diebedra.de

Bücher, Filme, Technik und Benedict Cumberbatch – auf Deutsch and in English

Kategorie: Sherlock (Seite 1 von 3)

“Sherlock” und die Spekulationen

Als Fan der BBC-Serie “Sherlock” hat man es nicht leicht, wenn man im deutschsprachigen Raum lebt. Nicht nur weil das deutsche Fernsehen nach wie vor an der Synchronisation festhält und damit nicht nur die wunderbaren Stimme von Benedict Cumberbatchs Sherlock, sondern auch Dialekte plattmacht. Vom britischen Humor und sonstiger Anspielungen ganz zu schweigen.
Wenn also der Newsletter der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft (DSHG) im E-Mail-Eingang aufploppt, ist für “Sherlock”-Fans meist nichts Aufregendes dabei. Neues schon gar nicht. Im Jüngsten allerdings, datiert vom 3. September (9/2018), gibt es einen Absatz, über den man entweder den Kopf schütteln oder sich aufregen kann. Am besten beides.

Denn die DSHG beteiligt sich an den Spekulationen darüber ob und wenn ja wann sich Macher und Crew zu einer fünften Staffel der erfolgreichen Serie zusammenfinden könnten. Gleichzeitig wird unterstellt, dass Benedict Cumberbatch und Martin Freeman (der John Watson spielt) nicht besonders gut miteinander auskommen würden, “ihr Verhältnis (galt) schon immer als angespannt, während der Dreharbeiten soll eine unterkühlte Atmosphäre geherrscht haben”, schreibt die DSHG und beruft sich auf einen Artikel des Telegraph.

Was aber ist dran an diesen Spekulationen?
Die beiden Hauptdarsteller seien “frosty” schreibt der Telegraph  und beruft sich dabei auf die Sun, die ungefähr so seriös ist wie die Bild-Zeitung. Liest man den Artikel weiter, heißt es, Cumberbatch und Freeman seien keine Freunde, die nach den Dreharbeiten Zeit miteinander verbringen (“Benedict and Martin aren’t mates and they don’t spend time together away from the show”), sagt eine ungenannte Quelle laut Telegraph, der dann auch weiter fröhlich darüber spekuliert, dass es wohl 2018 (der zitierte Artikel ist aus dem Jahr 2017) keine weitere Staffel geben wird.
Und natürlich wird das Telegraph-Interview, in dem Martin Freemans Aussage “Being Sherlock isn’t always fun” (etwa: “In Sherlock zu spielen ist nicht immer ein Spaß”) ebenso zitiert wie Benedict Cumberbatchs Reaktion darauf. Der wiederum hatte ebenfalls im Telegraph gesagt “It’s pretty weak to blame that on fans” (“Es ist ziemlich schwach, den Fans die Schuld zu geben.”). Aber wofür genau soll Martin Freeman nicht den Fans die Schuld geben?

Um was geht es eigentlich?
Hätte die DSHG weiter recherchiert, wäre sie auf den sehr interessanten Artikel des Guardian vom 10. Mai 2018 gestoßen. Hier wird nämlich deutlich, um was es in dieser Angelegenheit geht: Es geht nämlich nicht so sehr um den Kultstatus, den die Serie bei Fans hat und den Bekanntheitsgrad, den vor allem die beiden Hauptdarsteller haben. Aus Sicht der Letzteren muss es freilich zuweilen nervig sein, wenn Fans ihre Idole auf der Straße erkennen und um ein Autogramm oder ein Foto bitten. Und es gibt sicherlich Situationen, in denen eine solche Bitte gerade nicht gelegen kommt oder sogar als unhöflich empfunden wird. Wer als Fan hier seinen gesunden Menschenverstand ausschaltet, muss sich nicht wundern, wenn die Bitte mehr oder weniger deutlich abgelehnt wird.
Nein, Martin Freeman bezieht sich auf eine recht große Gruppe von Fans (die “JohnLockers”), die sich nicht damit abfinden können, dass die vierte Staffel nicht so geschrieben wurde, wie sie es sich vorgestellt haben. Nun ist es völlig legitim, nicht von jeder Folge einer jeden Serie begeistert zu sein, auch wenn es die Lieblingsserie ist. Und auch unter den Fans, die sich selbst nicht den “JohnLockers” zugehörig fühlen, gibt es Kritik an der vierten Staffel, die sich von den vorherigen doch recht deutlich unterscheidet. Dennoch erreicht die Ablehnung eine komplett andere Dimension, wenn Fans Macher und Schauspieler beschimpfen und sogar bedrohen, nur, weil sie unbedingt wollen, dass Sherlock und John ein schwules Paar werden – was weder bei Sir Arthur Conan Doyle noch in “Sherlock” beabsichtigt war und ist. “Me and Ben, we have literally never, never played a moment like lovers. We ain’t f***ing lovers” (“Ich und Ben [Benedict Cumberbatch] haben niemals auch nur einen einzigen Augenblick so gespielt als seien wir Liebhaber. Wie sind verdammt nochmal keine Liebhaber”), sagt Martin Freeman im Radio-Times-Interview und macht klar, dass Vorstellungen, die in diese Richtung gehen, eben nur eines sind: Wunschdenken.

Die Äußerung des Speedy’s-Besitzers
Neben dem Verhältnis von Benedict Cumberbatch und Martin Freeman zueinander, erwähnt die DSHG auch die Äußerung von Chris Georgiou über eine fünfte Staffel. Georgiou ist der Besitzer von “Speedy’s Café”, über dem Sherlock und Watson in der Serie wohnen und das tatsächlich in der Londoner North Gower Street existiert. Dieser will nun laut Time Out gehört haben, dass es eine fünfte Serie geben wird: “I probably shouldn’t be saying this, ‘but I’ve heard they’ll be coming back for a fifth season.” (“Ich sollte das wahrscheinlich nicht sagen, aber ich habe gehört, dass sie (die Filmcrew) für die fünfte Staffel zurückkommen.”). Abgesehen davon, dass Radio Times offenbar Time Out zitiert, was die DSHG nicht erwähnt, kann man daraus nicht schließen, dass sich die Crew langfristig angekündigt habe. Es heißt lediglich, dass in einer fünften Staffel auch Speedy’s wieder zu sehen sein wird, woran Georgiou natürlich genauso interessiert ist, wie daran “ein freundschaftliches, enges Verhältnis” zu den “Sherlock”-Machern zu haben. Schließlich hat die Serie sein Café zu einem Anlaufpunkt für Fans gemacht.

Was bedeutet das für eine “Sherlock”-Fortsetzung?

Nichts. Wie bei so vielem helfen Spekulationen wie diese nicht weiter. Sicher ist, dass sowohl Benedict Cumberbatch als auch Martin Freeman erst einmal mit anderen Projekten beschäftigt sind. Die Macher Mark Gatiss und Steven Moffat schreiben laut Radio Times (https://goo.gl/oF8qhU)  unter anderem für die BBC eine Dracula-Serie. Fakt ist, dass es keine definitive Aussage darüber gibt, dass es keine neue “Sherlock”-Staffel geben wird, weder von den Machern, noch von der BBC.  Und solange sich die Verantwortlichen nicht in die eine oder andere Richtung äußern, sind Spekulationen wenig hilfreich. Man kann lediglich vermuten, dass nicht zuletzt die BBC (https://goo.gl/oE5nrg und https://goo.gl/4foA4z ) als auftraggebender Sender ein Interesse daran hat, ihre äußerst erfolgreiche Serie fortzusetzen.

Screenshot: Petra Breunig

Der Abschnitt aus dem DSHG-Newsletter Screenshot: Petra BreunigDanke an Cumberlibrary für das Finden der Links.

 

Bücher für Weihnachten 2017

Jawoll, es ist wieder soweit. Weihnachten ist nicht mehr weit – spätestens wenn diverse Märkte öffnen und die Straßen wieder in mehr oder weniger kitschiger Beleuchtung erstrahlen, wird es Zeit, sich über Geschenke Gedanken zu machen. Wer selber gern und viel liest, für den liegt es durchaus nahe ein Buch zu verschenken, auch wenn das für manche einfallslos sein mag.
Für die, die ein Buch verschenken möchte, hier meine Empfehlungen:

Für Fantasyleser:
Matt Haig: Ich und die Menschen, dtv, 9,95 Euro.
Ich habe die E-Book-Version auf einer langen Zugfahrt gelesen und habe mich selten so gut unterhalten gefühlt. Der Mathematikprofessor Andrew Martin wird nachts nackt aufgegriffen, als er an der Autobahn entlang wandert. Wie sich herausstellt, hat ein Außerirdischer von ihm Besitz ergriffen, der fasziniert ist von dem Leben dieser merkwürdigen Spezies.

Für Bücherliebhaber:
Charlie Lovett: Das Buch der Fälscher, Insel, 9,99 Euro.
Der deutsche Titel mag etwas am Original “The Bookman’s Tale” vorbeigehen und die Geschichte zu sehr auf ein Manuskript zuspitzen, das handschriftliche Notizen von William Shakespeare enthalten soll und beweisen könnte, dass es den großen englischen Autoren tatsächlich gegeben hat. Denn es geht vor allem um den Buchhändler Patrick Byerly, der den Tod seiner geliebten Frau verkraften muss und sich deshalb in die walisische Provinz zurückzieht.

Für Fans von Downton Abbey:
Julian Fellowes: Belgravia, Penguin, 10 Euro.
Zugegeben: ohne den Hinweis “Vom Autor der Serie Downton Abbey” hätte ich das englische Taschenbuch in der Buchhandlung nicht in die Hand genommen. So aber habe ich es gekauft und ein paar wunderbare Stunden verbracht im London des 19. Jahrhunderts, in dem es noch Dienstboten gab, alten Hochadel und Neureiche. Und wo natürlich die Liebe so manchem Standesdünkel entgegen steht.

Für Krimifans:
Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks, Blanvalet, 9,99 Euro.
Der erste Fall für den Privatdetektiv Cormoran Strike, der versucht, herauszufinden, ob der Balkonsturz eines Models ein Unfall oder Mord war und der gleichzeitig sein Leben neu ordnen muss.  “The Cuckoo’s Calling”, das ich dank dem Tipp einer englischen Freundin gelesen und kaum weglegen konnte, ist der Auftakt einer vorerst dreiteiligen Reihe von Joanne K. Rowling, die gerade am vierten Band schreibt. Kürzlich lief die Verfilmung auf BBC One mit Tom Burke in der Hauptrolle.

Sherlock: “The Essential Arthur Conan Doyle”, selected and introduced by Mark Gatiss and Steven Moffat, Volume One, BBC-Books ca. 8 Euro.
Fans der BBC-Serie “Sherlock” wissen, dass die viele Zitate aus den Geschichten und Sherlock-Holmes-Erfinders Sir Arthur Conan Doyle enthält.  Ein Sherlock-Fan wird sich über dieses Buch freuen,  zumal Sherlock das Titelbild ziert. Für einen Fan, der lieber auf Deutsch liest, sind die Ausgaben bei Insel ein gutes Geschenk.

Für Entdecker:
Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie, Diogenes, 25 Euro:
Billy ist ein Junge, der begierig alles Wissen aufsaugt, das ihm begegnet. Die Titelfigur wird jüngster Harvard-Student, auch weil er von seinen Eltern gezielt gefördert wurde. Die 644 Seiten lange Geschichte  beruht auf wahren Begebenheiten und ist ideal für lange Lesetage.

 

Sherlock – The Essential Arthur Conan Doyle Adventures

Über 2500 Ergebnisse erhält, wer bei Amazon nach Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes sucht. Weshalb also noch eine weitere englischsprachige Ausgabe? Die Lust, besonders schöne Bücher zu machen, kann es nicht gewesen sein, die die Herausgeber bewogen haben zwei Bände unter dem Titel „Sherlock – The Essential Arthur Conan Doyle“ als BBC Books zu veröffentlichen. Denn wie oft bei englischen Büchern ist weder die Qualität des Papiers noch die des Layouts – hin und wieder scheint der Text entweder gesperrt oder spationiert zu sein, damit er eine Zeile ausfüllt – das entscheidende Kaufkriterium. Doch die Titelbilder machen klar, dass es hier um den Kultfaktor geht, den die britische BBC-Serie „Sherlock“ unter Fans hat und diese Fans sind es auch, die die Macher als Käufer und Leser im Visier haben.

„Impossible not to love.“

Die Produzenten, Drehbuchschreiber und Erfinder des modernen Sherlock, Steven Moffat und Mark Gatiss, haben ihre Lieblingsgeschichten um den größten Detektiv aller Zeiten gesammelt und ihnen jeweils eine kurze Einleitung vorangestellt. Und allein diese Einführungen sind trotz der Kürze wunderbar witzig und ironisch, aber auch gleichzeitig kenntnisreich. „Die Geschichte macht zwar nicht wirklich Sinn, sie ist aber atemberaubend frech, stimmungsvoll und furchterregend.“ („It makes no real sense but it’s breathtakenly cheeky, atmospheric and scary.“) schreiben die Autoren der Einleitung beispielsweise über „Das gesprenkelte Band“ („The Adventure of the Speckled Band“) und finden, dass man „Der blaue Karfunkel“ („The Adventure of the Blue Carbuncle“) einfach „lieben muss“ („Impossible not to love.“). Einiges, was in „Eine Frage der Identität“ („A Case of Identity“) auftaucht, haben die beiden für ihre Sherlock-Version verwendet und wenn man so will, eine Art Perlenpickerei („small gems“) betrieben.

Dass in der Fernsehserie zum Teil wörtliche oder abgewandelte Zitat aus einer der Originalgeschichten verwendet werden, merkt man freilich nur dann, wenn man den Kanon kennt. Oder doch zumindest die Geschichten, die Steven Moffat und Mark Gatiss als solche ausgemacht und in den beiden Bänden vorgelegt haben. Die insgesamt 19 Kurzgeschichten sind  auch ideal für Sherlock-Fans, die sich Arthur Conan Doyles Original nähern wollen, denn sie sollen schlichtweg Begleiter der BBC-Serie sein. Wer schon diverse Ausgaben im Regal stehen hat, wird sich über vergleichsweise günstige Buchzuwächse freuen. Dank der Buchcover, die Promo-Fotos zur Erstausstrahlung der vierten Sherlock-Staffel zieren, sind diese beiden Bände aber für Sherlock-Fans schon fast Pflicht.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

 

The Essential Arthur Conan Doyle Adventures, zwei Bände, BBC Books/Penguin, jeweils ca 8 Euro

Benedict Cumberbatch: I am a very lucky man

Over the last couple of years Benedict Cumberbatch gained lots of fans, especially women. Whether or not his wife is jealous of them,  the British actor, who in the last two years alone appeared in five films, reveals in this interview.  Additionally he  takes over the role as Sherlock Holmes on telly on a regular basis. The last episode of the fourth series aired on Sunday, 11th June on German broadcaster ARD.

Question: Besides your job you and your wife Sophie have to care for your two year old son Christopher and your new born son Hal. Isn’t this situation a bit too stressful?
Benedict Cumberbatch: It’s not stressful, it’s a blessing. It’s unbelievable that I’m offered roles at all. And that I am able to choose which one I want to take, that they are so different from one another and that people seem to like those films – this is something you simply can’t expect at all.

Have you ever imagined that the series would be such a huge success? What makes your version of Sherlock Holmes so popular?
I had not the faintest idea. Maybe it’s good we don’t do more episodes. Fans are more keen on what will happen and we do always look fresh and relaxed (laughs). Seriously, I do think that all figures in the series have their very special weaknesses or failures. The audience can accept them more easily.

The finale of series four is about to air (in Germany when this interview was first published). What was the best thing that happend on set?
Definitely Toby, the bloodhound of the first (it says “last” in the German version) episode. That damn dog wouldn’t move while filming because it turned out he hates asphalt and humans. He was trained in the countryside. It was a real comedy getting him to move.

As Holmes you almost have a romantic relationship with your coat (it says ‘cloak’ in the German version but you know about cloaks). Is there any private …?
… clothing I have an romantic  relationship? (laughs) Would be cool if I said I have a favourite blanket I’m carrying around since childhood, wouldn’t it? But there is nothing at all. My clothes are very boring, mostly one colour and I prefer silver, grey and blue.

Fans don’t think you are boring. You achieved cult status.
It’s something I never longed for. But it’s part of the job of being an actor.  Biggest problems I have with the pun some of my very intelligent, witty and creative female fans are playing with my name.

You’re hinting at the name “Cumberbitches” they gave themselves?
Yes, it’s a bit of self humiliating. I have made it quite clear that I would be more happy with a slightly different version of that name. But in the end everyone is free to decide which name to choose for oneself.

What about your wife? Isn’t she jealous of all the female fans?
Sophie loves me and is proud of my work. That’s all that matters. We are made for each other and fit together perfectly. That’s why she has no problems with all the stuff that’s going on. She’s a very strong and confident woman. I am a very lucky man.

How are you dealing with all the fame?
I ignore it and am trying to enjoy all the wonderful moments I can live through as an actor. It’s very easy to be dragged away by all the fuzz that’s made up around your person. That’s why it’s so important for me to have family and friends I know for a very long time. They keep me grounded.

You seem to be very self-confident.
Problem is self-confidence often is taken for arrogance. I’m a man with some short-comings.

That is?
Well, I do like tech gadgets but I’m not really good with them. I’m just an ordinary user who gets screwed up if something doesn’t work.

Do you always have your phone at hand?
Only for my job. Because I would loose out on all my appointments. When I’m at home, I don’t want to know anything of this.

What are you up to when you are at home?
First I’m changing into something very comfy. There’s nothing more wonderful than watching a great film crawled up on the sofa in front of your fireplace. But more often I’m reading a book. That calms me down.

Are you into sports?
Not in any studio. I like hiking in nature or walking through a park to clear my brain. Music helps me.

What is your favourite music?
Everything. Most of all I like songs getting me to think because they cover everything that goes wrong in this world. Just like Radiohead’s “Burn the Witch”. That songs touches my soul.

What should we do to make the world a better place?
It’s up to everyone to decide if or if not to make a difference. I’m working with an organisation called “Liberty” backing human rights in the UK. We’re trying to support people who are discriminated because of their origin, colour or religion.

You’re 40 now. Do you look back to your 20s nostalgically?
Not at all. The older I get, the happier I get with my life. I love my wonderful life, now more than ever, together with my family and the fantastic people surrounding me. I’m very much looking forward forward to what may lie ahead.

 

The German version of this interview was originally published online here.  My translation is published with the friendly permission of the author.

Sherlock: Die sechs Thatchers

Das neue Jahr brachte eine neue Sherlock-Staffel – jedenfalls auf BBC One und zumindest dann, wenn man es auf welche Art auch immer schaffte, die erste Ausstrahlung zu besten britischen Sendezeit zu verfolgen. Wer also weise vorausschauend den Silvesterabend nicht allzu ausufernd verbrachte oder entsprechend lange ausschlief, der begegnete ab 20.30 Uhr britischer Zeit  in der ersten Folge der vierten Staffel “Die sechs Thatchers” (Buch: Mark Gatiss) den geliebten Figuren genau dort wieder, wo er sie am Ende der dritten Staffel – in der Folge “Sein letzter Schwur” –  verlassen hat: Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht, seine Sucht in den Griff zu bekommen, John (Martin Freeman) und Mary (Amanda Abbington) werden bald Eltern und Mycroft (Mark Gatiss) ist genauso clever, süffisant und perfekt gekleidet wie eh und je. Aber natürlich gibt es die Weihnachtsfolge “Die Braut des Grauens”,  (Erstausstrahlung in der BBC am 2. Januar 2016)  die entgegen den Aussagen der beiden “Sherlock”-Erfinder Steven Moffat und Mark Gatiss eben keine Folge ist, die völlig losgelöst vom Entwicklungsstrang der übrigen Folgen und natürlich den vorherigen Serien zu sehen ist.

Trotz allem: ein Mensch

“Die sechs Thatchers”  (deutsche Erstausstrahlung ARD, 4. Juni 2017) bringt eine völlig neue Wendung innerhalb der Serie als Ganzes und für die Figur Sherlock im Besonderen. Und so verfolgt der Zuschauer wie der einzige beratende Detektiv mit ungewohnten Situation und neuen Menschen, darunter einem Baby, zurechtkommen muss. Das geschieht in schnellen Rückblicken, die ein Fest für Fans sind, für Neulinge allerdings reinste Verwirrung. Natürlich verändern neue Bezugspersonen und neue Situationen Sherlock, es muss ihn verändern. Auch wenn er bisher alles getan hat, uns vom Gegenteil zu überzeugen, ist er doch letztlich ein Mensch und wie sich im Verlauf der Handlung herausstellt, einer mit sehr viel Mitgefühl. Freilich heißt das nicht, dass er nun plötzlich kein hochfunktionaler Soziopath mehr ist, der im Zweifel alle und alles überwacht und jede Telefonnummer gespeichert hat. Er ist genauso ungehobelt und unhöflich, hochintelligent und ein Schnelldenker wie immer. Und er ist ungefähr so aktiv  wie James Bond und mindestens genauso attraktiv.

Nicht zuletzt hat sich auch John Watson (wie immer perfekt: Martin Freeman) verändert – so wie es ihm Mrs Hudson (witzig und liebenswert: Una Stubbs) vorhergesagt hat: “Heirat verändert einen”, (meine Übersetzung) sagte sie in “Das Zeichen der Drei” zu Sherlock und natürlich hat sie recht. Mary (souverän: Amanda Abbington) und John müssen sich um ihre kleine Tochter kümmern, wollen aber gleichzeitig auch mit Sherlock Kriminalfälle lösen. Zu den zweien, die gegen den Rest der Welt kämpfen, hat sich nun Mary gesellt. Und sie passt wunderbar in Sherlocks Welt, in der es vor allem um Intelligenz, schnelles Denken und Schlussfolgerungen geht. Kenner wissen aber natürlich, was mit  Marys  in den ursprünglichen Sherlock-Holmes-Geschichten des Erfinders Arthur Conan Doyle passiert.

Fazit: “Die sechs Thatchers” haben alles, was man sich wünschen kann: Witz, Dramatik und Kulissen (Ausstattung: Arwel Wyn Jones), die so detailreich sind, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch etwas neues entdeckt. Benedict Cumberbatch ist Sherlock. Er passt so perfekt in diese Rolle wie er in den berühmten Mantel (und die immer etwas zu eng sitzenden Anzüge) passt. Jeder seiner Szenen ist eine schauspielerische Glanzleistung. Martin Freemans John Watson und Amanda Abbingtons Mary sind viel mehr als Nebenrollen und Ergänzungen der Titelfigur. Beide entwickeln einzelne Stränge der Handlung weiter, die dann in den späteren Folgen vollendet werden.

Wie bei allen Staffel vorher ist auch in dieser ersten Folge der vierten Staffel Aufmerksamkeit beim Zuschauer gefragt. Wer nicht aufpasst und sich nur nebenher vom Fernseher berieseln lassen will, wird keine Freude an “Sherlock” haben – unabhängig davon, welche Folge er anschaut. Denn der Witz der Dialoge und die Wortspiele sind nur scheinbar Geplänkel. Sie sind wichtig, um die Handlung zu verstehen. Wer allerdings erst mal seine Leidenschaft für diese Fernsehserie entdeckt hat, wird so schnell nicht mehr davon loskommen.

 

Dies ist die deutsche Version des ursprünglichen englischen Beitrags, den ich nach der Erstausstrahlung in der BBC geschrieben habe.

Sherlock: The Six Thatchers

The new year brought new Sherlock. And as always  the fans gathered round telly or any internet device to watch the first episode of series 4, “The Six Thatchers”. Written by Mark Gatiss this episode started where we left the beloved figures at the end of “His Last Vow” (or is it “The Abominable Bride”?):  Sherlock, trying to fight his addiction, John and Mary, the soon-to-be parents, and Mycroft as dapper and clever as ever.  But of course there is the Christmas special “The Abominable Bride” that first aired last year, and despite the fact that the creators Steven Moffat and Mark Gatiss wanted us fans to believe it is a stand alone film, it isn’t. So aren’t the previous series.

That’s why “The Six Thatchers” is a totally new twist for the series as a whole and for Sherlock in particular. You see the only consulting detective in familiar scenes in flashbacks (confusing for newbies, a feast for fans) and you see him coping with new situations  and new figures – a baby only being one of them. Of course this changes him, it has to, just because Sherlock is human, no matter what he made anyone believe so far and  a very caring one as this episode unfolds. This doesn’t mean he stops being that high functioning sociopath (with your number). He is as rude and clever as ever. And he is more active in a James Bond-like way.

John Watson has changed, too, as Mrs Hudson predicted on the wedding day: “Marriage changes you”, she told Sherlock, and of course she is right. The couple has to care for their baby daughter while solving crimes together with Sherlock – the two of them against the rest of the world now are  three. And Mary? Well, she is smart and fits perfectly into Sherlock’s world. But you know what’s in the canon.

All in all this episode has anything you could wish for: humour, drama and settings with lots of details that clearly need lots of re watches to deduce all the hidden clues. Benedict Cumberbatch simply is Sherlock, he fits into the belstaff as perfectly as he fits into that iconic role, delivering a brilliant performance in every single second. Martin Freeman’s John Watson as well as Amanda Abbington’s Mary are more than just sidekicks. They are adding new lines to the story that set the path for the still unknown episodes to come. The week till episode 2 feels as long as the hiatus as a whole.

 

 

Sherlock Holmes neu übersetzt

Übersetzungen spiegeln wie das Original auch, die Zeit wider, in der sie entstanden sind und zum Glück immer noch entstehen (welch Segen, Bücher auf Deutsch lesen zu können, wenn man der Originalsprache nicht mächtig ist). Und so ist das beste, was einem Buch und dessen Autoren passieren kann, ein Übersetzer, der sein Handwerk versteht, der die Geschichte erzählt und es dem Leser im besten Fall nicht merken lässt, dass er eine Übersetzung liest. Im Falle der Sherlock-Holmes-Geschichten muss man wissen, dass der Stil von Arthur Conan Doyle ein ganz eigener ist. Wer Thriller mag, die einen atemlos werden lassen, wird enttäuscht werden, denn so umsichtig und analytisch wie der große Detektiv zu Werke geht, so schreibt sein Erfinder – fast möchte man sagen behäbig.

Schwierige Gratwanderung

Bei der jetzt vorliegenden Übersetzung von “Eine Studie in Scharlachrot”, die im Fischertaschenbuchverlag erschienen ist, merkt man wie Henning Ahrens genau diese Gratwanderung in seiner Arbeit absolviert. Vergleicht man sie mit der Ausgabe, die 2007 im Insel-Taschenbuchverlag erschienen ist und mit einer Originalausgabe werden die Unterschiede und leider auch Defizite deutlich. Denn im Versuch, Doyles Sprache zu modernisieren, wird sie zuweilen unkenntlich und falsch übersetzt. “Eine Studie in Scharlachrot” ist die erste Geschichte, in der Sherlock Holmes auftritt. Sie legt deshalb die Grundlage für weitere Romane und Erzählungen und führt natürlich den Leser an den großen Detektiv heran und natürlich auch an Doktor John Watson, der als Versehrter aus dem afghanischen Krieg zurückkommt und auf der Suche nach einem Mitbewohner für eine Wohnung in London ist. “The campaign brought honours and promotion to many, but for me it had nothing but misfortune and disaster.” heißt es im Original. “Während des Feldzugs ernteten viele Ehren und Beförderungen, aber für mich hielt er nur Unglück und Elend bereit.” übersetzt Henning Ahrens. “Vielen brachte der Feldzug Auszeichnungen und Beförderung, für mich barg er jedoch nichts als Mißgeschick (!)” heißt es in der Insel-Übersetzung von Gisbert Haefs.

Während diese Beschreibung  noch eng am Original ist, gibt es eine Reihe von Ungenauigkeiten und Fehlern, jedenfalls für mein Verständnis. Holmes und Watson treffen sich nämlich nicht “wie verabredet” (Fischer) , um die Wohnung zu besichtigen, sondern weil es Holmes “festgesetzt” (Insel), “arranged” hat. Das mögen ebenso Kleinigkeiten sein wie die nächsten Gegenüberstellungen. Sie zeigen aber gerade in diesen Nuancen, dass Sherlock Holmes derjenige ist, der die Geschicke lenkt  – und seine Gewohnheiten hat:  “Er ging gegen zweiundzwanzig Uhr zu Bett” (Fischer) –  “Selten war er nach zehn Uhr abends noch auf”(Insel) – “It was rare for him to be up after ten at night”.  Diese Nuancen sind es auch, die den Geschichten ihren unverwechselbaren Charakter geben, den sie auch aus ihrer Entstehungszeit beziehen. Daher scheinen unsere umgangssprachlichen Begriffe wie “weitergelatscht” (für “strolling down”), “Der Roman ist ein echtes Brechmittel” “hat mich wirklich krank gemacht” (für “made me positively ill”) schlichtweg fehl am Platz. Leider gibt es auch Fehler in der Übersetzung: “An airy room” ist ein “luftiger Raum” (Insel) und nicht “gut zu lüftend” (mal abgesehen davon, dass sich Watson und Holmes darüber wohl kaum Gedanken machen dürften) und ein “German name” ist ein “deutscher Name” (Insel) und nicht nur “deutsch klingend”.

Ist die Neuübersetzung nun schlecht? Sicher nicht – nur anders und man hat nun einmal mehr die Wahl, für welche Übersetzung man sich entscheidet.

Foto: Petra Breunig

Foto: Petra Breunig

 

 

Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes; Eine Studie in Scharlachrot, Fischer Taschenbuch, 10 Euro, neu übersetzt von Henning Ahrens.
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer-Verlag zur Verfügung gestellt.

Sherlock: Die Braut des Grauens

Mit dem Special “Die Braut des Grauens” verpflanzen die Macher die erfolgreiche britischen Serie von der Moderne in ihre Ursprünge. Am Ostermontag kommt die synchronisierte Fassung ins deutsche Fernsehen (ARD, 21.45 Uhr).

Was zunächst als Weihnachtsspecial angekündigt wurde, erblickte am 1. Januar 2016 das Licht der Fernsehöffentlichkeit. Oder zumindest der Öffentlichkeit, die auf welchem Wege auch immer die Erstausstrahlung im ersten Programm der britischen BBC anschauen konnte. Dem Rest der Fans blieb immerhin der zum Teil zeitversetzte Gang ins Kino, denn in vielen Ländern weltweit durfte die Originalfassung im Umfeld der Fernsehausstrahlung auf die große Leinwand – außer in den deutschsprachigen Ländern.

Denn in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die ARD die Erstausstrahlungsrechte an der synchronisierten Fassung und damit ganz offenbar das Recht, eine Kinoausstrahlung zu verhindern. Eine Ausstrahlung, die wohlgemerkt im englischen Original gezeigt worden wäre und somit ein anderes Publikum angesprochen hätte. Entsprechende Fragen verärgerter Fans beantwortete die ARD lediglich mit der Standardantwort eine Ausstrahlung im Kino sei nur in unmittelbarer Nähe zu einer Ausstrahlung im Fernsehen möglich (oder auch mit der Bitte später noch einmal nachzufragen)– was nach Recherchen der deutschsprachigen Webseite „Sherlock-DE“ so nicht stimmt. Immerhin wurde in China und Belgien „Die Braut des Grauens“ im Kino gezeigt, obwohl in beiden Ländern keine Termine für eine Fernsehausstrahlung feststehen. In Großbritannien war die Rückkehr des Meisterdetektivs auf die Fernsehschirme ein Quotenerfolg für die BBC, die eine Einschaltquote von 40,2 Prozent vermeldete. Über die Feiertage war “Sherlock” sogar die am meisten gesehene Sendung. Trotz der zeitgleichen Ausstrahlung ließen es sich 18.500 Fans nicht nehmen, „Sherlock“ im Kino zu genießen.

Eine Verneigung vor den Fans

Und ein Genuss war es tatsächlich. Wer nach den ersten Gerüchten, die Erfinder des zeitgenössischen „Sherlock“ Steven Moffat und Mark Gatiss würden ihre Version ins viktorianische England zurückversetzen, der Überzeugung war, beide hätten wahlweise den Verstand verloren oder seien am Ende ihrer Ideen angekommen, wird schon nach wenigen Minuten eines besseren belehrt. Zahlreiche Anspielungen und filmische Zitate aus den vorherigen Staffeln sind vor allem in den ersten Szenen nichts weniger als eine Verneigung vor den zahllosen Fans der Serie. Der Fortgang der Handlung und ihre Auflösung sind eine liebevolle Hommage an den Sherlock-Holmes-Erfinders Arthur Conan Doyle. Die Details erschließen sich wie auch schon bei den vorherigen Folgen erst bei mehrmaligem Anschauen, zu vielschichtig und scharfsinnig sind nicht nur die Dialoge – bei denen wie immer Benedict Cumberbatch den meisten Text lernen muss und in der unglaublichen Geschwindigkeit Sherlocks präzise artikuliert spricht. Martin Freeman als Dr. John Watson ist ihm ein mehr als ebenbürtiger Sparringspartner, der auch im viktorianischen Tweedanzug mehr ist als ein Wortgeber und tollpatischer Bewunderer. Zusammen sind sie ein kongeniales Team, das an Drehorten und im Studio so wirkt, als würden sie in ihren Schauspielerleben nie etwas anderes tun.

Erfolgreiche Hauptdarsteller

Dabei haben es wohl beide Schauspieler nicht mehr nötig, in die berühmte Adresse Baker Street 221B zurückzukehren. Martin Freeman wurde spätestens mit der dreiteiligen Verfilmung des „Hobbit“ einem weltweiten Millionenpublikum bekannt, stand als „Richard III“ auf der Bühne und faszinierte in der ersten Staffel der Fernsehserie „Fargo“. Benedict Cumberbatch brach im vergangenen Jahr als „Hamlet“ die Vorverkaufsrekorde für Londoner Theater, erhielt für seine Darstellung des Codeknackers Alan Turing in „The Imitation Game“ eine Oscar-Nominierung und stand  gerade als „Doctor Strange“ für die Titelrolle des Marvel-Helden vor der Kamera. Die vollen Terminkalender beider Hauptdarsteller sind wohl auch ein Grund dafür, dass neue „Sherlock“-Folgen nur im zweijährigen Rhythmus ausgestrahlt werden – wenn die Fans Glück haben. Doch sowohl Benedict Cumberbatch als auch Martin Freeman mögen die Serie offensichtlich, und die Macher arrangieren die Dreharbeiten entsprechend: die vierte Staffel wird im April diesen Jahres gedreht, eine Ausstrahlung in britischen Fernsehen könnte Anfang 2017 folgen.

Den Trailer zur “Braut des Grauens” gibt es hier.

You find my review of “The Abominable Bride” here.

 

Sherlock – The Abominable Bride

When learning about a Sherlock special to be aired round Christmas, the speculations where afoot. A special! Not only way ahead of series 4 that will be aired some when on 2017 but a sort of stand alone episode settled in Victorian London! How would this fit into the beloved Sherlock situated in our times in London, with the beloved sociopath using every new gadget including the internet of course to help him finding the solution of his cases?

To be honest: Mark Gatiss and Steven Moffat not only created a good film that was entertainment. It was full of hints both to the original canon and the genius Sir Arthur Conan Doyle who created perhaps the most famous detective who has never lived and who will never die. It was also a bow to the fans offering them lots of hints to previous episodes. All in all “The Abominable Bride” was a fantastic ride, although settled in an area without modern day’s stress and hectic but with cabs instead of taxis or the tube, with letters and telegrams instead of text messages or emails, that didn’t lose the dynamic that is one of the defining parts of BBC’s modern Sherlock. Together with the brilliant cast and crew that put all their love and abilities into every single scene, this episode has everything the fandom wanted. And so much more.

Sherlock und Deutschland

Es ist eines dieser Dinge, das ein ständiges Ärgernis ist, der Satz “Dieses Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar.” Nun mag es irgendwo in den Tiefen des Rechts berechtigte Gründe für diese Sperre geben. Unbegreiflich ist es, wenn solche Gründe, die Ausstrahlung einer weltweit populären Sendung wie das Weihnachtsspecial der erfolgreichen BBC-Serie “Sherlock – The Abominable Bride” in Deutschland nicht nur im Fernsehen verhindern. Sondern auch wohl wegen des Erstausstrahlungsrechts der ARD eine zeitnahe Übertragung im Kino verbieten. Denn die deutsche Fassung, wird irgendwann (Vermutungen gehen Richtung Ostern) unter dem Titel “Die abscheuliche Braut” synchronisiert laufen.

Wohlgemerkt: synchronisiert! Keine Zweikanaltonfassung obwohl das technisch gesehen – siehe Arte – keinerlei Probleme machen dürfte, keine OmU-Version in der Mediathek – siehe ZDF und das jüngste Beispiel “The Fall”. Auf Anfragen unter anderem der Fanseite “Sherlock DE” gab es wohl keine Reaktionen. Auf meine E-Mail an die Zuschauerredaktion (siehe Screenshots) mit dem Hinweis darauf, dass echte Fans die Folge sowohl im Kino als auch später im Fernsehen anschauen und es daher sicher nicht zum Verlust von Einschaltquoten kommen würde, verbunden mit der Bitte, die negative Entscheidung doch noch einmal zu überdenken, bekam ich die die lapidare Antwort doch noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt nachzufragen. Die Tatsache, dass die Folge am 1. Januar ausgestrahlt werden würde, war der Zuschauerredaktion am 23. Dezember offenbar noch unbekannt.

Screenshot: Petra Breunig

Screenshot: Petra Breunig

 

 

Screenshot: Petra Breunig

Screenshot: Petra Breunig

Genauso unbekannt dürfte es offenbar den Veranwortlichen sein, dass Sherlock eine absolute Erfolgsserie ist – eine Tatsache, die noch am Tag danach beim Schreiben dieses Blogeintrags dadurch bestätigt wird, dass der Hashtag #Sherlock in den deutschen Twittertrends ist. Obwohl die BBC hierzulande offiziell nicht empfangbar ist. Was bleibt, ist die vage Hoffnung, dass Zuschauer irgendwann die Originalfassungen im Fernsehen gezeigt bekommen oder dass die BBC als Pay-TV das Licht deutscher Wohnzimmer erblicken wird. Bis dahin bleiben den Fans Livestreams und DVDs/Blurays. Denn wie Sherlock sagt: “You know my methods, John”.

 

Das Titelbild dieses Beitrags ist hier zu finden.

[Update: Laut dieses BBC-Entertainment-Journalisten haben 8,4 Millionen Zuschauer das Special bei der Erstausstrahlung in der BBC angeschaut. In diesen Zahlen sind spätere Aufrufe, etwa in der Mediathek der BBC, dem iPlayer, nicht enthalten.

[Update 5. Januar: Die ARD-Zuschauerredaktion hat mittlerweile auch mit eine Standardantwort geschickt. Auf weitere  Aspekte meiner E-Mail wird gar nicht eingegangen.

Screenshot: Petra Breunig

Screenshot: Petra Breunig

 

Screenshot: Petra Breunig

Screenshot: Petra Breunig

 

[Update 11. Januar: Die deutsche FanseiteSherlock_DE hat zu diesem Thema  einen offenen Brief and die ARD geschrieben. Er ist hier zu finden.

Ältere Beiträge

© 2018 diebedra.de

Theme von Anders NorénHoch ↑

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Du hier bleibst, gehe ich davon aus, dass Du damit einverstanden bist. This site uses cookies. By continuing browsing, you are agreeing to use of cookies. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen