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Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

John Williams: Augustus

Als Julius Cäsar ermordet wird, muss sein Großneffe und Adoptivsohn Octavius dessen Erbe antreten, obwohl er eigentlich Gelehrter und Schriftsteller werden wollte. Doch der spätere Kaiser Augustus hat genug Durchsetzungskraft, um trotz eindringlicher Warnungen nicht nur die Nachfolge Cäsars anzutreten, sondern auch dem Römischen Reich Frieden zu bringen.

„Ich weiß, Dein erster Impuls wird sein, beides anzunehen, den Namen und das Vermögen, aber Deine Mutter fleht Dich an zu warten, zu überlegen und abzuschätzen, in welche Welt Dich das Testament Deines Onkels einlädt.“

John Williams beweist mit „Augustus“ einmal mehr, dass er ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist, auch wenn dieses Werk im Gegensatz zu „Stoner“ und „Butcher’s Crossing“ nicht als fortlaufende Erzählung  geschrieben ist, sondern sich die Handlung in Form von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Senatsnotizen entwickelt. Das funktioniert, allerdings kommt man sich etwas verloren vor, wenn man sich in der Welt des Alten Roms nicht so auskennt, dass man die Namen sofort identifizieren könnte. Zwar gibt es eine Zweittafel, ein „Who’s who im Antiken Rom“ und ein Nachwort. Die hilft allerdings nur bedingt weiter.

Mir hat vor allem der dritte Teil gefallen – da finde ich den wunderbaren Erzähler Williams in den langen Briefen wieder.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

John Williams: Augustus, dtv, 24 Euro
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv zur Verfügung gestellt.

Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

Plötzlich ist alles weg. All die Dinge, die Fredrik Welin in seinem Leben  angesammelt und die er mit in das  Holzhaus auf die Schäreninsel gebracht hat. Dabei hat der ehemalige Chirurg nach seinem Entschluss, auf der Insel zu leben, schon einiges zurückgelassen. Aber die Situation jetzt ist eine völlig andere. Ein Brand, der ihn im Schlaf überrascht hat legt sein Haus in Schutt und Asche, alles, was er retten kann, ist das, was er auf dem Leib trägt: ein Regenmantel und Gummistiefel: „Das ist alles, was ich besitze, dachte ich. Zwei linke Stiefel.“

„Die schwedischen Gummistiefel“ könnte ein sehr trauriger, vielleicht anklagender Roman über das Alter, das Älterwerden und den damit verbundenen allmählichen Verfall des Körpers sein. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Fredrik sehr wohl Angst vor dem Alter und Sterben hat, dass ihm sehr wohl bewusst ist, dass sein Körper langsam, aber unaufhaltsam altert.

„Ich konnte nicht mehr in mein Boot springen, wie vor zehn Jahren. (…) Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam.“

Doch statt in Selbstmitleid zu verfallen und angesichts des unvermeidlichen Todes untätig zu werden, plant er sein Leben weiter. Mit Hilfe der Versicherung wird sein Haus wieder aufgebaut, er pflegt mitunter vernachlässigte Freundschaften, etwa mit dem ehemaligen Postboten Jansson,  knüpft neue, wie mit der Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt. Und er begreift, dass seine schwangere Tochter Louise seine Familie ist, für die es sich lohnt, das Haus wieder aufzubauen und etwas an die nächste Generation weiterzugeben.

Henning Mankells letztes Buch ist ein nachdenklich machendes, aber keineswegs tieftrauriges oder gar anklagendes Buch über den Verlust, das Leben und natürlich das Alter. Wie schon in „Die chinesischen Schuhe“, dessen Geschichte  „Die schwedischen Gummstiefel“ weitererzählen, entfaltet Mankell die Charaktere, ihre Wünsche und Sehnsüchte, ihre Ängste und Probleme. Das tut er in seinem typischen Stil, in dem er schon seinen Kommissar Kurt Wallander in die Welt schickte. Mankells unverwechselbarer Stil wird fehlen. Das macht „Die schwedischen Gummistiefel“ so lesenswert und so traurig.

 

 

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel, Zsolnay, 26 Euro.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Zsolnay/Hanser zur Verfügung gestellt.

James Rhodes: „Life’s too short to pretend“

Ahead of his upcoming tour in  Germany, Austria and Switzerland, James Rhodes kindly answered a few questions. No idea how he does it, but the answers hit my inbox in no time 😉

You have been on tour recently and will have a couple of concerts in Germany, Austria and Switzerland. Do you have time to stroll a bit through every town you are in? And if so are you looking for something typical in the town you are in?
I really hope so. Some days I’ll have more time than others but ideally I’ll always be able to stroll around and explore new places – most of these cities are new to me and I can’t wait.

How are you preparing for the concert in the evening? Is it important for you to relax, sleep in or are you too excited to be calm?
It’s a real mixture – on a perfect day I’ll be well rested and excited (in a call way!). But of course lots of the time I’ll be stressed and anxious and grumpy. But then I’m that way with everything not just concerts.

Is it difficult to concentrate when playing in a new hall?
Not usually. Sitting at the piano is the best place for me, whatever the hall is like.

You are quite active on Twitter where you are not only funny or chat about ordinary things. You are very open when it comes to topics such as depression or the abuse you suffered as a boy. Is it some kind of therapy for you? And are the internet/ social media stressful sometimes?
I love Twitter. I’ve met some wonderful people on there and been very lucky in that I haven’t come across much nastiness. I think loneliness can be really debilitating for people especially if they’re a bit wobbly emotionally (like me), so social media can be a really positive thing. I think it’s important to just be myself whether it’s with a friend in a cafe or online, it’s always the same me. Life’s too short to pretend.

When meeting fans it seems you are really enjoying it. Is there anything you want to tell them?
Thank you! That’s the main thing. It’s appreciated more than they know and it makes me feel all warm inside. Don’t ever feel shy about coming to say hello 🙂

I met James Rhodes in September 2015 after a talk at The Guardians' and asked for a selfie. Photo: Petra Breunig

I met James Rhodes in September 2015 after a talks at The Guardians‘ and asked for a selfie. Photo: Petra Breunig

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You can find more about James Rhodes on his side where there are also links to tour dates, his Sound Cloud and his Twitter – and on this blog

All dates for his upcoming tour are in this poster: jamesrhodestourposter2016

Buchpassion: Lesend Welten entdecken

Bücher. Ich weiß nicht, ob es jemals eine Zeit gab, in der Bücher nicht für mich wichtig waren. Sobald ich lesen konnte und einen Leseausweis für die örtliche Bücherei hatte, gab es für mich nichts Schöneres als ganze Nachmittage zu verlesen, mich in immer wieder neue Geschichten und Figuren zu verlieren. Auch heute noch ist ein gutes Buch immer noch etwas, das es mit jedem Film aufnehmen kann. Jedenfalls für mich.

Faszination Lesen

Woher dieses Leidenschaft kommt, weiß ich nicht genau. Vielleicht war es das Lesen an sich, also die Fertigkeit, aus Zeichen Worte zu formen und sie zu verstehen. Denn seltsamerweise kann ich mich genau an das Gefühl erinnern, als Worte nur schwarzes Gekritzele in einem Buch waren. Es gibt sogar ein Buch, in dem ich –  noch des Lesens unkundig – die Leerstellen nach Absätzen mit unsicheren Kuli-Linien  bis zum Seitenrand füllte. Offenbar war es für mich vollkommen unverständlich, weshalb die schwarzen Zeichen einfach aufhörten. Als  aus den schwarzen Flecken Buchstaben, Wörter, Sätze und schließlich eine ganze Geschichte wurden,  war ich der Faszination Lesen erlegen und bin es bis heute.

Freilich hat sich meine Leidenschaft im Laufe der Zeit verändert. Ich habe mal mehr, mal weniger gelesen. Es kamen neue Autoren hinzu, während andere aus meinem Buchleben verschwanden. Gleichzeitig habe ich begonnen, mich für Technik und das Internet zu interessieren. Irgendwann legte ich meinen ersten Blog an, es entstand mein erster Blogeintrag und es kam ein Kindle, später ein Tablet hinzu (der neueste Zuwachs ist ein Tolino). Nach und nach habe ich wieder begonnen, Englisch zu lesen und zu schreiben, zuerst zaghaft auf Twitter, dann auf meinem Blog, zuerst über meine Lieblingsserie „Sherlock“ und dessen Hauptdarsteller  Benedict Cumberbatch, dann über Bücher, auch über die,  die ich auf Englisch gelesen hatte – irgendwie fällt es mir leichter in der Sprache zu schreiben, in der ich die Bücher gelesen habe.

Eines ist aber über all die Jahre gleich geblieben: Lesend Neues entdecken, die Welt um mich herum völlig vergessen und nach Stunden wieder aus dem Buch auftauchen (wobei es nicht immer Belletristik sein muss, die ich spannend finde) und der Wunsch, das nächste Buch anzufangen.

Lukas Hartmann: Ein passender Mieter

„Wiedersehen Mama!“ Wie oft Mütter wohl diesen Abschiedsgruß hören? Einen wirklichen Abschiedsgruß, also nicht nur ein Gruß, der eben mal so dahin gesagt wird, wenn der Nachwuchs für ein paar Stunden aus dem Haus geht, um abends oder nach einem Ferienaufenthalt wieder zu kommen. Ein Abschiedsgruß, wie ihn Sebastian seiner Mutter Margret zuruft, die immer noch ungläubig zugesehen hat, wie ihr Sohn seine paar Habseligkeiten eingepackt hat – und ausgezogen ist. Ein Schritt, der aus Sicht des erwachsenen Sohnes, der in eine WG am anderen Ende der Stadt zieht, längst überfällig ist.  Zu lange hat er sich in dem Anbau am Elternhaus eingesperrt gefühlt. Viel zu früh findet Margret, die nicht verstehen kann, weshalb der 22-jährige Sohn aus der schönen Wohnung, die doch für ihn gedacht war, auszieht.

Dem Vorschlag ihres Mannes Gerhard, den Anbau  zu vermieten, steht Margret erst ablehnend gegenüber, doch sie willigt ein und gemeinsam entscheiden sie sich für den Fahrradmechaniker Beat als Mieter, der dann zu Beginn des neuen Jahres einzieht. Während Gerhard überhaupt kein Problem damit hat, dass Beat eher zurückhaltend ist, versteht Margret nicht, weshalb er die Einladung zum gemeinsamen Essen ausschlägt und kein –  wie sie es nennt – „ganz normalen“ Kontakt zustande kommt. Sie will  sich im Grunde nicht eingestehen, dass sie Beat als Sohn-Ersatz sieht und  ihn bemuttern will. Und natürlich will sie sich ebensowenig eingestehen, dass sie der Messerstecher beunruhigt, der seit einiger Zeit Frauen auflauert, sie niedersticht und dabei immer brutaler vorgeht.

„Sie wollte nicht mehr über diese Geschichte erfahren, als sie ohnehin wusste oder sich, gegen ihren Willen, vorstellte.“

„Ein passender Mieter“ hat nur auf dem ersten Blick (oder nach dem Lesen der ersten paar Seiten) eine einfache Handlung. Denn spätestens nach dem ersten Perspektivenwechsel wird klar, dass es um mehr geht als um die Abnabelung eines längst erwachsenen Sohnes oder um die Frage wer der brutale Messerstecher ist. Lukas Hartmann verknüpft dieses Handlungsstränge und zeichnet gleichzeitig das Bild einer ganz normalen bürgerlichen Familie, die sich mit den Veränderungen, die sich im Laufe des Lebens ergeben, auseinandersetzen muss. Dabei schafft es Lukas Hartmann auch in seinem neuesten Werk meisterhaft, das Alltägliche und Banale – eben das ganz normale Leben – weder alltäglich noch banal sondern faszinierend und spannend zu beschreiben. So meisterhaft, dass Sätze wie „Das Böse, Vater, steckt immer auch in uns selbst“ nicht kitschig oder pathetisch, sondern glaubhaft und richtig wirken. „Ein passender Mieter“ ist ein weiterer Lukas-Hartmann-Roman, den man unbedingt lesen muss.

 

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Lukas Hartmann: Ein passender Mieter, Diogenes, 24 Euro.
(Das Buch wurde mit freundlicherweise vom Diogenes-Verlag zur Verfügung gestellt.)

David Lagercrantz: Fall of Man in Wilmslow 

It is a novel. A fiction, not a documentary about the life of Alan Turing. This is important because people tend to take every word for granted, weighing it carefully, comparing it to proved facts about the man who helped to break Nazi Germany’s Enigma code.

David Lagercrantz takes those facts and some more (Alan’s homosexuality, his somehow awkward behaviour, his genius) and unfolds his story from the very last day of Alan’s life and the moment his corpse is discovered by a local policeman. This man, Detective Constable Leonard Corell, takes a very special interest in this case that seems to be nothing more than suicide. Step by step he dives deeper into the life and thinking of Alan Turing – a journey which doesn’t leave his own life untouched.

„(I)f indeed anyone was an unbreakable code then it was Alan himself.“

„The Fall of the Man in Wilmslow“ is a thrilling story that hooks you from the very first page. If (and this is an if I only can claim for myself) you already know something about Alan Turing’s life and impact. Then you find hints you have read elsewhere, imagine pictures, films or documentaries you have seen or listen to and you will be able to find your pace between fact and fiction this novel is constantly mixing up. If you haven’t stumbled upon Alan Turing at all, you probably will be lost in between the complexity of the story that hops from the past to the present and back again, changes perspectives and comes  up with names and places you might find confusing because you have never heard of them. If you still want to find out more about Alan Turing, start with a biography (or click on the link given below).

FallOfMan

David Lagercrantz: Fall of the Man in Wilmslow. The death and life of Alan Turing. A Novel, MacLehose Press, about 9£.

You find more about Alan Turing here on my blog.

Tolino – offen, aber nicht so ganz

Eigentlich wollte ich nur mein Abo der Süddeutschen Zeitung umstellen. Weil ich werktags nur querlese und nur die für mich wichtigsten Artikel ganz lese, haben mir seit einiger Zeit die unaufgeblätterten Zeitungsseiten leid getan. Umstellen auf ein Digitalabo, mit der gedruckten Zeitung am Freitag und am Wochenende schien mir eine praktische Alternative. Zumal ich ja ohnehin mein Handy immer griffbereit habe und mein Nexus 7 (mit den entsprechenden Apps) als E-Book-Reader gerne mag. „Wir hätten aber gerade einen Tolino Shine im Angebot“, sagte die freundliche Dame am SZ-Telefon. „Oh! Einen Tolino“,  dachte ich. Hatte ich schon mal in der Hand und fand ihn putzig. Zumal mein Kindle Alterserscheinungen zeigt und ich in letzter Zeit wenig Bücher darauf gelesen habe. Und außerdem werben die beteiligten Verlage damit, dass der Tolino offen sein, man also Bücher darauf lesen könne, egal wo man die heruntergeladen hätte.

In der Praxis allerdings erweist sich das leider als nicht so einfach. Zwar wird der Tolino von meinem Linux-Rechner erkannt und ich kann auch Bücher, die ich beispielsweise bei Google Play Books gekauft und heruntergeladen habe, darauf kopieren. Vorausgesetzt – und das ist der Haken – die Bücher haben keinen DRM-Schutz, der das Kopieren von elektronischen Büchern verhindern soll. Was gut gemeint und im Grunde richtig ist, wird aber im normalen Leben zum Irrsinn. Es ist reicht nämlich nicht, sich in einem Online-Shop (in meinem Fall Hugendubel) zu registrieren, um Bücher zu kaufen und auf dem Reader lesen zu können. Nein, man muss sich zusätzlich bei Adobe anmelden und eine ID dort anlegen. Wohlgemerkt wenn ich entsprechend geschützte Bücher, die ich per Tolino heruntergeladen habe, darauf lesen will. Dass das leichter geht, zeigt Amazon mit seinem Kindle (oder der App) und Googles Play Books. Bei beiden funktioniert die Anmeldung über den jeweiligen Account. Ein bei Amazon bestellter Kindle kommt gleich mit der entsprechenden Anmeldung. Das Kaufen und Herunterladen von Büchern auf das jeweilige Gerät funktioniert anschließend problemlos.

Natürlich sind alle Händler daran interessiert, dass Kunden dem eigenen Laden treu bleiben. Doch die versprochene Offenheit ist wenn überhaupt nur in Einschränkungen vorhanden. Ein bei Google gekauftes und heruntergeladenes Buch mit DRM-Schutz zeigt mein Tolino zwar an. Lesen geht aber trotz vorhandener Adobe-ID nicht, weil der Tolino meint, er könne nicht per Wlan ins Internet und sich mit einem Streaming-Fehler weigert, das Buch zu öffnen. Die umständliche Alternative, das Buch über Adobe Digital Editions zu öffnen, scheitert für mich als Linux-Nutzerin daran, dass das Programm nicht für das offene Betriebssystem zur Verfügung steht.

Der Tolino an sich ist eine gute Alternative zu einem Kindle. Und gegenüber einem Tablet hat er den Vorteil, leichter und mit einem scheinbar nicht leer werdenden Akku ausgestattet zu sein. Das Versprechen, alle Bücher, egal wo sie gekauft wurden, auf dem Tolino lesen zu können, gilt aber nicht uneingeschränkt. Oder ist zumindest mit technischem Gefummele verbunden, das nicht jeder leisten kann oder will.

Mein Tolino - schlafend Foto: Petra Breunig

Mein Tolino – schlafend Foto: Petra Breunig

JG Ballard: High-Rise

It took me a while to figure out what other book JG Ballard’s „High-Rise“ reminds me of. In my defence I have to write that it has been ages since I’ve read „Lord of the Flies“ by  William Golding, another novel about how people react under special circumstances. Whereas Golding sets his figures on an uninhabited island, Ballard unfolds his story in a huge skyscraper, the High-Rise, a building that offers literally everything the inhabitants need from a supermarket and a school to restaurant and swimming-pools. No wonder the flat owners – as the story unfolds – are gradually losing interest in the surrounding world and stick inside the building.

„With its forty floors and thousand apartments, its supermarket and swimming-pools, bank and junior school (…) the high-rise offered more than enough opportunities for violence and confrontation.“

All the way back to the primitive ways of existence

Robert Laing, a doctor and medical school teacher who moved into his flat on the 25th floor after his divorce, soon finds himself too lazy to go to work and spends his nights protecting himself and some neighbours from other inhabitants. Gradually living in an exclusive flat means getting back to the most primitive ways of existence: staying alive, getting something to eat, having a safe place to sleep.

„The building was a monument to good taste.“

The intensity in JG Ballard’s „High-Rise“ comes from a language that is almost neutral and a complete contrast to the story itself, that is told like a non-fictional topic with a storyteller who seems only to describe what he sees or what he has been told. That’s why this novel is so brilliant and thrilling at the same time.

 

JG Ballard: High-Rise, Fourth Estate, about 7 £

In the movie adaption of  „High-Rise“ Tom Hiddleston takes the role of Robert Laing.

Photo: Petra Breunig

Photo: Petra Breunig

Hannah Halblicht und der Klang der Lichter

Nur harmlose Dinge darf Hannah in Zukunft noch ollopafieren, also mit ihrer Zauberkamera Ollapa2 fotografieren. Das hat Hannah Halblicht nach ihrer Rückkehr aus Lumeria ihrer Mutter versprochen. Hätte sie zwar gar nicht müssen, denn die geheimnisvolle Kamera nimmt ohnehin nur harmlose Dinge auf, aber Hannah will ihre Mutter ja nicht verärgern. Schließlich hat sie Sehnsucht nach Lumeria, eine Art Zauberland, in dem sie zusammen mit ihren Freunden schon mal Wunschkuchen essen, bei dem jeder anders schmeckt, je nachdem ob man gerade Lust auf den Geschmack von Käsesahnetorte oder Schokokuchen hat. Hannah hat aber auch Sehnsucht nach ihren Freunden, dem weißen Husky Blacky und der schwarzen Katze White – sie und natürlich ihren Vater Noah, der im echten Leben tot ist, wird sie im neuen Abenteuer „Der Klang der Lichter“ wiedersehen.

„In Lumeria leben keine echten Menshen, auch wenn sie fast so aussehen. Im Lumeria leben Lichter und Halblichter, Abbilder, die aber so täuschend echt wirken, dass Hannah das oft vergisst.“

Auch auf ihrem neuen Abenteuer begegnet Hannah allerlei fantastischen Gestalten, die allesamt wie eine Mischung aus Märchen und Science-Fiction daherkommen, egal ob es sich um einen himmelblauen Taschenelefanten oder ein Schutzengelmädchen handelt, die Hannah beide erfunden hat oder um Wesen, die vielleicht schon immer in Lumeria leben wie die Wunderwasserwaben, die die Uhrzeit zeigen, die für den jeweiligen Betrachter gerade wichtig ist, oder der Kraftsaftfruchtbaum mit seinen wunderbaren Früchten, die voller Kraft und Liebe stecken und die den zeigen, den man gerade am meisten vermisst.

Der Autor Stefan Reinmann zeigt im zweiten Abenteuer von Hannah Halblicht, dass es noch so einiges in Lumeria zu entdecken gibt und dass es Kindern mit neuen und vom ersten Teil her vertrauten Figuren sicher nicht langweilig werden wird. Obwohl beide Geschichten in sich abgeschlossen sind, lohnt es sich, Hannahs erstes Abenteuer zu lesen.

 

Stefan Reinmann: Hannah Halblicht und der Klang der Lichter, neobooks Self-Publishing. Den Link zu den entsprechenden Shops für alle gängigen Reader und Tablets gibt es auf hannahhalblicht.de.

Das Titelbild Screenshot: Petra Breunig

Das Titelbild Screenshot: Petra Breunig

Rebecca West: Die Rückkehr

Der Erste Weltkrieg brachte Leid, Tod und Schrecken eines bis dahin nicht gekannten Ausmaßes über die Menschen. Viele Soldaten, die zwar äußerlich unversehrt aus dem Krieg kamen, erholten sich nie mehr von ihren traumatischen Erlebnissen. So wie Chris Baldry, der wieder auf sein Landgut im Londoner Süden zurückkehrt und dort scheinbar auf sein altes Leben trifft.
Sein altes Leben – das sich in gewisser Weise in den drei Frauen ausdrückt, die den jungen Mann geprägt haben und noch immer prägen: Seine Jugendliebe Margaret, seine Frau Kitty und seine Cousine Jenny, die als Ich-Erzählerin die Dinge aus ihrer Sicht erzählt. Eine Sicht, die zutiefst geprägt ist von ihrer Zuneigung zu Chris, den sie am Anfang der Geschichte vermisst und inständig hofft, dass ihm nichts zugestoßen sein möge, denn in ihren Träumen sieht sie ihn in den Schützengräben.

„Ich sah Chris des Nachts über die braune Fäulnis des Niemandslandes rennen, kreuz und quer, weil er hier auf eine Hand trat und dort gar nicht erst hinsehen konnte, denn der Anblick eines abgetrennten Kopfes war zu unerträglich.“

Als die beiden Frauen erfahren, dass Chris nicht verwundet, sondern „versehrt“ ist, wissen sie zuerst nicht, welche Auswirkungen sein Granatenschock auf ihr Leben haben wird. Erst allmählich begreifen sie, dass Chris glaubt, die vergangenen 20 Jahre habe es nie gegeben und er sei immer noch mit Margaret, die mittlerweile selbst verheiratet ist, liiert.

Rebecca Wests Roman „Die Rückkehr“ wirkt wie ein Tor in die Vergangenheit, was natürlich am historischen Stoff liegt. Es liegt aber auch daran, dass die Sprache unverkennbar nicht eine moderne ist, auch wenn das keineswegs abwertend gemeint ist. Denn gerade in der bedächtigen Erzählweise mit ihren oft längeren Sätzen erschließt sich die Unfassbarkeit eines Krieges, der auch die scheinbar so abgeschlossene Welt eines englischen Landguts nicht verschont. Gerade diese Unaufgeregtheit macht das Buch so lesenswert.

Laut Klappentext ist „Die Rückkehr“, der 1918 erschienen ist, der einzige zeitgenössische Roman einer Frau über die Schrecken des Ersten Weltkriegs. 

 

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

Rebecca West: Die Rückkehr, dtv, 16,90 Euro
(Das Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv zur Verfügung gestellt)

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