 2)

Ian McEwan: The Cockroach

“That morning, Jim Sams, clever but by no means profound, woke from uneasy dreams to find himself transformed into a gigantic creature.”

There is no doubt that this very first sentence of “The Cockroach” is a nod to Franz Kafka’s “Metamorphosis” with its Gregor Samsa being transformed into a huge bug. But it wouldn’t be Ian McEwan if there weren’t more to discover in this novella that hit the shop shelves by surprise (such a surprise that Swiss publishing house Diogenes couldn’t manage to list it on their  website at first but will publish the German version November 27th).

“As the nation tears itself apart, (…) a writer is bound to ask what he or she can do. There’s only one answer: write,” Ian McEwan says on his website. And so he unfolds the story of Jim Sams who finds himself being transformed into the British Prime Minister who wants to carry out the will of the people whatever it takes. But unlike Gregor Samsa, Jim Sams is an insect, a cockroach, which somehow has become a human being. As it turns out Jim Sams isn’t alone to deliver “Reversalism” where the flow of money is reversed: workers pay their employees for being allowed to work but get money for shopping and Britain will pay other countries for their exports.

“There’ll be some bumps in the road ahead and we have to take the people with us.”

It is obvious that “The Cockroach” is a short but sharp and funny satire on Brexit and all the political chaos that it dragged along not only to the UK. You can’t help but smile, laugh and shake your head in a mixture of embarrassment, amusement and frustration while reading the small book happily discovering recent political developments, reactions and even quotes. With his second work this year, Ian McEwan proofs again that he is not only one of the finest writer the UK has to offer but also a political one that can’t help himself but make his voice heard.

Ian  McEwan: The Cockroach, Vintage, 7,99£

You can find more about Ian McEwans’s book here.

Ian McEwan: Maschinen wie ich

Es ist eine Art Paralleluniversum, in das Ian McEwan die Leser in seinem jüngsten Roman mitnimmt. Denn “Maschinen wie ich” spielt in Großbritannien im Jahr 1982 – allerdings einem anderen, als das, an das wir uns erinnern. Das Land hat den Falklandkrieg verloren,  Premierministerin Margaret Thatcher führt Wahlkampf gegen den Labour-Politiker Tony Benn und dank Alan Turing gibt es bereits in den 1980er Jahren Internet, Smartphones und selbstfahrende Autos. Charlie schlägt sich im London dieser Zeit durch und kratzt sein Geld zusammen, um sich einen der ersten Androiden, Adam, zu kaufen. Gerade als er den künstlichen Menschen geliefert bekommt, verliebt er sich in seine Nachbarin Miranda. Als Adam anfängt,  menschliche Gefühle und Eigenarten zu entwickeln, stellt sich nicht nur die Frage, wer mit wem in welcher Beziehung steht. Es geht im Grunde darum, was einen Menschen ausmacht und wann eine künstliche Lebensform menschlich ist.

“Der größere Mann hatte silbriges, nach hinten gekämmtes Haar, trug um den Hals einen lockeren braunen Seidenschal und eine Art Künstlerjoppe, die ihm schlaff von den Schultern hin.”

Ian McEwan beschäftigt sich auch in seinem neuesten Roman mit den Fragen unserer modernen Gesellschaft  und der Frage, wie wir Menschen darin leben und arbeiten wollen – angesichts der Klimakatastrophe, Umweltverschmutzung und des technischen Fortschritts, der Segen und Fluch zugleich ist. Dass er sich Elementen des Science-Fiction-Genres bedient, macht diese Fragen nicht weniger wichtig. Die 80er Jahre, die uns “Maschinen wie ich” in einem “Was-wäre-wenn”-Dreh der Geschichte vorführen, zeigen am Beispiel von Alan Turing auch, welche Auswirkungen heute unverständliches Verhalten von Regierung und Justiz nicht nur auf einen Mann, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes haben können. Wäre – so Ian McEwan – Alan Turing für seine Verdienste um das Knacken des deutschen Enigma-Codes im Zweiten Weltkrieg gewürdigt, statt für seine Homosexualität verurteilt worden, so hätte der geniale Mathematiker nicht Selbstmord begangen, sondern dank seiner Forschung den technischen Fortschritt, inklusive der künstlichen Intelligenz, deutlich schneller voran gebracht. Und mit ihm auch die Frage nach dem, was den Menschen eigentlich ausmacht.

“Alan Turing hatte es in seiner Jugend oft gesagt und geschrieben: In dem Moment, da wir im Verhalten keinen Unterschied mehr zwischen Mensch und Maschine erkennen können, müssen wir der Maschine Menschlichkeit zuschreiben.”

“Maschinen wie ich” ist kein Buch, das man nebenher liest. Zuviel Wissen, Überlegung und Tiefe steckt in jedem scheinbar so leicht dahin geschriebenen Satz. Faszinierend ist die Geschichte, an die man sich auch nach dem Ende des Buches noch erinnert, allemal. Und sie zeigt, dass Ian McEwan ein wunderbarer Erzähler ist.

Anmerkung: Wer diesen Blog öfter liest oder mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich schon einiges von Ian McEwan gelesen habe. Deshalb habe ich auch das englische Original “Machines like me” (Penguin, ca. 19£) vorbestellt – in der Hoffnung, es vor dem Erscheinen der deutschen Ausgabe beenden zu können. Allerdings hatte ich nicht mit der Schnelligkeit vom Diogenes-Verlag gerechnet, der mir das Rezensionsexemplar eine Woche vor dem offiziellen deutschen Erscheinungstermin auf die Türschwelle lieferte. Neugierig wie immer wenn neue Bücher den Weg zu mir finden, beschloss ich, einfach an der Stelle, an der ich gerade in der Originalversion war, in der deutschen Übersetzung weiterzulesen – was dank der wunderbaren Arbeit von Bernhard Robben nahtlos möglich war.

Ian McEwan: Maschinen wie ich. Diogenes, 25 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Ian McEwan: Nussschale

Ein ungeborenes Kind mit dem Wissen und der Intelligenz eines Erwachsenen, das seine Umgebung mindestens genauso gut analysiert wie ein renommierter Intellektueller – und das die Geschichte erzählt. Dabei geht es nicht nur um die Beobachtung anderer Menschen. Ian McEwans neuem Buch “Nussschale”  handelt von einer gescheiterten Ehe, einer neuen Liebe und um Mord, bei dessen Planung der Leser dank des Babys im Mutterleib Zeuge ist. Und ja, es geht natürlich auch um William Shakespeares Hamlet – das Zitat, das dem Roman vorangestellt ist, stammt aus dem zweiten Akt – die Namen der Mutter und des Liebhabers Trudy und Claude sind ebenso Anspielungen auf das Stück wie das über die Welt nachdenkende und mit ihr hadernde Hamlet-Ungeborene selbst.

“O Gott, ich könnte in eine Nussschale eingesperrt sein.”
William Shakespeare, Hamlet, II,2

Doch man muss das alles nicht wissen, um “Nussschale” zu lesen und sich zu amüsieren über die scharfsinnigen analytischen Fähigkeiten des Kindes, das über die Qualität eines Sauvignon Blanc urteilt (“Nicht meine erste Wahl; ich hätte einen Sancerre bevorzugt, am liebsten aus Chavignol, dieselbe Trauben aber nicht so grasig im Abgang.”), seine Mutter mit ein paar Fußtritten wachboxt, damit sie Radio hört (man kann vermuten, dass Mutter und Kind die Podcasts von BBC Radio 4 lieben)

Begeistert, weil es Ian McEwan auch dieses Mal wieder schafft, den Leser mit einer Geschichte zu überraschen, deren Handlung auf den ersten Blick  im gewöhnlichen Alltag angesiedelt ist. “Nussschale” ist dank der wunderbaren Übersetzung von Bernhard Robben  auch auf Deutsch von der ersten Seite an faszinierend und man legt das Buch nur ungern aus der Hand.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Ian McEwan: Nussschale, Diogenes, 22 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Diogenes-Verlag zur Verfügung gestellt.

Ian McEwan: The Child in Time

Time. You will need time. Because when you start Ian McEwan’s “The Child in Time” it will hook you from the very beginning and will only release you to your real life after you have read the very last word.  At least that happened to me – and to be honest it always happens when I start a work of Ian McEwan I happily discover book by book both in English and in German (thanks to Diogenes who offers both brilliant translations and wonderful made copies).

In “The Child in Time” Ian McEwan tells the story of Stephen, author of children’s book,  member of a committee dealing with children’s education, happily married to Julie and father of three-year-old Kate. The perfect life is turned upside down when Kate vanishes in a supermarket literally in bright daylight and under the caring eyes of her father. Realising that the worst nightmare of parents has come true, Stephen’s existence is lost somewhere in between memories of his parents and childhood, his every day life duties and the desperate search for his daughter. It is only after a while and the separation from his wife, he learns that he has to struggle with time itself.

“It’s got something to do with time obviously, with seeing something out of time.”

Hopping between different plots and different  flashbacks could be confusing and boring for the reader who could be in danger to lose the plot if the author is unable to control all the lines. But it could be thrilling and exciting when it is done by a brilliant author that is Ian McEwan. He, being an amazing story teller, describes every single detail to create a world that seems both very familiar and very strange as things are unfolding for the thrilled and hooked reader. The only problem is that even brilliant books have an ending.

Photo: Petra Breunig

Photo: Petra Breunig

Ian McEwan: The Child in Time, Vintage Books, £8,99.

You can find my latest blog entry on IanMcEwan here.

Ian Mc Ewan: The Daydreamer

Frequent visitors of my blog (hello again if you are one) or those you follow me on social media especially on Twitter (hiiii, nice to meet you over here) know that I have a soft spot for the British author Ian McEwan ever since I stumbled upon the film “Atonement” and decided to read the German translation of the book (for those of you moaning: I got my hands on the English one later as well). It not only offered the opportunity to dive into the novel the film is based upon (and of course a certain actor named Benedict Cumberbatch) but also introduced me to an author I’ve never heard of before (to my defence I’m not British, although this isn’t a good excuse given the fact that his works are available in wonderful German translations published by Diogenes.) Being late to the party isn’t that bad in this particular case because I don’t have to wait impatiently for the next book to be published (of course I do) but instead in every book shop I’m happily strolling to the shelves where Ian McEwan’s works are sitting and pick up the one that is lacking on my shelf.

“They thought he was difficult because he was so silent. That seemed to bother people. (…) He liked to be alone and think his own thoughts.”

My latest one therefore is “Daydreamer” which followed me from Waterstones Piccadilly (one of my beloved places in London) and which I finished only recently. Although it is a small one, the book is a collection of short stories that are  connected through the main figure Peter Fortune. The ten year old boy is the daydreamer, a silent boy that prefers to be on his own, reading and imagining the stories in the book. But Peter not only is imagining the stories, he always is part of them and tells them from his point of view. So when he dreams himself in being the  old cat William, he literally becomes the furry animal that has lived with Peter, his sister and his parents ever since William has been a young cat.

“It was the oddest thing, to climb out of your body, just to step out of it and leave it lying on the carpet like a shirt you had just taken off.”

Eventually Peter and William the cat will change bodies again in the end which is a sad one. But the story – and the six others – are so well written and intriguing that you sigh with delight and relief because even if there isn’t a happy end, there is too much joy in reading especially this story and the other. And the only sad thing about Ian McEwan’s short stories is – that they are too short.

Ian McEwan: Daydreamer, Vintage, 7,99 £

Ian Mc Ewan: The Children Act

If you finish a book and you feel empty inside, the same feeling you have when you leave good friends, knowing you will not see them again for quite a while, if ever. If you have this feeling, the book touched you, simply because it is a good book. Ian McEwan’s new novel “The Children Act” is a good book, not because you get a look  inside British society – maybe not as deep if your are not British – but because the story is so intense and well written, that you have to force yourself to interrupt your reading session from time to time. And get things done in real life.

The problems the main character Fiona Maye is facing are situated between her work and her private life as many middle aged woman do. As a leading High Court in London judge Fiona is used to long working days on a regular bases, dealing with heartbreaking family affairs but her most demanding case is different. The 17-year-old Adam is about to refuse medical treatment that would help him with his leukaemia because of his religious believes. In her private life she has to face the problems of her marriage that after 30 years is about to fall into its biggest crises she and her husband – Jack, a professor of ancient history – ever had to cope with.

All these topics are neither new nor thrilling and could be boring, kitschy and simply trash. But only a master writer and narrator can unfold this story in a totally different  and fascinating way. Ian McEwan is a brilliant master, he takes the reader by his hand and won’t let him go till the final page. The only problem is: the novel is unfortunately a too short one.

Photo: pb

Photo: pb

 

Ian McEwan: The Children Act, Vintage Books, £ 16,99/14,95€

Bücher für den Sommer

Es soll ja Leute geben, die nur im Urlaub Bücher lesen. Für die, aber auch für alle, die auf der Suche nach neuer Lektüre sind, hier ein paar Tipps für den Sommer, aber natürlich auch für jede andere Jahreszeit.

Lukas Hartmann: Der Sänger:
Historische Romane sind die Stärke des Schweizer Schriftstellers Lukas Hartmann, dessen Werke immer mit einer scheinbaren Leichtigkeit geschrieben, aber akribisch recherchiert sind. So wie in seinem jüngsten Roman “Der Sänger“. Erzählt wird die Geschichte von Joseph Schmidt, den seine Flucht vor den Nazis in die Schweiz führt, wo er nach schwerer Krankheit stirbt. (Diogenes, 22 Euro)

Ian McEwan: Maschinen wie ich:
Liebe, künstliche Intelligenz und die Frage, was eigentlich einen Menschen ausmacht – das sind die Themen in “Maschinen wie ich” des britischen Schriftstellers Ian McEwan. Spätestens wenn der brillante Mathematiker und Knacker des Enigma-Codes Alan Turing auftaucht, ist klar, dass Ian McEwan auch Science-Fiction-Elemente eingebaut hat, die den Roman umso interessanter machen. (Diogenes, 25 Euro)

Kate Connolly: Exit Brexit – Wie ich Deutsche wurde:
Auch wer das Wort “Brexit”nicht mehr hören kann und mit britischem Understatement nur die Augen verdreht, sollte sich “Exit Brexit” der Guardian-Korrespondentin Kate Connolly nicht entgehen lassen. Denn es gewährt einen wunderbaren Einblick in das Leben eines zweisprachigen Haushalts, das Staunen über typisch deutsche Verhaltensweisen und erklärt, weshalb es für viele Briten hierzulande nur folgerichtig war, auf den Brexit mit dem Antrag auf die deutsche Staatsangehörigkeit zu antworten. (Hanser, 19 Euro)

Matt Haig: Mach mal halblang: 
Das Internet ist wunderbar, denn man kann mit Freunden weltweit in Kontakt bleiben, Filme schauen und diesen Blog lesen. Aber es setzt die Menschen immer mehr unter Druck, weil man glaubt, ständig online sein zu müssen. Dass man sich öfter bewusst machen sollte, wie viel Zeit man online verbringt und dass es  oft besser ist, einfach mal nur die Umgebung zu genießen, dafür plädiert Matt Haig in “Mach mal halblang” – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. (dtv, 14,90 Euro)

Robert Galbraith: Cormoran-Strike-Romane:
Noch ein Privatdetektiv, der in den Straßen Londons unterwegs ist – aber was für einer. Cormoran Strike hat in Afghanistan einen Unterschenkel verloren und versucht sich nach seinem Ausscheiden aus der britischen Armee mehr schlecht als recht als Privatdetektiv über Wasser zu halten. Als ihm die Arbeitsvermittlung eine Sekretärin schickt, weiß er, dass er sich deren Gehalt auf keinen Fall leisten kann. J.K. Rowling hat unter dem Pseudonym Robert Galbraith bis jetzt vier Cormoran-Strike-Romane geschrieben, die ersten drei sind mittlerweile mit Tom Burke in der Titelrolle  von der BBC verfilmt und hierzulande unter anderem auf Sky, Google Play Film oder Amazon Prime zu sehen. Wer dieses Genre mag und Strike kennen lernen will, sollte mit dem ersten Band “Der Ruf des Kuckucks” anfangen. (alle Bände bei Randomhouse, ab 9,99 Euro)

Bücher meines Jahres 2018

Es ist wieder Zeit, Bilanz zu ziehen – in Form von Büchern, die ich im fast abgelaufenen Jahr 2018 gelesen habe. Darunter sind Neuerscheinungen genauso wie Bücher, die mir aus dem ein oder anderen Grund als lesenswert erschienen. Insgesamt habe ich genauso viele Bücher gelesen wie 2017. Erstmals waren zwei Hörbücher dabei.

Meine Bilanz:
Gesamt: 38
Deutsch: 18
Englisch: 20
E-Books: 5 (auf dem Tolino gelesen)
Hörbücher: 2

Aus meinem Bücher-Jahr möchte ich diese empfehlen:

Deutschsprachige Autoren der Gegenwart:
Benedict Wells jüngste Sammlung von Kurzgeschichten “Die Wahrheit über das Lügen” hat nur den Nachteil, dass die Geschichten zu kurz sind –  zu gut und zu spannend sind sie geschrieben. Wer noch nichts von dem 34-jährigen Schriftsteller gelesen hat und erst einmal vorsichtig Kontakt aufnehmen will, sollte zu diesem Band greifen.
Bernhard Schlink und Lukas Hartmann haben  2018 beide Frauen als Hauptfiguren ihrer neuen Romane gewählt. Schlinks “Olga” setzt im Deutschland des 19. Jahrhunderts alles daran, als selbstständige Frau ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. In Hartmanns “Ein Bild von Lydia” ist die reichste Frau der Schweiz im Zürich des Jahres 1887 in den Konventionen ihrer Zeit gefangen.

Die Sprache ist egal
jedenfalls wenn es um diese Autoren geht, deren Werke wunderbar ins Deutsche übersetzt wurden:
Ian McEwan ist eigentlich immer lesenswert, auch seine Kurzgeschichten wie “The Daydreamer“, “Der Tagträumer“, die aus der Sicht eines Jungen erzählt sind, der sich am liebsten in andere Personen oder Tiere hineinversetzt.
Matt Haigs “Notes on a nervous planet” erscheint im März unter dem Titel “Mach mal halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten” bei dtv, wo auch die vorherigen Werke erschienen sind.

Hörbücher
sind eigentlich nicht unbedingt meine Welt, weil ich fürchte, wichtige Passagen zu verpassen. Immerhin habe ich zwei geschafft, was bei einem am Vorleser, beim anderen an einem Kinofilm liegt.
Carlo Rovelli: The Order of Time, vorgelesen von Benedict Cumberbatch  und
Dr. Seuss: How the Grinch stole Christmas, vorgelesen von Walter Matthau.

Ein neuer Privatdetektiv
Cormoran Strike, der in heutigen London unterwegs ist,  ermittelt in seinem mittlerweile vierten Fall “Lethal White”, “Weißer Tod“.  Wie bei anderen Reihen auch, sollte man aber am Anfang beginnen, in diesem Fall mit “Der Ruf des Kuckucks“. Actionfans werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen, Fans von Donna Leons Commissario Brunetti eher schon.

Worauf ich immer hinweisen muss:
James Rhodes’ jüngstes Buch Fire on all sides, zu dem der britische Pianist auch eine Spotify-Playlist angelegt hat und in dem er beschreibt, welch Anstrengung es ihm unter anderem immer noch kostet, auf die Bühne zu gehen und das zu tun, was er am liebsten tut: Klavierspielen. Wer Lust hat, James live in Deutschland zu erleben, hat 2019 mehrfach die Chance.

Bücher für Weihnachten 2018

Bücher als Geschenke – was für den einen einfallslos sein mag, ist für den  Buchleser der Beweis dafür, dass er sich mit den Vorlieben des zu Beschenkenden auseinandergesetzt hat und aus der schier unerschöpflichen Auswahl an lieferbaren Büchern ein ganz bestimmtes ausgesucht hat. Und wer kurz vor knapp noch ein Geschenk braucht, kann sich damit entschuldigen, dass das Buch noch nicht auf Deutsch erschienen ist und er daher einen Gutschein überreichen muss.

Meine Empfehlungen aus Büchern, die ich heuer gelesen habe (und bei deren Auswahl ich gemerkt habe, wie unterschiedlich sie sind). Die jeweiligen Links führen zu ausführlicheren Blogbeiträgen:

Film-Entdeckung:
Mary Ann Shaffer: Deine Juliet (btb, 9,99 Euro): Als der Film in die Kinos kam, wusste ich nicht, dass er auf einem Buch basiert. “Deine Juliet” erzählt die überraschende Begegnung zwischen der Londoner Schriftstellerin Juliet und dem Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bücher mit Tiefgang:
Wendy Mitchell: Somebody I used to know (Bloomsbury, ca. 12 Euro; erscheint unter dem Titel “Der Mensch, der ich einst war: Mein Leben mit Alzheimer”, im Juni 2019 auf Deutsch bei  Rowohlt, 12 Euro): Der deutsche Titel nimmt vorweg, um was es in dem Buch geht: Alzheimer – und wie die Autorin Wendy Mitchell damit umgeht und versucht ihr Leben neu darauf auszurichten. Das ist weniger sentimental als gedacht, aber dennoch sehr berührend.

Anthony Doerr: Memory Wall (btb,8 Euro): Unsere Welt, unser Leben besteht aus Erinnerungen, so wie das Leben von Alma Konachenk, die das Gedächtnis verliert und in deren Erinnerungen irgendwo der Hinweis auf ein Fossil versteckt ist.

James Rhodes: Fire on all sides (keine deutsche Übersetzung bisher, Quercus, ab ca. 8 Euro). Der britische Pianist James Rhodes wurde als Kind mehrfach vergewaltigt. Dieses Trauma hat er keineswegs überwunden, wie er erschütternd offen, aber auch gleichzeitig witzig, frech und direkt in “Fire on all sides” schreibt. Unter dem gleichnamigen Titel ist auch ein Album erschienen, das das Buch sozusagen begleitet.

Lieblingsschriftsteller:
Ian McEwan: Der Tagträumer (Diogenes, 10 Euro/The Daydreamer, Vintage, ca. 10 Euro): Die Kurzgeschichten im dünnen Band “Der Tagträumer” (Link führt zu meinem englischsprachigen Beitrag) haben alle die gleiche Hauptfigur: Den Jungen Peter Fortune, der nichts lieber macht als sich in den Körper von anderen Lebewesen zu träumen.

Matt Haig: Wie man die Zeit anhält (dtv, 20 Euro; How to stop time, Canongate, ca. 8 Euro): Der Roman erzählt die Geschichte von Tom Hazard, der zwar 439 Jahre alt ist – der aber äußerlich nicht altert. Das ist für Albas wie ihm ein Problem, denn natürlich merken die Menschen in seiner Umgebung, dass er anders ist.

Robert Galbraith: Weißer Tod (Blanvalet, 24 Euro, erscheint am 27. Dezember/Lethal White, ab 12 Euro): Der mittlerweile vierte Fall für den Privatdetektiv Cormoran Strike ist genauso spannend und gut geschrieben wie die vorherigen. Kennt der Beschenkte die noch nicht, mag aber Krimis, die zudem noch in London spielen, sollte man zum ersten Band  “Der Ruf des Kuckucks” (Blanvalet 10,99 Euro) greifen.

Bernhard Schlink: Olga (Diogenes, 24 Euro): Olga ist nach den Maßstäben am Ende des 19. Jahrhunderts zwar nur eine Frau. Aber sie weiß genau, was sie will. Selbstständig sein, eine Familie gründen – scheinbar unerreichbare Wünsche für eine Frau in Deutschland, in der immer radikalere Ansichten, die Politik bestimmen werden.

 

 

 

 

Bücher für den Sommer

Es soll Leute geben, die es nur im längeren Sommerurlaub schaffen, sich in einem Buch zu verlieren. Für die, aber auch für alle anderen, die sich einen Urlaub ohne ein Buch nicht vorstellen können (und eigentlich auch die Zeit zwischen den Urlauben), sind diese Tipps gedacht.

Für Vielleser:
Die fünf Patrick-Melrose-Romane des britischen Schriftstellers Edward St Aubyn sind keine leichte Lektüre, denn wir begleiten Patrick, der als kleiner Junge von seinem Vater missbraucht wird, über seine Zeit als Drogen- und Alkoholabhängigen und erleben ihn als Vater zweier Jungen. Das ist gleichsam erschütternd und spannend und lässt einen so schnell nicht mehr los. Daher sollte man am besten die fünf Bücher in einem Band kaufen oder sicherstellen, dass man  den nächsten Band per E-Reader schnell zur Hand hat. Wer nach den Büchern noch nicht genug hat, sollte unbedingt die Verfilmung mit Benedict Cumberbatch in der Titelrolle anschauen.

Amerikanische Literatur:
Mit ihrem zweiten Roman “Kleine Feuer überall” führt Celeste Ng den Leser erneut in die scheinbar so heile Welt einer reichen amerikanischen Familie, die aber nur auf den ersten Blick perfekt ist.

Britische Literatur:
Eine Geschichte wie ein Märchen hat Matt Haig mit “Wie man die Zeit anhält” (“How to Stop Time“) geschrieben,  die gleichermaßen traurig und witzig,  voller Hoffnung und Liebe ist. Wer noch nie etwas von Matt Haig gelesen hat, sollte mit diesem Buch anfangen.
Surreale Kurzgeschichten, die in sich abgeschlossen sind, aber jeweils die gleiche Hauptfigur haben, hat Ian McEwan in “Der Tagträumer” (“The Daydreamer“) zusammengefasst.

Deutschsprachige Neuerscheinungen:
Zufällig sind die beiden neuen Romane von Bernhard Schlink (“Olga“) und Lukas Hartmann (“Ein Bild von Lydia“) nicht nur mit wenigen Wochen Abstand erschienen. Sie stellen auch jeweils Frauen in den Mittelpunkt ihrer Handlung, die in unterschiedlichen Zeiten versuchen, ihren Weg zu finden.

Only in English
ist derzeit das zweite Buch des britischen Pianisten James Rhodes erhältlich. In “Fire on All Sides” beschreibt er, welche Ängste er überwinden muss, damit er bei einer Konzerttournee das tun kann, was er am liebsten tut: Klavier spielen und alles um sich herum vergessen. Dazu gehören nicht zuletzt seine traumatische Kindheit – er wurde über Jahre hinweg von einem Sportlehrer vergewaltigt – Drogenabhängigkeit, Depressionen und Selbstmordgedanken. James schreibt so, wie er twittert und mit seinen Fans nach den Konzerten spricht: ehrlich, direkt, freundlich, neugierig und witzig.

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